Die Tore schießt Niclas Füllkrug derzeit für Werder Bremen, die Diskussionen darüber reichen allerdings weit über den Osterdeich hinaus. Nach dem nächsten erfolgreichen Nachmittag rückte für den Angreifer am Samstagabend erneut eine Frage in den Mittelpunkt, die ihn seit Wochen begleitet.
Beim Besuch im ZDF-Sportstudio ging es um seine mögliche Rückkehr in die Nationalmannschaft – und um die jüngsten Aussagen von Jürgen Klopp. Der Bundestrainer hatte Füllkrugs Leistungen gewürdigt, zugleich aber dessen Alter bei der weiteren Planung ins Spiel gebracht.
Füllkrug reagiert gelassen auf Klopp
"Ich glaube, dass der Bundestrainer eine ziemlich klare Aussage getätigt hat. Jeder kann daraus interpretieren, was er interpretieren möchte", erklärte der Werder-Stürmer. Eine öffentliche Forderung nach seiner Nominierung verband er damit nicht.
"Wir haben in Deutschland eine neue Ära eingeläutet, wollen jung und dynamisch sein."Niclas Füllkrug
Stattdessen zeigte Füllkrug Verständnis für eine mögliche Neuausrichtung im DFB-Team. "Wir haben in Deutschland eine neue Ära eingeläutet, wollen jung und dynamisch sein. Das verstehe ich, wenn das der Fall sein sollte", sagte er und ergänzte: "Und wenn nicht, können wir immer noch darauf reagieren."
Für Spieler sei es grundsätzlich schwierig, sich zur Nationalmannschaft zu äußern, führte Füllkrug aus. Schließlich kenne man weder die Überlegungen der Verantwortlichen noch die Gründe für kommende Entscheidungen.
Für Klopp zählt auch die Perspektive
Klopp hatte zuvor bei DAZN auf die unterschiedlichen Zeithorizonte seiner Kaderplanung verwiesen. Füllkrug schieße zwar regelmäßig Tore, sei aber bereits 33 Jahre alt.

Eine Rückkehr schloss der Bundestrainer damit allerdings nicht aus. "In der Gegenwart kann das natürlich funktionieren, mittelfristig unter Umständen auch, langfristig müssen wir mal sehen", lautete seine Einschätzung.
Füllkrug selbst misst seinem Alter dagegen keine entscheidende Bedeutung bei. "Für mich war das in meiner Karriere nie ein Thema", betonte er im Sportstudio: "Wenn ein Jüngerer besser war als ich, hatte ich Verständnis dafür, wenn er gespielt hat."
Acht Tore halten die Diskussion am Laufen
Sportlich liefert der Angreifer weiterhin Gründe, sich mit ihm zu beschäftigen. Beim 3:2-Auswärtssieg in Mainz verwandelte er zwei Foulelfmeter und erhöhte sein Bundesliga-Konto auf acht Saisontore.
Damit traf Füllkrug bereits im sechsten Ligaspiel hintereinander. Eine solche Serie bei Werder war zuvor nur Rudi Völler in der Saison 1982/83 gelungen.

Als zusätzliche Motivation habe er Klopps Worte dennoch nicht benötigt, stellte Füllkrug nach der Partie klar. Er spiele für Werder und nicht für eine Nominierung.
Ob seine Form trotzdem mit einer Einladung belohnt wird, dürfte sich vor den nächsten Länderspielen zeigen. Im November trifft Deutschland auf Serbien und die Niederlande.
