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Schmidt-Ära in Heidenheim endet! Die Trainer mit den längsten Amtszeiten in der 1. & 2. Bundesliga

Frank Schmidt hört beim FCH nach knapp 20 Jahren auf. Diese Trainer sind im deutschen Ober- und Unterhaus derzeit am nächsten dran, eine eigene Ära zu prägen.
VonSimon Zimmermann
Die Ära von Frank Schmidt beim FCH endet im Sommer 2027
Die Ära von Frank Schmidt beim FCH endet im Sommer 2027 | picture alliance/GettyImages

Wenn man an den 1. FC Heidenheim denkt, denkt man unweigerlich auch an Frank Schmidt. Der 52-Jährige ist seit 2003 im Klub – zunächst als Spieler, dann kurzzeitig als Co-Trainer und seit Mitte September 2007 als Chefcoach.

Über 19 Jahre ist Schmidt nun schon im Amt. Den FCH hat er bis in die Bundesliga geführt, wo sich der kleine Klub von der Ostalb drei Jahre halten konnte und sogar eine Saison in der Conference League an den Start ging. Nach dem Abstieg hielt Schmidt seinem Herzensklub die Treue. In Liga zwei liegt Heidenheim auf Rang sechs und hat weiter Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen.

Dennoch wird die schier unvergleichliche Trainer-Ära von Schmidt in Heidenheim im kommenden Sommer enden. Am Dienstagabend verkündete der Klub, dass Schmidt seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Das habe Schmidt FCH-Boss Holger Sanwald mitgeteilt, obwohl "der FCH sich in den vergangenen Monaten intensiv um einen Verbleib seines Erfolgstrainers bemüht" hatte.

Schmdit begründet den Entschluss damit, dass er zunächst eine Pause einlegen möchte. Wie lange, ließ er offen.

"Holger Sanwald und ich standen in den letzten Monaten immer wieder im offenen und sehr engen Austausch zu diesem Thema – unter anderem auch in der vergangenen Länderspielpause. Es war beeindruckend, wie sehr sich der Verein um eine erneute Vertragsverlängerung mit mir bemüht hat. In den letzten Wochen ist bei mir jedoch der Entschluss gereift, dass es an der Zeit ist, eine Entscheidung zu treffen – auch hinsichtlich der Planungsfähigkeit des FCH. Ich habe Holger Sanwald deshalb am Montag mitgeteilt, dass ich meinen Vertrag kein weiteres Mal verlängern werde, weil ich nach fast 20 Jahren im Traineramt beim FCH im Sommer einfach eine Pause machen will. Wie lange diese Pause sein wird und was ab dem 1. Juli in meinem Leben kommt, darüber mache ich mir aktuell keine Gedanken – im Gegenteil: Das verbiete ich mir bis dahin selbst. Stattdessen werde ich bis zum letzten Spiel alles für unseren maximalen Erfolg in dieser Saison geben. Fest steht: Wir haben gemeinsam als FCH über viele Jahre eine einzigartige Geschichte im deutschen Profifußball geschrieben, aber das letzte Kapitel ist noch nicht zu Ende. Darauf freue ich mich jetzt und verspüre eine große Lust darauf."

FCH-Vorstandsboss Sanwald erklärte: "Franks Entscheidung markiert natürlich eine Zäsur für unseren gesamten Verein, die fraglos eine riesige Veränderung mit sich bringen wird. Was Frank Schmidt für unseren FCH geleistet hat, lässt sich mit Worten kaum beschreiben – ohne Frank als Cheftrainer wäre unsere sportliche Entwicklung aus dem Amateurbereich bis in die Bundesliga und den Europapokal so überhaupt nicht möglich gewesen. Darüber hinaus hat er die Werte unseres Vereins als Vorbild nach innen und nach außen vorgelebt wie kein Zweiter. Ich habe in vielen Gesprächen deshalb bis zuletzt um ihn gekämpft, kann aber seinen Wunsch nach einer Pause nach dieser unfassbaren Energieleistung verstehen. Franks frühzeitige Entscheidung gibt uns die nötige Zeit, um die Nachfolge auf dieser so wichtigen Position für die Zukunft mit der gebotenen Sorgfalt anzugehen. Wir, als große FCH Familie, haben jetzt noch mindestens 24 Spiele lang die Möglichkeit, Frank gemeinsam den größtmöglichen Abschied zu bereiten, den er sich als Trainer und Mensch in unserem Verein verdient hat."


Die längsten aktuellen Amtszeiten der Cheftrainer in der 1. und 2. Bundesliga

Eine Ära wie Schmidt sie in Heidenheim geprägt hat, ist für Cheftrainer von Fußball-Profiklubs alles andere als alltäglich. In Deutschland erinnert sie an Zeiten von Otto Rehhagel in Bremen (14 Jahre) oder Volker Finke (16 Jahre) und später Christian Streich (12,5 Jahre) in Freiburg.

In der Bundesliga ist VfB-Coach Sebastian Hoeneß aktuell der Trainer mit der längsten Amtszeit. Der 44-Jährige steht in Stuttgart schon seit über 3,5 Jahren an der Seitenlinie. Auf Platz zwei steht Bayern-Trainer Vincent Kompany, der beim Rekordmeister nun schon seit knapp 2,5 Jahren das Amt inne hat, genau wie Streich-Nachfolger Julian Schuster in Freiburg. Alle anderen Bundesliga-Trainer sind kürzer als zwei Jahre im Amt.

In der 2. Liga steht Schmidt mit derzeit 19 Jahren und einem Montat natürlich weit vorne. Dahinter folgt Claus-Dieter Wollitz von Aufsteiger Energie Cottbus mit knapp 5,5 Jahren. Zusammen mit Dresdens Thomas Stamm teilt sich Miroslav Klose (Nürnberg) mit knapp 2,5 Jahren Rang drei.

Trainer

Verein

Amtszeit

Frank Schmidt

Heidenheim

19 Jahre, 1 Monat

Claus-Dieter Wollitz

Cottbus

5 Jahre, 4 Monate

Sebastian Hoeneß

Stuttgart

3 Jahre, 7 Monate

Vincent Kompany

Bayern

2 Jahre, 4 Monate

Julian Schuster

Freiburg

2 Jahre, 4 Monate

Miro Klose

Nürnberg

2 Jahre, 4 Monate

Thomas Stamm

Dresden

2 Jahre, 4 Monate


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