Das DFB-Team tritt am vierten Spieltag der Nations League in Thessaloniki gegen Griechenland an. Die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klopp möchte Revanche für das misslungene Hinspiel in Augsburg nehmen, als man das griechische Abwehrbollwerk nicht durchbrechen konnte und letztlich mit 0:1 unterlegen war. Die Deutschen könnten sich ein Vorbild an die eigene Leistung von vor 14 Jahren nehmen.
Am 22. Juni 2012 gewann das DFB-Team mit 4:2 im Viertelfinale der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ihr letztes Pflichtspiel gegen Griechenland. Schaut man auf die Startelf von damals, fällt auf, dass einige spätere Weltmeister auf dem Platz standen. Insgesamt neun der Akteure holten zwei Jahre später in Brasilien den größten Titel ihrer Karriere, die Weltmeisterschaft.
Mit dieser brutalen Startelf besiegte Deutschland die Griechen damals in Gdansk:
Torwart: Manuel Neuer

Im Tor stand vor 14 Jahren, wie sollte es anders sein, Manuel Neuer. Im Alter von 26 Jahren hatte Neuer gerade seine erste Saison beim FC Bayern München hinter sich, nachdem er seinen Ausbildungsverein FC Schalke für satte 30 Millionen Euro verlassen hatte.
Gegen Griechenland konnte Neuer 2012 die Null nicht halten, weil Georgios Samaras (55. Minute) zum 1:1 und Dimitrios Salpingidis (89. Minute) per Elfmeter zum 2:4 aus griechischer Sicht einnetzten. Die Weiße Weste sicherte sich Neuer dann stattdessen zwei Jahre später im WM-Finale gegen Argentinien.
Im Sommer wagte Neuer nochmal ein Comeback im DFB-Tor, das allerdings kein glückliches Ende nahm. Auch der fünffache Welttorhüter konnte nichts an dem enttäuschenden Ausscheiden im Sechszehntelfinale gegen Paraguay (3:4 i.E.) ändern. Nun steht Neuer beim FC Bayern voraussichtlich vor seinem letzten Karrierejahr und überlässt seinem jungen Nachfolger Jonas Urbig, der auch beim DFB womöglich die zukünftige Nummer eins sein wird.
Abwehr: Boateng, Hummels, Badstuber, Lahm

Auch in der Abwehr zeigte sich die Dominanz der Bayern im DFB-Team: Jerome Boateng (Rechtsverteidiger), Holger Badstuber (Innenverteidiger) und Philipp Lahm (Linksverteidiger) waren 2012 für den deutschen Rekordmeister aktiv. Nur Mats Hummels (Innenverteidiger) spielte damals für den großen Konkurrenten beim BVB. Während Lahm mit seinem 1:0-Führungstreffer (39. Minute) die Partie eröffnete, lieferte Boateng einen schöne Flanke zum Assist für das 2:1 von Sami Khedira (61. Minute).
Aus der Verteidigung ist heute keiner der Spieler mehr aktiv. Zuletzt beendeten Boateng und Hummels ihre Karrieren im vergangenen Sommer. Bei Lahm ist es schon neun Jahre her, Badstuber hörte vor vier Jahren auf.
Bekanntermaßen wurden Lahm, Boateng und Hummels zwei Jahre nach dem Sieg gegen Griechenland Weltmeister. Gut möglich, dass auch Badstuber von Jogi Löw nominiert worden wäre, doch der Innenverteidiger fehlte mit einem Kreuzbandriss, der ihn ab Dezember 2012 fast zwei Jahre außer Gefecht setzte.
Mittelfeld: Khedira, Schweinsteiger, Reus, Özil, Schürrle

Im Mittelfeld nur ein Bayern-Akteur: Bastian Schweinsteiger. Schweini agierte gegen Griechenland auf der Doppelsechs mit Sami Khedira, der das schon besagte 2:1 für Deutschland erzielte. Die offensive Dreierreihe davor bestand aus Marco Reus (Rechter Flügel) und Andre Schürrle (Linker Flügel) auf den Außenbahnen sowie Mesut Özil im offensiven Mittelfeld.
Özil legte sowohl das 1:0 durch Lahm als auch den Treffer zum 3:1 von Miroslav Klose (68. Minute) auf. Reus war währenddessen selbst als Torschütze zum zwischenzeitlichen 4:1 (74. Minute) erfolgreich.
Und Reus stellt in diesem Fünfermittelfeld gleich zwei Ausnahmen dar: Der Ex-BVB-Profi ist der Einzige, der sich 2014 nicht zum Weltmeister krönen durfte, weil er sich ganz bitter im letzten Testspiel vor dem Turnier gegen Armenien (6:1) einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes zuzog. Außerdem ist Reus noch der einzige aktive Akteur, er steht bis Ende 2027 bei LA Galaxy in der MLS unter Vertrag.
Auch kurios: Schürrle präsentiert sich auf Social Media mittlerweile als Extremsportler und Bergsteiger. Gleichzeitig ist Özil in Istanbul zum Gym-Beast mutiert.
Angriff: Miroslav Klose

Wer darf im DFB-Sturm natürlich nicht fehlen? Miroslav Klose. Das Kopfballungeheuer nickte auch gegen Griechenland mal wieder den Ball zum 3:1 ein und assistierte zusätzlich beim 4:1 durch Reus.
Zwei Jahre später wurde Klose mit seinem Treffer im Halbfinale gegen Brasilien (7:1) zum zwischenzeitlich besten WM-Torschützen aller Zeiten. Seine 16 Tore wurden im Sommer jedoch von Kylian Mbappe (22 Tore) und Lionel Messi (21 Tore) überboten.
Mittlerweile ist Klose seit schon acht Jahren als Trainer aktiv - als einziger DFB-Spieler der damaligen Startelf. Seit 2024 leistet der 48-Jährige gute Arbeit als Cheftrainer beim 1. FC Nürnberg. In diesem Jahr könnte es für den Club vielleicht sogar für einen Aufstiegsplatz reichen. Zumindest stehen sie nach dem Saisonstart der 2. Bundesliga auf Rang zwei.
