Bei der AC Mailand ist der Umbau noch nicht abgeschlossen. Nach den Veränderungen im Sommer muss Klubbesitzer Gerry Cardinale nun die sportliche Führung neu ordnen. Die Entscheidung soll den Kurs der Rossoneri für die kommenden Jahre mitbestimmen.
Cardinale macht sich dabei keinen Zeitdruck. Im Interview mit der Gazzetta dello Sport betonte er, dass er noch nicht kurz vor einer Bekanntgabe stehe und sich nicht drängen lassen wolle. Er spreche mit mehreren Kandidaten, darunter auch Markus Krösche, dem früheren Sportvorstand von Eintracht Frankfurt.
Krösche ist nicht der einzige Kandidat
Die Personalie Krösche war zuletzt bereits als weit fortgeschritten gehandelt worden. Cardinales Aussagen zeichnen nun ein offeneres Bild: Der Deutsche sei Teil der Gespräche, aber nicht der einzige Name auf der Liste. Der Milan-Boss sprach von Gesprächen mit "den Besten im Fußball" und verwies auf den Zeitplan: Die Saison endet im Mai, das Transferfenster öffnet im Juni.
"Ich werde die Schlüssel des Klubs nie wieder einem Sportdirektor oder einem Leiter Fußball überlassen."Gerry Cardinale
Auch die Aufgabe selbst dürfte anders zugeschnitten sein als Krösches bisherige Rolle in Frankfurt. Cardinale sucht einen "Head of Football", der mit ihm zusammenarbeiten soll. Die Verantwortung für den sportlichen Bereich möchte der US-Investor also nicht vollständig abgeben. "Ich werde die Schlüssel des Klubs nie wieder einem Sportdirektor oder einem Leiter des Fußballs überlassen", sagte er sinngemäß.
Cardinale will die Kontrolle behalten
Hinter dieser Ansage steht der grundlegende Umbau des Klubs. Cardinale erklärte, er habe nach dem Umbruch im Sommer die direkte Kontrolle über die Vereinsführung übernommen. Das mache ihm zwar Freude, auf Dauer könne er diese Aufgabe neben seinem weiteren Beruf aber nicht allein ausfüllen. Zudem gebe es im Fußball qualifiziertere Fachleute als ihn.
Der neue Sportchef soll somit eine zentrale Rolle bekommen, aber in eine von Cardinale eng geführte Struktur eingebunden sein. Für Krösche wäre das ein wichtiger Unterschied zu seiner bisherigen Arbeit bei der Eintracht: In Mailand müsste er offenbar Entscheidungen mit dem Klubbesitzer abstimmen, statt allein die sportlichen Schlüssel in der Hand zu halten.

Sportlich hat Milan große Ziele. Cardinale sprach vom Wunsch, den Kader weiterzuentwickeln und perspektivisch um den Scudetto mitzuspielen. Dafür werde es wohl mehrere Transferfenster brauchen. Im Januar wolle der Klub dennoch "aggressiv und opportunistisch" auf dem Markt auftreten. Wer diesen Kurs künftig maßgeblich mitgestaltet, ist offen. Krösche bleibt im Rennen, doch eine schnelle Entscheidung stellte Cardinale ausdrücklich nicht in Aussicht.
