Kaum ein Thema bestimmte den spanischen Transfersommer so sehr wie die Posse um Julian Alvarez. Der FC Barcelona machte aus seinem Interesse am argentinischen Weltmeister keinen Hehl, Atletico Madrid wiederum dachte gar nicht daran, seinen Starstürmer zum direkten Konkurrenten ziehen zu lassen. Es folgten öffentliche Spitzen von beiden Seiten, gegenseitige Vorwürfe und ein Transferpoker, der weit über das übliche Geplänkel hinausging.
Am Ende gab es keinen wirklichen Gewinner. Alvarez blieb von den eigenen Fans geschmäht in Madrid, Barça musste ohne seinen Wunschstürmer weitermachen und das Verhältnis zwischen den beiden Klubs hatte erheblichen Schaden genommen. Alvarez war allerdings längst nicht der einzige hochkarätige Angreifer, bei dem Barça im Sommer einen erfolglosen Vorstoß wagte.
Barça blitzte auch bei Lautaro Martinez ab
"Ich wollte Lautaro um jeden Preis."Laporta (Corriere dello Sport)
Wie Präsident Laporta nun im Gespräch mit dem italienischen Corriere dello Sport selbst verriet, wollten die Katalanen auch Lautaro Martinez von Inter Mailand verpflichten. "Ich wollte Lautaro um jeden Preis", sagte Laporta, der anschließend ins Schwärmen geriet: "Er ist ein unglaublicher Fußballer. Wir wollten uns die Chance auf ihn auf keinen Fall entgehen lassen."

Laporta griff demnach sogar selbst zum Telefon und kontaktierte Inter-Präsident Giuseppe Marotta. Viel Verhandlungsspielraum bekam er allerdings nicht. "Ich habe Präsident Marotta angerufen, und er sagte mir, dass der Spieler nicht zum Verkauf stehe", berichtete Laporta. Auch ein möglicher Wechselwunsch von Martinez hätte daran offenbar nichts geändert.
Inter habe klargemacht, dass der Klub seinen Kapitän unbedingt behalten wolle. "Aus Respekt vor Beppe, den ich sehr schätze, haben wir die Sache daraufhin nicht weiterverfolgt", erklärte Laporta.
Damit kassierte Barça im Sommer gleich bei zwei argentinischen Top-Stürmern eine Absage. Im Nachhinein dürften die Verantwortlichen in Barcelona damit allerdings deutlich besser leben können als noch während der Transferperiode.

Raphinha federt Absagen ab - droht nun aber auszufallen
Denn Raphinha lässt die Diskussion über die gescheiterten Stürmer-Transfers derzeit mit Toren am Fließband verstummen. Der Barça-Kapitän ist unter Hansi Flick zum absoluten Unterschiedsspieler geworden und kommt in neuer Position als Mittelstürmer nach acht Pflichtspielen bereits auf 14 Treffer und drei Vorlagen. Dass weder Alvarez noch Martinez nach Barcelona wechselten, scheint sich angesichts dieser Zahlen bislang eher als Glücksfall denn als Problem zu erweisen.
Allerdings droht Raphinhas Lauf nun unfreiwillig gestoppt zu werden. Der Brasilianer zog sich beim 4:2 seiner Nationalmannschaft gegen Australien eine Verletzung am rechten Oberschenkel zu und reist vorzeitig nach Barcelona zurück. Der brasilianische Verband sprach zunächst von einem leichten Muskelödem. Weitere Untersuchungen bei Barça sollen nun zeigen, ob Raphinha nach der Länderspielpause aussetzen muss.
