Robin Koch ist seit Jahren Führungsspieler und inzwischen auch Kapitän von Eintracht Frankfurt, dennoch ist der Innenverteidiger umstritten. In der vergangenen Saison war er das Gesicht der anfälligen Defensive, die reihenweise Gegentreffer kassierte und die Hessen somit um eine Teilnahme am Europapokal brachte.
Und auch in dieser Spielzeit ist Koch alles andere als fehlerfrei. Beim 2:2 gegen den SC Freiburg schaute der 30-Jährige nur zu, wie Gegenspieler Derry Scherhant den Ausgleich erzielte, und ging auch im weiteren Verlauf der Partie in zu wenige Zweikämpfe. Insbesondere dann, wenn Trainer Adi Hütter mit einer Viererkette spielen lässt, überzeugt Koch zu selten.
Für die Dreierkette und Koch: Opfert Hütter weiterhin einen Star-Stürmer?
Das sorgt für ein kniffliges Dilemma. Aufgrund von Kochs Leistungen wäre es ratsam, wieder auf eine Dreierkette umzustellen. In dieser Formation wirkte er beispielsweise beim 3:1-Sieg in Mainz deutlich stabiler. Spielt Koch zentral in der Dreierkette, kann er das Spiel besser organisieren und bekommt mehr Absicherung. Gleichzeitig können die noch unerfahrenen Außenverteidiger Keita Kosugi und Elias Baum entlastet werden, da sie auf den Schienenpositionen weniger verteidigen müssen und mehr Freiheiten nach vorne genießen.
Dafür müsste Hütter jedoch einen Stürmer opfern: Jonathan Burkardt oder Younes Ebnoutalib müssten dann auf der Bank Platz nehmen. Allerdings befinden sich die beiden Nationalspieler in Topform und harmonieren auch in einer Doppelspitze. Das spricht wiederum für das 4-2-2-2-System, welches Hütter normalerweise auch dem 3-4-2-1 vorzieht. Eine naheliegende Lösung wäre es also, Koch aus der Startelf zu nehmen. Doch dass Hütter seinen Kapitän wirklich auf die Bank setzt, scheint ausgeschlossen.

Das liegt auch daran, dass die Viererkette nicht nur wegen Koch zulasten der defensiven Stabilität gehen würde. Aus dem aktuellen Kader wirkt in einer Viererkette nur der Neuzugang Lilian Brassier stabil. Laut Bild lässt die Eintracht in der Jugend zwar nun wieder mit einer Viererkette spielen, für die laufende Saison bringt das allerdings noch nichts.
Zwar könnte Hütter darüber nachdenken, eine neue Dreierketten-Formation mit einer Doppelspitze einzustudieren. Doch dafür müsste er einen offensiven Mittelfeldspieler wie Ritsu Doan oder Can Uzun opfern. Die offensichtliche Lösung bleibt daher, sich weiterhin entweder für Burkardt oder Ebnoutalib zu entscheiden.
