Spekuliert wurde darüber schon seit einiger Zeit. Am Sonntagabend ließ die Frankfurter Eintracht die sprichwörtliche Bombe platzen: Markus Krösche bat die SGE-Bosse um die sofortige Freistellung von seinem Amt als Sportvorstand. Der Aufsichtsrat hat dem Wunsch des 46-Jährigen einstimmig entsprochen.
Damit endet die Amtszeit von Krösche nach gut fünf Jahren abrupt. Sein bis 2028 gültiger Vertrag soll zwar in angepasster Form weiterhin gültig sein, dass Krösche diesen erfüllt gilt aber als praktisch ausgeschlossen. Viel eher dürfte das fortlaufende Arbeitspapier der SGE noch eine Ablöse bescheren.
Krösche vor Milan-Engagement
Denn nach übereinstimmenden Meldungen steht Krösche vor einem Engagement bei der AC Mailand. Fabrizio Romano und Matteo Moretto berichten, dass die Gespräche zwischen Krösche und den Rossoneri fortgeschritten sind und der 46-Jährige im San Siro neuer 'Head of Football' werden soll. Laut Moretto ist man sich finanziell ohnehin schon seit Monaten einig.
Denn schon im Sommer wollte Milan Krösche als neuen Sportchef verflichten. Krösche hatte damals länger überlegt, sich dann aber doch vorerst für einen Verbleib am Main entschieden, um die Eintracht in einer sportlich schwierigen Lage nicht vorzeitig zu verlassen. Nun kam es zum Umdenken – beide Seiten waren offenbar zur Trennung bereit.
Hellmann wird Vorstandsboss – und übernimmt Krösches Aufgaben
Auf einer außerordentlichen Sitzung am Sonntag wurde die Krösche-Trennung vom Aufsichtsrat einstimmig durchgewunken. Beschlossen wurde derweil auch, dass Vorstandssprecher Axel Hellmann nun auch offiziell den Titel Vorstandsvorsitzender trägt. Der 55-Jährige übernimmt "bis auf Weiteres interimsweise die Aufgaben des Sportvorstands", wie die Eintracht weiter mitteilte.
Das ist zumindest deshalb etwas überraschend, weil es mit Timmo Hardung noch einen Sportdirektor gibt, der die Krösche-Rolle ebenfalls hätte übernehmen können. Doch ähnlich wie Krösche hatte auch der 36-Jährige in den vergangenen Monaten etwas an Kredit verloren.
Die Stimmen zum Krösche-Aus bei der Eintracht
"Wir trennen uns mit großem gegenseitigem Respekt."SGE-Präsident Mathias Beck
Markus Krösche: "Die vergangenen Jahre bei Eintracht Frankfurt waren für mich eine außergewöhnliche, intensive und unvergessliche Zeit. Wir haben gemeinsam große Erfolge gefeiert und den Klub sportlich wie wirtschaftlich weiterentwickelt. Der Gewinn der Europa League und die vielen besonderen Momente mit unseren Fans werden für mich immer einen besonderen Stellenwert haben. Dafür bin ich sehr dankbar."
"In den vergangenen Monaten habe ich mich intensiv mit meiner persönlichen Situation und meiner beruflichen Zukunft beschäftigt. Nach über fünf sehr erfolgreichen, aber auch sehr fordernden Jahren bei diesem großartigen Klub, habe ich seit einiger Zeit das Gefühl entwickelt, dass ich eine Veränderung brauche – und der Eintracht womöglich ein neuer Impuls auch helfen könnte. Wenn man an diesen Punkt kommt, geht immer auch ein wenig die notwendige Durchschlagskraft für eine solch anspruchsvolle Aufgabe abhanden. Darüber habe ich transparent mit Mathias Beck gesprochen. Denn mein eigener Anspruch ist es, eine solche Verantwortung jederzeit mit voller Überzeugung auszufüllen."
"Deshalb habe ich Mathias Beck auch gebeten, mich mit sofortiger Wirkung von meinen Aufgaben freizustellen. Damit haben sowohl die Eintracht als auch ich genügend Zeit, sich für die Zukunft neu aufzustellen. Ich wollte diese Klarheit auch vor der Mitgliederversammlung haben, weil es mir wichtig ist, mich dort persönlich zu verabschieden."
"Ich bin Mathias Beck und dem Aufsichtsrat sehr dankbar für die offenen, fairen und vertrauensvollen Gespräche sowie für den respektvollen Umgang mit meinem Wunsch."
"Großen Dank möchte ich auch meinen Vorstandskollegen sagen. Die Zusammenarbeit war sehr offen, vertrauensvoll und erfolgreich. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden, Trainern, Spielern und natürlich unseren großartigen Fans. Eintracht Frankfurt wird für mich immer ein herausragender Verein bleiben, dem ich für die Zukunft nur das Beste wünsche."
Eintracht-Präsident Mathias Beck: "Markus Krösche hat Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt und einen großen Anteil an der erfolgreichen sportlichen Entwicklung unseres Klubs. Der Gewinn der Europa League, die Teilnahmen an der Champions League und die Weiterentwicklung unserer Mannschaft stehen beispielhaft für diese außergewöhnliche Zeit. Dafür gebühren ihm unser großer Dank und unsere ausdrückliche Anerkennung."
"Wir haben in den vergangenen Wochen sehr gute, offene und vertrauensvolle Gespräche über unsere Zukunft geführt. Eintracht Frankfurt ist ein Klub mit hohen Ansprüchen und großen Ambitionen. Diese Aufgabe erfordert von allen Verantwortlichen jederzeit volle Überzeugung und die notwendige Durchschlagskraft. Vor diesem Hintergrund haben wir seinen Wunsch nach einer sofortigen Freistellung respektiert und ihm im Aufsichtsrat entsprochen."
"Uns war es besonders wichtig, diese Frage vor der anstehenden Mitgliederversammlung zu klären und öffentlich zu kommunizieren. Wir trennen uns mit großem gegenseitigem Respekt und wünschen Markus für seinen weiteren Weg alles Gute."
