Sportchef Thomas Kessler wird sich seine freie Zeit während der Länderspielpause definitiv entspannter vorgestellt haben. Die Hiobsbotschaften aus dem Testspiel gegen Viktoria Köln (2:2) zwingen die Verantwortlichen am Geißbockheim jedoch zum sofortigen Handeln.
Innerhalb von nur einer einzigen Halbzeit verletzten sich mit Neuzugang Thijs Dallinga und Ragnar Ache die beiden absoluten Hoffnungsträger im Kölner Sturmzentrum schwer. Wie der Geissblog und der Express übereinstimmend berichten, ist die Lage im Angriff nun extrem angespannt.
Während Ache nach seiner Muskelverletzung im Oberschenkel nur einige Wochen fehlen wird, zieht Dallingas Kreuzbandverletzung eine monatelange, schmerzhafte Reha nach sich. Nun stellt sich unweigerlich die große Frage: Muss der 1. FC Köln personell zwingend noch einmal nachlegen?
Der Markt der vereinslosen Profis

Da das offizielle Transferfenster geschlossen ist, dürfen die Geißböcke nur noch Spieler unter Vertrag nehmen, die bereits im Sommer ohne Verein dastanden. Große internationale Namen wie Karim Benzema oder Mauro Icardi lassen sich direkt aus allen Gedankenspielen streichen. Doch es gibt durchaus Profis mit Bundesliga-Vergangenheit.
Ein potenzieller Kandidat wäre der 36-jährige Joselu. Der gebürtige Stuttgarter und 17-fache spanische Nationalspieler bringt die Erfahrung aus 79 Bundesliga-Spielen (für Hoffenheim, Frankfurt und Hannover) mit. Die letzten beiden Jahre verbrachte er allerdings in Katar.
Auch Cedric Teuchert, der nach seinem US-Abenteuer aktuell in Hannover mittrainiert, oder der Ex-Hoffenheimer Ihlas Bebou wären theoretisch sofort verfügbar. Einen komplizierten Sonderfall stellt Dawid Kownacki dar: Der Ex-Düsseldorfer löste seinen Vertrag bei Werder Bremen erst Ende September auf und darf daher nach den offiziellen Statuten erst im Winter registriert werden.
Setzt Wagner auf interne Lösungen?
Die sportliche Leitung um Kessler wird die externen Optionen in den kommenden Tagen sicherlich genauestens abwägen. Ohnehin muss jedoch kritisch hinterfragt werden, ob ein vereinsloser Profi nach monatelanger Pause ohne Mannschaftstraining überhaupt eine direkte Soforthilfe für den harten Abstiegskampf darstellt.
Wahrscheinlicher ist daher zunächst eine interne Lösung für das anstehende Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Marius Bülter, der in der Vorsaison bereits als Mittelstürmer aushelfen durfte, hat aktuell wohl die besten Karten.
Zudem bringt sich der junge Said El Mala für eine schnelle Spitze in Position. Sogar der im Sommer eigentlich schon aussortierte Imad Rondic könnte in dieser extremen Notsituation plötzlich wieder zu einer ernsthaften Alternative für FC-Coach Wagner werden.
