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S04-Pleite in Überzahl: Darum nimmt Muslic die Niederlage (auch) auf sich

Die bittere Niederlage in Freiburg ist auch Miron Muslic anzulasten – wie er selbst sagt. Der Schalke-Coach hat seine Gedankengänge anschließend erklärt.
VonYannik Möller
Miron Muslic nahm die Niederlage in Freiburg auch auf seine Kappe
Miron Muslic nahm die Niederlage in Freiburg auch auf seine Kappe | picture alliance/GettyImages

Wer bloß das reine Resultat einer späten und knappen 1:2-Niederlage beim SC Freiburg gesehen hätte, wäre damit aus Sicht des FC Schalke vermutlich von einer annehmbaren Leistung ausgegangen – wenngleich ein Punktgewinn ausgeblieben ist. Immerhin tritt der Sport-Club in der bisherigen Saison ebenso stabil wie effizient auf, hat dazu eine auch in qualitativer Perspektive spürbar verbewsserte Mannschaft aufbauen können.

Nach dem tatsächlichen Spielverlauf muss sich der S04 aber über die Niederlage ärgern. Angesichts einer deutlich stabileren zweiten Halbzeit und einer rund halbstündigen Überzahl wäre mindestens ein Unentschieden und damit ein guter Punktgewinn zweifelsohne möglich gewesen. Schlussendlich stellte sich Miron Muslic vor die Kameras und gestand bei DAZN ein, dass er einen großen Anteil an dieser Niederlage habe.

"Dann habe ich die Statik verändert": Muslic erklärt seinen Fehler – hat aber auch Kritik übrig

"Wir hatten das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben – vor allem gegen den Ball, da können wir Kontrolle erlangen. Wir hatten auch das Gefühl, dass heute noch mehr möglich wäre", erklärte der Cheftrainer der Gelsenkirchener seinen Gedankengang nach der Gelb-Roten Karte für Freiburg und vor seinen fünf Wechseln (via WAZ). Erst brachte er Ron Schallenberg und Edin Dzeko für Satoshi Tanaka und Junior Adamu, später noch Adil Aouchiche, Timo Becker und Hee-chan Hwang für Adrian Gantenbein, Maximilian Wöber und Moussa Sylla. Eine Umstellung von der Dreier- auf eine Viererkette war darin inbegriffen.

"Dann habe ich die Statik verändert, damit wir das 2:1 machen. Das hat der Mannschaft nicht gutgetan, damit habe ich einen Fehler gemacht. Die Mannschaft konnte damit nicht umgehen", gestand sich Muslic den Fehler ein. Den vermeintlich zu offensiven Angang, auf den er sich dabei bezog, dürfte sich aber eben nicht nur auf das Personal, sondern auch auf die Viererkette und somit auf die gesamte Herangehensweise bezogen haben. Immerhin wollte er somit gar auf den Sieg gehen, anstatt einen mutmaßlich sicheren Punktgewinn abzusichern.

Die Folge: Schon nach den ersten zwei, insbesondere aber nach den weiteren Wechseln, gelang Schalke in Ballbesitz gar nichts mehr. Die Ordnung war verloren, Pässe wurden äußerst unsauber gespielt und die Freiburger somit wieder ins Spiel geholt. Trotz der rund halbstündigen Überzahl kam der S04 nicht über eine Passquote von 78 Prozent hinaus.

Keisuke Goto
Schlussendlich durfte der Sport-Club dank Keisuke Goto jubeln | Daniela Porcelli/GettyImages

"Freiburg bekam Ballgewinne in unserem Aufbau – genau die Hoffnung, die du einer Mannschaft in Unterzahl nicht geben darfst", bemängelte Muslic dementsprechend und führte aus: "Mit allen Spielern, die gekommen sind, war klar vereinbart: Wir brauchen diese Galligkeit gegen den Ball, wir müssen nach Ballverlust sofort wieder kompakt sein, damit bei Freiburg keine Hoffnung aufkommt. Genau das haben wir zugelassen."

Der neue Tabellenführer habe die Hoffnung aufgenommen und es im Spiel dann auch "exzellent" umgesetzt. Beim Siegtreffer sprach er von "einer super Flanke" und einem "super Kopfball". Zugleich sei diese Aktion aber auch "extrem schlecht verteidigt" gewesen, so Muslic. Sein Fazit: "Deshalb bin ich sehr enttäuscht, ein Punkt war heute absolut drin. Diese Niederlage muss ich taktisch auf meine Kappe nehmen."


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