Die Reise zur dänischen Nationalmannschaft hatte für den 26-Jährigen eigentlich mit einem kleinen persönlichen Highlight begonnen. Am vergangenen Donnerstag durfte Nartey beim 2:4 gegen Portugal nach seiner Einwechslung in der 80. Minute noch mitwirken. Es war sein insgesamt zweiter Einsatz im Nationaltrikot seines Heimatlandes.
Doch die Freude währte nur kurz. Beim 1:0-Sieg am Sonntagabend gegen Wales fehlte der flexibel einsetzbare Mittelfeldspieler bereits wieder komplett im Kader. Der bittere Grund: Nartey plagt sich erneut mit muskulären Problemen herum und hat die Heimreise nach Schwaben deshalb vorzeitig angetreten.
Für den hochveranlagten Profi ist es der nächste absolute Nackenschlag in einer Karriere, die gefühlt aus mehr Reha-Maßnahmen als aus Einsätzen auf dem Rasen besteht. Weit über 120 Pflichtspiele verpasste Nartey bereits verletzungsbedingt. Die historische Vizemeister-Saison 2023/24 fiel für ihn wegen eines schweren Knorpelschadens im Knie mit insgesamt 459 Tagen Pause sogar komplett ins Wasser.
Der Muskel-Fluch schlägt wieder zu
Nachdem er sich in der vergangenen Spielzeit 2025/26 stark zurückgekämpft hatte und mit starken Leistungen glänzte, schlug der Fluch in dieser Saison direkt zum Start wieder gnadenlos zu. Bereits im DFB-Pokal gegen Hansa Rostock im August musste Nartey nach nur neun Minuten mit einer schweren Muskelverletzung im Oberschenkel ausgewechselt werden.
Erst Mitte September feierte er gegen Borussia Dortmund ein kurzes, siebenminütiges Bundesliga-Comeback. Dass der Oberschenkel ausgerechnet jetzt bei der Nationalmannschaft wieder streikt, sorgt am Neckar für große Sorgenfalten.
Beim VfB Stuttgart und Trainer Sebastian Hoeneß wird man nun inständig hoffen, dass es sich bei der vorzeitigen Abreise des Pechvogels wirklich nur um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt.
Denn Nartey hat sich in dieser Saison als starke Option hinten rechts herausgestellt. Dort drückt trotz des guten Saisonstarts von Josha Vagnoman der Schuh. Lorenz Assignon fiel zuletzt länger aus und Nartey ging als eigentliche Nummer ein auf der Rechtsverteidiger-Position in die Saison.
