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Hannover 96 gibt großen Boldt-Knall bekannt

Vor wenigen Wochen holte Jonas Boldt noch Sandro Wagner zu Hannover 96. Nun muss der Sport-Geschäftsführer seine Sachen packen.
VonFranz Krafczyk
Jonas Boldt ist seinen Job schon wieder los
Jonas Boldt ist seinen Job schon wieder los | picture alliance/GettyImages

Nach dem knapp verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison sollte bei Hannover 96 nun alles besser werden. Im Sommer übernahm Jonas Boldt das Amt des Sport-Geschäftsführers und installierte Sandro Wagner im September als neuen Trainer. Doch nur wenige Wochen später ist Boldt seinen Job schon wieder los.

Wie die Niedersachsen am Samstag in einer kurzen Pressemittelung bekannt gaben, wurde Boldt mit sofortiger Wirkung entlassen. "Der für die Bestellung der Geschäftsführung zuständige Aufsichtsrat der Hannover 96 Management GmbH hat sich einstimmig auf die Abberufung Boldts verständigt. Die Entscheidung gilt mit sofortiger Wirkung. Henning Bindzus ist damit alleiniger Geschäftsführer der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA", teilte der Zweitligist mit.

Intern soll es schon seit längerer Zeit große Vorwürfe gegen den 44-Jährigen gegeben haben. Boldt hat die sportliche Misere gewissermaßen mitzuverantworten. Dass Hannover nach neun Spielen auf Platz 16 steht, anstatt um den Aufstieg in die Bundesliga mitzuspielen, ist in den Augen der Verantwortlichen auch eine Folge des verkorksten Transfersommers. Dabei konnte Boldt abgewanderte Leistungsträger wie Enzo Leopold (Borussia Mönchengladbach), Noel Aseko (jetzt Eintracht Frankfurt) oder Daisuke Yokota (Glasgow Rangers) nicht adäquat ersetzen.

Wie fest sitzt Wagner jetzt noch im Sattel?

Und auch bei der Trainerwahl lag Boldt womöglich daneben. Trotz großer Erwartungen startete Wagner mit nur einem Unentschieden und drei Niederlagen bei 96. Besonders schmerzhaft war die Derbyniederlage bei Eintracht Braunschweig (0:2) am vergangenen Wochenende. Nach nur wenigen Wochen könnte also auch der 38-Jährige schon bald wieder seine Koffer packen.

Boldt sicherte Wagner seine Rückendeckung auch unter der Woche nach dem Pokal-Ausscheiden gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:2) zu, doch nun hält er das Zepter in Hannover nicht mehr in der Hand. Laut Bild stünde mit U23-Trainer Lars Barlemann eine mögliche Interimslösung parat, sollte Wagner nicht für die Wende sorgen können. Die nächste Gelegenheit dafür bekommt er beim Krisenduell gegen Dynamo Dresden (Sonntag, 13:30 Uhr). Es könnte bereits seine letzte sein.


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