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Steuer-Skandal um Ex-Trainer: Droht Man City jetzt ein Millionen-Nachspiel?

Wegen dubioser Scheinverträge rund um Ex-Trainer Roberto Mancini droht Manchester City ein massives Steuernachspiel in Millionenhöhe.
VonMoritz Jonas
Führte ManCity 2012 zur Meisterschaft, distanziert sich nun aber deutlich von den Finanzaffären: Roberto Mancini
Führte ManCity 2012 zur Meisterschaft, distanziert sich nun aber deutlich von den Finanzaffären: Roberto Mancini | Anadolu/GettyImages

Der Druck auf den englischen Spitzenklub Manchester City wächst von Tag zu Tag. Neben dem laufenden Jahrhundert-Verfahren wegen 114 mutmaßlicher Finanzverstöße in der Premier League braut sich nun an der Steuerfront der nächste handfester Skandal zusammen.

Wie die renommierte britische Tageszeitung The Telegraph unter Berufung auf die Organisation 'Tax Policy Associates' berichtet, könnten dem Serienmeister erhebliche Steuernachzahlungen drohen.

Im Zentrum der Anschuldigungen steht ein mutmaßlicher Doppelvertrag aus der Amtszeit des ehemaligen Cheftrainers Roberto Mancini. Der Italiener hatte die Skyblues von 2009 bis 2013 trainiert und den Klub in die Riege der europäischen Spitzenvereine geführt.

Dubioser Beratervertrag in Abu Dhabi

Finanzexperten werfen den Verantwortlichen vor, in dieser Zeit Einkommenssteuer in Höhe von umgerechnet rund 14 Millionen Euro umgangen zu haben. Inklusive Zinsen und Strafen könnte sich die Nachzahlung der Briten auf bis zu 28 Millionen Euro (24 Millionen Pfund) belaufen.

Die Gelder sollen über einen mutmaßlichen Schein-Beratervertrag beim Al Jazira Club in Abu Dhabi direkt an den Trainer geflossen sein. Diese Zahlungen hätten jedoch Mancinis Arbeit in Manchester vergüten sollen und somit zwingend über die britische Lohnbuchhaltung abgewickelt werden müssen. 'Tax Policy Associates' sieht gute Gründe für eine handfeste strafrechtliche Untersuchung wegen Steuerhinterziehung.

Mancini sieht Schuld nur beim Verein

Mancini selbst, der Manchester City 2012 zum ersten Meistertitel nach 44 Jahren führte und seit Sommer 2026 wieder die italienische Nationalelf trainiert, reagiert auf den Wirbel äußert entspannt.

Am Rande eines Länderspiels bestätigte der 61-Jährige die Berater-Tätigkeit, spielte die Brisanz der Verträge aber herunter: "Das ist nichts Neues, es wird alle vier, fünf Jahre zum Thema."

Gleichzeitig schiebt der Italiener die juristische Verantwortung eiskalt an seinen ehemaligen Arbeitgeber ab. "Es ist kein Thema, das mich beunruhigt. Der angebliche Doppelvertrag geht mich nichts an", so der Nationalcoach deutlich: "Es ist nicht mein Problem. Aber es ist wahrscheinlich ihr Problem."

Boss genießt diplomatische Immunität

Manchester City beteuert derweil vehement die eigene Unschuld. Ein pikantes Detail könnte künftige Ermittlungen jedoch massiv erschweren: City-Vorstandsboss Khaldoon Al Mubarak genießt laut Berichten seit sechs Jahren diplomatische Immunität im Vereinigten Königreich.

Das schützt ihn vor strafrechtlicher Verfolgung. Ob die britischen Steuerbehörden im Fall Mancini nun dennoch ernst machen, bleibt abzuwarten.


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