Der FC Liverpool kommt in dieser Saison einfach nicht so richtig in Schwung. Erst setzte es am letzten Wochenende eine 0:1-Niederlage in der Premier League gegen den FC Arsenal, dann geriet auch noch das Spiel gegen Fenerbahçe Istanbul in der Champions League zum Fiasko.
Mit 2:3 verloren die Reds gegen den türkischen Vertreter – und das, obwohl sie nach 70 Minuten noch mit 2:1 führten. Doch Archie Brown und Vedat Muriqi bogen die Partie noch um und sorgten so für ein böses Erwachen der Reds.
Defensive im Kritik-Kreuzfeuer
Nach der erneut ausbaufähigen Leistung wurde die Mannschaft von Andoni Iraola von der Presse förmlich in der Luft zerrissen. Der Hauptfokus lag dabei auf der, laut dem Telegraph, "vogelwilden Abwehr", die für die Zeitung den Sieg leichtfertig "weggeworfen" habe.
Der Guardian fällte ein ähnlich vernichtendes Urteil: "Es herrschte schiere Anarchie in Liverpools Strafraum. Beim Siegtor flankte Archie Brown den Ball fast in Zeitlupe in den Sechzehner – und Muriqi durfte völlig unbedrängt über drei Verteidiger hinweg einköpfen. Liverpool ist in der Türkei defensiv komplett auseinandergefallen."
ESPN wiederum stellte Iraolas Aufstellung in Frage. "Liverpools 500-Millionen-Dollar-Sturmreihe versagt", titelte der Sender und kritisierte das Experiment, ohne echten Mittelstürmer zu beginnen und Bradley Barcola stattdessen als falsche Neun auflaufen zu lassen.
"Selbst Liverpools millionenschwere Bank konnte eine Mannschaft nicht retten, die in Istanbul völlig den Faden verlor. Diese chaotische Leistung wurde von Fenerbahce eiskalt bestraft", schreibt ESPN in seinem vernichtenden Fazit weiter.
Iraola überfordert?
Der Telegraph stieß in ein ähnliches Horn und fragte provokant, weshalb Cody Gakpo, der das zwischenzeitliche 2:1 von Alexander Isak auflegte, überhaupt auf der Bank saß – und weshalb er im Sommer lange als ein Verkaufskandidat galt.
Es rumort also ordentlich an der Anfield Road, Iraola hat es bislang nicht geschafft, die Reds nach der inkonstanten letzten Saison zu stabilsieren. In der Liga liegt Liverpool schon neun Punkte hinter Tabellenführer Arsenal, während der Auftritt gegen Fenerbahçe Sorgen bereiten muss. Es kann folglich nur besser werden.
