Nachdem die Premier League nach einem langwierigen Verfahren Manchester City in 114 der 115 angeklagten Punkten wegen grober Verstöße gegen die Finanzregeln und mangelnder Kooperation bei der Ermittlungsarbeit für schuldig befunden hatte, bestätigte eine unabhängige Kommission den Schuldspruch für den Zeitraum zwischen 2009/10 und 2017/18 (90min berichtete).
Den Skyblues drohen nun drakonische Strafen. Von satten Geldbußen über Punktabzüge bis hin zum Zwangsabstieg und der Aberkennung von Titeln scheint derzeit noch alles möglich zu sein.
Im besagten Zeitraum errungen die Cityzens drei ihrer insgesamt zehn englischen Meisterschaften. Sollten die drei Premier-League-Titel aberkannt werden, würden zwei Meisterschaften an Stadtrivale Man United (11/12 und 17/18) gehen, ein Titel an den FC Liverpool (13/14).
Diskutiert wird auf der Insel aktuell auch über einen Abstieg von Man City sogar bis in die drittklassige League One.
Man Citys künstlich aufgeblähte Sponsoringverträge (nach dem Urteil der unabhängigen Kommission)

Premier-League-Klubs fordern schnelle Umsetzung der Bestrafung
Befürchtet wird allerdings, dass sich die rechtskräftige und tatsächliche Bestrafung des Klubs noch länger hinziehen könnte. Die Times berichtet nun, dass sich dagegen bei der Premier-League-Konkurrenz bereits Widerstand regt. Demnach werde gefordert, dass das Strafmaß bis Ende der aktuellen Saison feststehen soll, damit es ab 27/28 in Kraft tritt.
Ein namentlich nicht genannter Vereinschef wird wie folgt zitiert: "Die neuen Vorschriften bezüglich der Fristen für Berufungsverfahren müssen gelten. Wir haben alle viel zu lange gewartet, und es ist höchste Zeit, dass diese ganze Angelegenheit ein Ende findet. Viele Vereine sind der Ansicht, dass es nach all der Zeit einfach inakzeptabel wäre, wenn sich das Verfahren über das Saisonende hinausziehen würde."
Die Klubbosse bei Man City sind derweil weiter zuversichtlich, dass der Klub ohne Strafen davonkommt und beteuern ihre Unschuld. Vorstandsboss Khaldoon Al Mubarak hatte am Samstag einen offenen Brief dazu veröffentlicht.
"Das Verfahren der Premier League hat noch einen langen Weg vor sich, und unsere Zuversicht und Entschlossenheit, die Unschuld des Vereins zu beweisen, sind genauso groß wie zu Beginn", heißt es darin unter anderem.
Guardiola steht "hinter meinem Verein"
Den Skyblues zur Seite sprang jetzt auch öffentlich Pep Guardiola. Von 2016 bis vergangenen Sommer prägte der Spanier eine Dekade bei den Cityzens. Guardiola gewann sechs Premier-League-Titel, die Champions League 2024 und holte elf Pokalsiege (fünfmal Ligapokal, je dreimal FA-Cup und Superpokal).
Über seine Social-Media-Kanäle teilte der 55-Jährige mit: "Ich möchte, dass jeder einzelne Manchester-City-Fan auf der ganzen Welt weiß, dass ich für euch da bin – mehr denn je. Ich stehe hinter meinem Verein, meinem Eigentümer, meinem Vorsitzenden, Ferran [Soriano, Geschäftsführer], den Spielern, den Mitarbeitern, Enzo [Maresca] und euch, unseren einzigartigen Fans – das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Lasst mich eines klarstellen: Wir werden das gemeinsam durchstehen. Ich liebe euch alle."
Guardiola hatte schon während seiner Amtszeit als City-Coach stets betont, dass er von der Unschuld des Klubs überzeugt sei. Wäre das nicht der Fall, hätte er seinen Posten schon längst aufgegeben gehabt, so der Star-Coach.
Ob Guardiolas Worte Man City vor den bevorstehenden Strafen schützen werden, darf aber bezweifelt werden. Mit dem Schuldspruch der unabhängigen Kommission scheint ein Ausweg für den Klub kaum noch möglich.
