Borussia Dortmund bleibt das Verletzungspech in der noch jungen Saison treu. Das so vielversprechend gestartete Offensivduo aus Griechenland droht vorerst komplett auszufallen.
Nachdem sich Giannis Konstantelias bereits in seinem ersten Bundesliga-Einsatz einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, mit dem er monatelang fehlt, droht nun auch Konstantinos Karetsas verletzt auszufallen. Der 18-Jährige knickte im Ligaspiel bei Union Berlin am Samstag bei einem Zweikampf im eigenen Strafraum mit dem rechten Fuß um und musste nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung gestützt von zwei Betreuern vom Platz.
Nach dem torlosen Remis äußerte sich Niko Kovac zum Zustand seines Schützlings und dem weiteren Vorgehen. "Die Untersuchungen werden heute oder morgen stattfinden", erklärte der Dortmunder Trainer gegenüber der Sportschau: "Da ist eine Schwellung drin und da müssen wir schauen, ob es mehr ist, oder hoffentlich nicht so viel." Karetsas sei "sehr traurig" und die Enttäuschung sei ihm anzusehen, so Kovac.
"Es kann alles sein", sagte der besorgte Waldemar Anton nach dem Spiel am Sky-Mikrofon. Der Innenverteidiger stand bei der Aktion in unmittelbarer Nähe: Es sehe "sehr, sehr bitter aus. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist". Karetsas Zweikampfgegner Rani Khedira schloss sich der Hoffnung an und wünschte dem Griechen "alles Gute und eine gute Genesung".
Schnell ist klar: Karetsas muss wieder runter
Vor seiner Auswechslung war Karetsas bereits mehrere Minuten lang auf dem Platz behandelt worden. Nico Schlotterbeck gab dann schnell das Zeichen Richtung Bank: Es muss gewechselt werden. Für Karetsas kam das 17 Jahre alte Top-Talent Mathis Albert ins Spiel.

Eine bittere Pille für den BVB und Karetsas, der Anfang September bereits mit einem Zusammenbruch auf dem Platz für einen Schockmoment gesorgt hatte (90min berichtete). Ein längere Pause war da nicht nötig, das könnte nun allerdings anders aussehen. Die Bilder ließen zumindest eine Bänderverletzung vermuten.
Karetsas war im Sommer für rund 30 Millionen Euro vom KRC Genk nach Dortmund gewechselt und hatte beim BVB einen Vertrag bis 2031 unterschrieben. Der hochveranlagte Spielmacher galt als einer der Wunschspieler für die neu aufgestellte Dortmunder Offensive. In seiner letzten Saison in Belgien hatte er allein in der Liga elf Treffer vorbereitet, in der Europa League kamen zwei Tore und fünf Assists hinzu.
Kovac wollte Karetsas behutsam aufbauen
Auch in Dortmund deutete Karetsas sein enormes Potenzial schnell an. Gleich beim 2:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen den HSV bereitete er einen Treffer vor. Insgesamt kommt der 18-Jährige bislang allerdings nur unregelmäßig zum Einsatz, auch weil ihn der Zusammenbruch im Champions-League-Spiel gegen Villarreal zwischenzeitlich ausgebremst hatte.
Ausgerechnet vor dem Union-Spiel hatte Trainer Niko Kovac noch erklärt, Karetsas deshalb behutsam aufbauen zu wollen. Der Vorfall gegen Villarreal sei bei ihm weiterhin "noch im Hinterkopf", sagte Kovac bei Sky. Karetsas sei körperlich noch nicht wieder ganz auf dem Stand von zuvor. Deshalb hatte der Coach den Youngster nach seinem Startelfeinsatz beim 0:1 gegen Bodø/Glimt zunächst auf die Bank gesetzt.
