Trotz der jüngsten Ausfälle in der Offensive sehen die Bayern-Bosse den Kader weiter so gut aufgestellt, dass man im Januar-Transferfenster nicht nachjustieren möchte. Ein durchaus riskanter, aber auch nachvollziehbarer Plan. Schließlich hatte die Herangehensweise mit einem kleineren Kader schon in der vergangenen Saison Früchte getragen. Und auch jetzt war beim 2:0-Sieg gegen Atletico zu sehen, dass die Münchner namhafte Ausfälle gut kompensieren können.
Ein weiterer Vorteil: Auch die vermeintlichen Backups sind wichtig und kommen regelmäßiger zum Zug. Auf der anderen Seite steigt bei den zahlreichen englischen Wochen auch die Belastung. Schon im Sommer war deshalb von einigen moniert worden, dass man dringend ein Backup für Luis Diaz auf Linksaußen bräuchte.
Stattdessen setzten Sportvorstand Max Eberl und Co. aber lieber auf Allrounder Ismael Saibari. Mit Nathaniel Brown ist auch der zweite große Sommer-Neuzugang ein polyvalenter Spieler.
FC Bayern blickt schon auf Sommer 2027 voraus
Die aktuelle Haltung für den Winter bedeutet aber sicher nicht, dass die Bayern die Augen für potenzielle Kader-Verstärkungen verschließen. Laut Bild ist geplant, dass kommenden Sommer ein weiterer Star-Spieler für die Offensive hinzukommen soll. Dank des wieder prall gefüllten Festgeldkontos dürfte das finanziell ohne große Schwierigkeiten umsetzbar sein. Die FCB-Bosse betonen aber immer wieder, dass man nur viel investieren möchte, wenn es auch Sinn ergibt.
Ein weiterer Flügelstürmer, der bevorzugt auf der linken Offensivseite zum Einsatz kommt, würde für 26/27 sicher Sinn ergeben. Laut Bild haben die Bayern dafür unter anderem zwei Spieler auf der Liste, die sehr interessant sind.
Eberl ein Nusa-Fan

Einer von ihnen spielt schon in der Bundesliga und ist zu Saisonbeginn mächtig durchgestartet: Antonio Nusa. Der 21-jährige Norweger legt in seiner dritten Spielzeit für Leipzig endlich auch gute Scorer-Zahlen auf. Nusas großes Talent war nie bestritten. 26/27 kommt auch die nötige Effektivität hinzu. Seine zehn Scorer (vier Tore und sechs Assists) sind ein neuer RBL-Bundesligarekord nach acht Spieltagen.
Laut Bild ist Eberl ein Fan und sehr überzeugt von den Qualitäten des Rechtsfußes, weshalb Nusa schon im vergangenen Sommer auf der Liste gestanden habe. Da wäre Nusa vielleicht noch etwas erschwinglicher gewesen. Sein Marktwert hat der 21-Jährige mit einer guten WM und einem überragenden Saisonstart 26/27 auf geschätzte 45 Millionen Euro nach oben geschraubt – Tendenz: weiter steigend.
Keine Ausstiegsklausel: Nusa-Transfer wäre für Bayern teuer und schwierig
Weil Nusa zudem in Leipzig noch bis 2029 unter Vertrag steht, der laut kicker keine Ausstiegsklausel enthält, müssten interessierte Klubs wohl noch deutlich tiefer in die Taschen greifen. Kaum vorstellbar, dass Nusa unter 60 bis 70 Millionen Euro zu haben wäre. Neben den Bayern gelten längst auch Klubs aus der Premier League als stark interessiert.
Porto-Youngster Pietuszewski weit oben auf Bayern-Liste

Etwas erschwinglicher, dafür aber noch etwas mehr Projekt wäre dagegen der erst 18-jährige Pole Oskar Pietuszewski. Wie die Bild weiter berichtet, steht auch der Linksaußen des FC Porto auf der FCB-Liste. Pietuszewski war erst Anfang des Jahres für knapp neun Millionen Euro aus der Heimat zum portugiesischen Tabellenführer gewechselt. Seither hat sich sein geschätzter Marktwert mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei 25 Millionen Euro.
Wegen einer Muskelverletzung konnte der Youngster in der laufenden Spielzeit erst viermal auf dem Platz stehen (ein Tor). In der vergangenen Rückrunde konnte der sechsfache polnische A-Nationalspieler in Porto direkt durchstarten. In 16 Ligaspielen, davon elf von Beginn an, steuerte er drei Tore und vier Assists bei.
Laut Bild wird Pietuszewski von den Bayern-Scouts sehr geschätzt und daher intensiv beobachtet. In Porto ist sein Arbeitspapier noch langfristig bis 2031 gültig. Allerdings enthällt der Vertrag eine Ausstiegskausel, die bei 60 Millionen Euro liegt. Neben den Bayern wurden auch schon Liverpool und der BVB als Interessenten gehandelt.
Bayern über Details informiert – Gespräche schon gestartet
Neben der Bild berichtet auch Sky vom Bayern-Interesse an Pietuszewski. Demnach sei Eberl auch ein "großer Fan" des jungen Polen. Laut Transferexperte Florian Plettenberg ist der 18-Jährige "ein heißes Thema" für Sommer '27 in München.
Demnach haben sich die Bayern bereits über alle Details eines möglichen Transfers informiert und sogar schon Gespräche geführt.
Eli Junior Kroupi kein heißes Thema mehr
Laut Plettenberg ist Pietuszewski daher ein Spieler auf der Shortlist der Bayern, die allerdings nicht in Stein gemeißelt ist. Bis es ernsthafte Transfer-Versuche gibt, kann sich am Ranking der Liste noch etwas ändern. Stand jetzt sei allerdings der 20-jährige Bournemouth-Stürmer Eli Junior Kroupi kein heißes Thema mehr. Im vergangenen Sommer war Kroupi in München noch konkreter gehandelt worden. Allerdings steht der Youngster auch bei zahlreichen anderen Topklubs weit oben auf der Liste und wäre nochmal teurer als Pietuszewski und Nusa.
Moyha nicht auf Linksaußen-Shortlist der Bayern
Vergessen sollte man dagegen nicht Wael Moyha. Am 17-jährigen Gladbach-Juwel, das am Donnerstag erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft nominiert wurde, sollen die Bayern ebenfalls interessiert sein. Gladbach versucht derzeit den nur noch bis 2028 gültigen Vertrag zu verlängern.
In München soll man laut Plettenberg Moyha derweil aber nicht als klassischen Linksaußen betrachten, sondern eher auf der Zehner-Position sehen.
