Die Zeit von Malik Tillman bei Bayer Leverkusen kann man bislang getrost als Missverständnis bezeichnen. Den jüngsten Tiefschlag für den 24-Jährigen gab es beim 2:4 gegen den VfB Stuttgart, als er von den eigenen Fans bei seiner Einwechslung ausgepfiffen wurde.
In Folge dessen wurde die Möglichkeit eines Abgangs im Winter wieder aufgewärmt. Dieser scheint immer noch möglich, wenngleich Leverkusen den Glauben in den US-Nationalspieler noch nicht aufgegeben hat. Doch Trainer Carles Martinez richtet jetzt deutliche Worte an seinen Schützling.
Martinez mit Ansage an Tillman
"Er ist Fußballer, er muss sich durchbeißen. Wenn er die Chance hat, zu spielen, muss er zeigen, dass er der Mannschaft mit seinem Fußball helfen kann."Carles Martinez
"Malik ist jung und hat viel Talent, muss aber seine Stimmung und seine beste Version finden. Es geht nicht nur um Talent, sondern auch darum, effizienter zu sein, im Angriff und im Umgang mit den Fans.(...) Im Fußball erlebt man aber manchmal Tage oder Wochen wie diese. Jetzt ist er vielleicht nicht in seiner besten Stimmung, besonders wegen dieser Situation. Er ist Fußballer, er muss sich durchbeißen. Wenn er die Chance hat, zu spielen, muss er zeigen, dass er der Mannschaft mit seinem Fußball helfen kann", erklärte der Spanier.
Anschließend ergänzte er: "Ich rede viel mit ihm. In manchen Momenten braucht er vielleicht etwas Zeit, um ruhig zu werden. Seit der Vorbereitung habe ich viel mit ihm gesprochen, um die Balance zu finden zwischen den emotionalen und den taktischen, fußballerischen Dingen."
Die Botschaft für Tillman ist also klar: Er muss mental stärker und vor allem resilienter werden. Am besten schafft er das durch gute Leistungen auf dem Platz.
Medina unterstützt
"Die Situation, die er gerade durchmacht, tut mir etwas leid. Denn ich bin mir sicher: Wenn er sich noch ein bisschen mehr wappnet – vor allem mental –, kann er uns extrem viel geben."Facundo Medina
Auch Teamkollege Facundo Medina schlägt ins gleiche Horn wie sein Trainer. "Es kann uns alle treffen, dass wir ausgepfiffen oder beschimpft werden – das gehört zum Fußball. Man muss offen für Kritik sein", erklärte der argentinische Vize-Weltmeister.
Gleichzeitig erklärt er aber auch: "Malik ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Die Situation, die er gerade durchmacht, tut mir etwas leid. Denn ich bin mir sicher: Wenn er sich noch ein bisschen mehr wappnet – vor allem mental –, kann er uns extrem viel geben. Ich will genau diesen Malik in meiner Mannschaft und in unserer Gruppe haben, der uns guttut und der nicht nur uns Mitspielern, sondern allen hier im Klub noch viel Freude bereiten wird."
