Der FC Schalke hat einen guten Saisonstart hingelegt und geht mit fünf Punkten aus vier Spielen in die Länderspielpause. Dazu wurden zuletzt hoffnungsvolle Leistungsträger wie Vitalie Becker, Adil Aouchiche und Soufiane El-Faouzi mit neuen Verträgen ausgestattet und langfristig gebunden. Also alles super auf Schalke – sollte man meinen.
Doch die Personalie von Hasan Kurucay sorgt derzeit für Aufsehen. Der spielstärkste Verteidiger des S04 ist nämlich nur noch bis zum Saisonende an den Verein gebunden, hat – im Gegensatz zu den aufgezählten Teamkollegen – bislang aber noch keine Signale hinsichtlich einer Verlängerung erhalten.
Das verwundert nicht nur den außenstehenden Fan, sondern auch Kurucay selbst. "Natürlich bist du ein bisschen enttäuscht, wenn ein Teamkollege, der gute Leistungen zeigt, einen neuen Vertrag bekommt und ich als Führungsspieler ohne neuen Vertrag dastehe", meinte der Verteidiger am vergangenen Wochenende.
Umso merkwürdiger wird die Gemengelage, wenn man bedenkt, dass Sportvorstand Frank Baumann und Trainer Miron Muslic jeweils lobende Worte für Kurucay fanden und von seinen bisherigen Auftritten schwärmten. Warum also geht man nicht auch auf den Verteidiger zu und spricht über einen neuen Vertrag?
Laut Sky-Angaben planen die Verantwortlichen diesen Schritt für Oktober, um dann erstmals eine gemeinsame Zukunft auszuloten. Für S04-Insider Dirk große Schlarmann jedoch viel zu spät, wie er im Sky-Podcast 'Schalker Markt' betonte.
"Ich habe nie wirklich verstanden, warum Schalke nicht jetzt schon längst auf ihn zugegangen ist, seinen Vertrag zu verlängern, der im kommenden Sommer ausläuft", sagte große Schlarmann, für den Kurucay "seit Monaten der stärkste Innenverteidiger" ist.
Verkauf statt Verbleib – Hatte Schalke mit Kurucay andere Pläne?
"Ich fand ihn schon in der Rückrunde der vergangenen Saison den stabilsten Spieler. In der Vorbereitung war er der stabilste Spieler. Und jetzt auch in der Bundesliga ist er bis dato absolut so was von verlässlich in seinen Leistungen", so der Experte, der persönlich glaubt, dass Schalke im Sommer "eigentlich andere Pläne" mit Kurucay hatte. Sprich: Seiner Einschätzung nach hätte S04 Kurucay wohl am liebsten verkauft.
"Aber selbst wenn du ihn abgeben möchtest, würde ich doch den Vertrag verlängern, damit ich ihn vielleicht nächstes Jahr verkaufen kann. Mit so einer Leistung ist er einfach auch was wert. Von daher verstehe ich das nicht", machte große Schlarmann klar. "Der Tag hat meiner Meinung nach genug Zeit, um auch Hasan Kurucay oder dessen Berater anzurufen."
"Er ist absolut kein Stinkstiefel, hat aber durchaus nach dem Spiel gegen Elversberg gesagt, dass er ein wenig enttäuscht darüber ist. Und das kann ich auch verstehen", zeigte der Sky-Reporter Verständnis. Laut große Schlarmann hätte Schalke "der Leistung von Hasan Kurucay durchaus ein bisschen mehr Respekt zollen können". Da kann man nicht widersprechen.
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