Nach den ersten vier Bundesliga-Spieltagen der neuen Saison verabschiedet sich das deutsche Oberhaus in eine längere Pause. Ab diesem Jahr sind die zuvor üblichen Länderspielpausen im September und Oktober zusammengelegt worden und in einer XL-Unterbrechung zusammengefasst. Das DFB-Team bestreitet mit Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp in der Nations League Ende September und Anfang Oktober gleich vier Partien.
Zum Start in die neue Runde sind allein schon mit Blick auf die Tabelle einige Gewinner und Verlierer auszumachen. In Dortmund hofft man nach einem perfekten Start schon auf ein enges Duell mit den Bayern um die Schale. In Gladbach und Berlin schrillen die Alarmglocken.
Gewinner und Verlierer gibt es auch individuell unter den Akteuren auf dem Platz. Wir widmen uns den Durchstartern des Saisonauftakts und küren die Topelf der ersten vier Spieltage:
Tor
Finn Dahmen (FC Augsburg)

Blickt man allein auf die Anzahl der Gegentore und die Zu-Null-Spiele, könnte man auch Gregor Kobel als Torhüter-Durchstarter des Saisonauftakts bezeichnen. Der BVB-Keeper hat durchaus weitere Argumente gesammelt, um behaupten zu können, dass er der beste Keeper der Bundesliga ist. Kobels Paradenquote von 85,7 Prozent spricht ebenfalls für ihn.
Wir haben uns dennoch für Augsburgs Finn Dahmen entschieden. Der 28-Jährige kassierte zuletzt in Bremen zwar drei Gegentore, war daran aber machtlos und verhinderte mit einer erneut starken Leistungen weitere Treffer.
Dahmen hat in allen vier Partien dieser Saison starke Leistungen gezeigt und ist auch ein Gewinner, weil er von Jürgen Klopp in den DFB-Kader berufen wurde. Beim kicker reicht sein Notenschnitt von 2,33 für den geteilten fünften Rang (hinter Rönnow, Baumann, Karius und Noll). Bei der 90min-Partnerseite FotMob steht er mit einem Rating von 7,80/10 ganz vorne.
Insgesamt hat Dahmen schon 24 Bälle pariert – geteilter Platz eins mit Moritz Nicolas und Loris Karius.
Honorable mentions: Gregor Kobel (BVB), Loris Karius (Schalke)
Abwehr
RV: Ridle Baku (RB Leipzig)

Für die Leipziger läuft es unter dem neuen Trainer Martin Demichelis noch nicht wirklich rund. Nach der 0:2-Pleite in Leverkusen geht RBL mit lediglich sechs Punkten auf Rang neun in die Länderspielpause.
An Ridle Baku liegt das kaum. Der achtfache deutsche Nationalspieler, der von Klopp in den Kader berufen wurde, hat sich auf der rechten Abwehrseite gegen Benjamin Henrichs durchgesetzt und stand in allen vier Partien in der Startelf. Zwei Tore hat Baku dabei bereits erzielt.
Beim kicker liegt er unter den notenbesten Abwehrspielern auf Rang zwölf (3,00) – und ist dabei der drittbeste Rechtsverteidiger nach Jarell Quansah und Phliipp Treu. Bei FotMob liegt Baku bei den Außenverteidigern auf dem neunten Rang (7,35er Rating). Deutlich vor Treu und Quansah.
IV: Waldemar Anton (BVB)

Wie schon bei Kobel angerissen: Der BVB stellt mit erst zwei Gegentoren die beste Defensive der Bundesliga (gemeinsam mit dem FC Bayern). Anton ist darin der Organisator und die Konstante bei Schwarzgelb. Knapp 60 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnt der Nationalspieler, wobei er auch bei der reinen Anzahl der direkten Duelle am Boden und in der Luft Bundesliga-weit vorne zu finden ist. Seine Passquote liegt bei 91,9 Prozent. Anton ist auch in der neuen Saison ein Muster an Konstanz und geht bei Schwarzgelb voran.
Beim kicker ist er mit einem Notenschnitt von 2,83 der achtbeste Verteidiger (Innen- und Außenverteidiger). Bei FotMob liegt er unter den Innenverteidigern mit einem Rating von 7,87 auf rang sechs.
IV: Matthias Ginter (SC Freiburg)

Hier steht Freiburgs Abwehrchef Ginter vor Anton und kommt auf ein Saisonrating von bisher 8,09. Der 32-Jährige liegt beim kicker sogar unter allen Verteidigern auf Rang eins mit einem Notenschnitt von 2,33.
Neben Ginters defensiver Klasse brilliert er auch in der neuen Saison wieder offensiv. Als Innenverteidiger hat er bereits drei Assists auf dem Konto.
In seinen Kerndisziplinen weist er mit über 72 Prozent gewonnenen Zweikämpfen und einer Passquote von 90,46 Prozente ebenfalls überragende Werte auf.
Ach ja: Freiburg geht auch dank Ginter mit zehn Punkten und erst drei Gegentoren auf dem dritten Platz in die Länderspielpause.
LV: Miguel Gutierrez (Bayer Leverkusen)

Der 25-jährige Spanier kam im Sommer als Grimaldo-Nachfolger für 26 Millionen Euro Ablöse von der SSC Neapel – und entpuppt sich bisher als Volltreffer. In Leverkusen redet man kaum noch über den zu Atletico abgewanderten Grimaldo. Weil Gutierrez konstant stark liefert. Ein Tor und drei Assists hat der offensivstarke Linksverteidiger nach vier Spielen schon auf dem Konto. Statistiken, die man zuvor von Grimaldo kannte.
Beim kicker ist er wenig überraschend damit auch der notenbeste Verteidiger der Liga – gemeinsam mit Ginter (Notendurchschnitt: 2,33). Bei FotMob ist Gutierrez unter den Außenverteidigern auf dem dritten Rang (Rating: 7,87).
Honorable mentions: Philipp Treu (Freiburg), Hennes Behrens (Augsburg), Hasan Kurucay (Schalke), Dayot Upamecano (FC Bayern)
Mittelfeld
ZM: Fabian Rieder (FC Augsburg)

