Für Robert Andrich hat sich bei Bayer 04 Leverkusen innerhalb kurzer Zeit vieles verändert. In der vergangenen Saison führte er die Werkself noch als Kapitän an, im Sommer verlor er sowohl das Amt als auch seinen Stammplatz. Der Klub legte ihm einen Wechsel nahe, doch der 32-Jährige blieb.
Inzwischen hat sich Andrich wieder näher an die Mannschaft herangearbeitet. Gegen Mainz in der Bundesliga und gegen Celje in der Europa League stand er jeweils über die volle Spielzeit auf dem Platz. Dass er weiterhin gebraucht wird, hat seine Situation verbessert – sämtliche Zukunftsfragen sind damit aber nicht beantwortet.
Andrich lässt einen Winterwechsel offen
Im Podcast Kerners 11 schloss der Mittelfeldspieler einen Abschied im kommenden Transferfenster nicht aus. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sich derzeit auf seine Aufgabe in Leverkusen konzentriert und nicht ständig nach dem nächsten möglichen Wechseltermin schaut.
"Ich bin vollwertiges Mitglied von Bayer Leverkusen", betonte Andrich. Besonders die Wertschätzung von Fans und Mitarbeitern bedeute ihm viel. Sein Vertrag beim Bundesligisten läuft noch bis zum 30. Juni 2028.
"Ich bin auch in einem Alter, wo man darüber sprechen kann, mal eine andere Erfahrung zu machen."Robert Andrich
Ein neuer Schritt könnte ihn erstmals ins Ausland führen. Bislang verbrachte Andrich seine gesamte Profikarriere in Deutschland, sammelte unter anderem bei Heidenheim und Union Berlin Erfahrungen. "Ich bin auch in einem Alter, wo man darüber sprechen kann, mal eine andere Erfahrung zu machen", erklärte er.
Warum der Abschied im Sommer ausblieb
Dass Andrich überhaupt noch für Bayer aufläuft, war zwischenzeitlich keineswegs selbstverständlich. Gemeinsam mit seinem Umfeld suchte er im Sommer intensiv nach einem anderen Verein. Eine passende Lösung fand sich allerdings nicht.
Dabei wollte der frühere Nationalspieler seine sportlichen Ansprüche nicht allein deshalb zurückschrauben, weil er in Leverkusen ins zweite Glied gerückt war. Ein Wechsel zu einem Bundesligisten im Abstiegskampf sei für ihn nicht die richtige Entscheidung gewesen, erläuterte Andrich.
Die veränderte Rolle musste er dennoch erst verarbeiten. Bei der Heim-EM 2024 gehörte er noch zum Stammpersonal der Nationalmannschaft, die WM 2026 begleitete er dagegen als TV-Experte. Parallel verlor er im Verein seine herausgehobene Position.

Andrich beschrieb offen, wie schwer es ihm mitunter falle, solche Rückschläge abzuhaken und sich im Training täglich neu zu beweisen. Sein Umfeld gebe ihm dabei wichtigen Rückhalt.
Die jüngsten Einsätze zeigen, dass er den Konkurrenzkampf angenommen hat. Ob seine Zukunft deshalb auch über den Winter hinaus in Leverkusen liegt, bleibt trotzdem offen.
