Was sich bereits im Laufe der Saisonvorbereitung abgezeichnet hatte, hat sich in den ersten vier Spieltagen der Bundesliga soweit bestätigt: Der FC Schalke ist vor dem gegnerischen Tor viel zu ineffizient.
Während insgesamt nur vier Gegentore hingenommen werden mussten, wovon immerhin drei aus dem ersten Spiel beim FC Augsburg stammen, wurden aber bislang auch nur drei eigene Treffer erzielt – und das in lediglich einem einzigen Spiel. Ganze dreimal blieb der S04 also torlos. Ebenso offensichtlich wie trotzdem wahr: Ohne eigene Tore wird es schwierig, Spiele zu gewinnen.
Schalke holt aus den Torchancen viel zu wenig heraus: Größter xG-Underperformer der ganzen Liga
Doch woran liegt es, dass die Mannschaft von Miron Muslic in der Offensive bislang so ungefährlich erscheint? Ein Blick in die detailllierteren Statistiken macht es deutlich: Es liegt soweit nicht an der grundsätzlich fehlenden Torgefahr, wenngleich diese auch noch ausbaufähig ist. Viel eher macht Schalke aus den Chancen, die es gibt, einfach viel zu wenig.
Das Portal Understat liefert die entsprechenden Daten: Mit einem bislang kummulierten xG-Wert ('expected goals') von 6,58 stehen die Gelsenkirchener auf dem 13. Tabellenplatz. Das ist nicht sonderlich gut, für einen Aufsteiger aber auch soweit nicht überraschend. Die beiden Mitaufsteiger des SC Paderborn (18.) und der SV Elversberg (14.) sogar noch dahinter.

Das Problem jedoch: Schalke hat damit umgerechnet 3,58 xG liegen lassen, wurden doch erst drei Tore erzielt. Auf einzelne Spiele mag der xG-Wert umstritten und wenig aussagekräftig sein, doch je größer die Menge an Spielen, desto mehr kann diese Statistik genutzt werden.
Mit diesem Minus von 3,58 xG hat Schalke das größte Minus in der gesamten Bundesliga vorzuweisen. Das heißt konkret: Keine andere Mannschaft hat einen so großen Malus zwischen der theoretisch erspielten Anzahl und der tatsächlich erzielten Anzahl von Toren wie der S04. Das Problem ist also die Ineffizienz – und genau das hat sich schon in der Saisonvorbereitung abgezeichnet.
Eine gute Defensive bringt bei offensiver Ineffizienz nicht sonderlich viel
Es war soweit klar, dass Schalke mit dieser Schwäche in die Saison gehen wird. Moussa Sylla ist kein eiskalter Torjäger, auch Junior Adamu hat sich bei all seiner bislang spielerischen Klasse keinen Ruf als Knipser erarbeitet. Lediglich Edin Dzeko ist soweit in der Lage, halbwegs regelmäßig auch aus einer Halbchance einen Treffer zu erzielen. Allerdings hat der 40-Jährige bisher lediglich 86 Liga-Minuten sammeln können, wurde soweit also im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht richtig eingesetzt.
Ein Aufsteiger wird in der Regel weder viele noch allzu große Torchancen bekommen. Umso wichtiger ist es also, die wenigen Chancen bestmöglich zu nutzen. Das macht Schalke bislang nicht. Die weitestgehend stabil wirkende Defensive ist ein potenzieller Vorteil, den die Muslic-Truppe aber auch nur dann im Sinne des Klassenerhalts ausnutzen kann, wenn die wenigen Gegentore auch für Siege reichen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass selbst Partien mit nur einem oder gar ganz ohne Gegentreffer auch nur für einen Punkt reichen.