Los geht es im zentralen Mittelfeld mit einer Überraschung. Schließlich war Fabian Rieder bislang als offensiver Mittelfeldspieler in Erscheinung getreten. Seit dieser Saison trägt er in Vertretung von Jeffrey Gouweleeuw nicht nur die Binde beim FCA, sondern wurde auch auf die Doppelsechs zurückbeordert. Mit seinem starken linken Fuß zieht der Schweizer dort die Fäden. Offensiv trat er schon mit einem Tor und drei Assists in Erscheinung.
Beim kicker ist Rieder der zweitbest benotete Mittelfeldspieler (2,50), bei FotMob kommt er auf ein 8,03er Rating. Noch ein paar Stats zu Rieders Saisonstart: Knapp 63 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine Laufdistanz von 44,7km.
ZM: Aleksandar Pavlovic (FC Bayern)

Das FCB-Eigengewächs hat eine WM zum Vergessen gespielt. Ganz anders lief es für den 22-Jährigen zum Bundesliga-Start. An der Seite von Joshua Kimmich konnte sich Pavlovic wieder gewohnt ball- und passsicher zeigen (beste Passquote der Münchner mit 93,39%). Ein Tor und eine Vorlage hat er auch schon auf dem Konto.
Beim kicker liegt er im Notenschnitt der Mittelfeldspieler auf einem geteilten sechsten Rang (2,75), bei FotMob unter den zentralen Mittelfeldakteuren auf Rang eins (8,18)!
Yuito Suzuki (SC Freiburg)

Im Sommer 2025 kam Suzuki für zehn Millionen Euro Ablöse von Bröndby IF zum SC Freiburg. Durchgestartet im Breisgau ist der Japaner aber jetzt erst so richtig. Nicht nur wegen seiner vier Tore ist der 24-Jährige zum Saisonstart die prägendste Figur in Freiburgs Offensive. Nach dem Manzambi-Abgang hat sich Suzuki auf der Zehn nun eine feste Position geschnappt, von wo aus er immer wieder auch in die Spitze vorstoßen kann.
Beim kicker belegt auch der Japaner in Sachen Notenschnitt Rang sechs unter allen Mittelfeldspielern (2,75). Bei FotMob liegt er unter den offensiven Mittelfeldspielern mit einem Sahne-Rating von 8,05 ganz vorn.
Honorable mentions: Jobe Bellingham (BVB), Maximilian Eggestein (SC Freiburg), Ibrahim Maza (Leverkusen)
Angriff
RA: Michael Olise (FC Bayern)

Apropos Sahne-Rating: Das hat nach dem Saisonstart auch Bayern-Star Michael Olise. Bei FotMob wird er mit 8,48 bewertet! Wenig verwunderlich, schließlich liegt der Franzose nach vier Spielen schon bei vier Toren und drei zwei Assists. Nach der Gala beim 7:0 über Union Berlin war am 24-Jährigen kein Vorbeikommen mehr.
MS: Phillip Tietz (Mainz 05)

Auf der Neuner-Position haben wir zum Saisonstart die Qual der Wahl. Matanovic, Schick, Grüll, Guirassy, Becker, vielleicht sogar Füllkrug – sie alle hätten einen Platz in der Topelf verdient. Entschieden haben wir uns aber für Phillip Tietz, der in Mainz weiter aufblüht. Satte vier Tore und einen Assist hat der 29-Jährige schon auf dem Konto.
Beim kicker hat er lediglich einen Notenschnitt von 3,38. Bei FotMob liegt Tietz mit einem Rating von 7,71 immerhin auf Platz sechs der Mittelstürmer.
Seine Mentalität und Führungsstärke ist aber nicht nur an Stats und Noten abzulesen. Diese Softskills geben für uns vorerst den Ausschlag für seine Wahl.
Gemessen am kicker-Notenschnitt (2,13) und FotMob-Rating (8,08) hätte Freiburgs Igor Matanovic den Vorzug erhalten müssen.
LA: Marco Grüll (Werder Bremen)

Die vielleicht größte Überraschung in dieser Topelf. Bei Marco Grüll haben in der Vergangenheit selbst Werder-Fans häufig die Augen verdreht. In der neuen Runde dreht der 28-jährige Österreicher als Linksaußen aber plötzlich auf. Und das, nachdem er in der Sommer-Vorbereitung noch teilweise als Rechtsverteidiger aushelfen musste.
Grüll ist gemeinsam mit Olise der Topscorer der Liga! Der achtfache ÖFB-Nationalspieler hat zwei Tore und vier Assists auf dem Konto. Beim kicker gibt es dafür einen Notenschnitt von 2,63 (Platz zehn unter allen Mittel- und Flügelstürmern). Bei FotMob liegt Grüll bei den Flügelstürmern hinter Olise auf Rang zwei, garniert mit einem 8,22er Rating.
Honorable mentions: Younes Ebnoutalib (Frankfurt), Sheraldo Becker (Mainz), Patrik Schick (Leverkusen), Serhou Guirassy (BVB), Igor Matanovic (Freiburg)
Die Bundesliga-Topelf zum Saisonstart im Überblick
Dahmen - Baku, Anton, Ginter, Gutierrez - Rieder, Pavlovic, Suzuki - Olise, Tietz, Grüll
