Am Samstagabend gelang es RB Leipzig zu keiner Phase des Spiels, die Gastgeber vor irgendwelche nennenswerte Probleme zu stellen. Entsprechend deutlich fiel auch der 6:1-Sieg des FC Bayern aus, der lediglich durch den späten Ehrentreffer in der Nachspielzeit ein bisschen getrübt wurde.
Bei diesem rundum gelungenen Auftritt der Münchener zeigte sich Joshua Kimmich in sehr guter Verfassung. Er war es auch, der mit seiner Vorlage für Luis Diaz den Führungstreffer in der zwölfen Spielminute einleiten konnte.
"Die ersten 60 Minuten waren auf einem anderen Level", gab es vom Kapitän auch ein großes Lob für den Auftritt seiner Mannschaft.
Matthäus hofft auf baldiges Ende der Diskussionen um Kimmich – Hamann hingegen mit klarer Kritik
Lothar Matthäus nutzte die Leistung von Kimmich anschließend, um ein klares Plädoyer für den zentralen Mittelfeldspieler zu halten. "Er ist ein absoluter Leader. Nicht nur heute, sondern schon über Jahre hinweg. Wer bei Bayern ein Leader ist, kann es auch in der Nationalmannschaft. Und er ist so wichtig", betonte der Sky-Experte auch in der Anwesenheit von Kimmich am Tisch.
Dass der inzwischen 116-fache Nationalspieler bei der vergangenen Weltmeisterschaft kein Faktor gewesen sei, hatte für Matthäus einen ebenso offensichtlichen wie deutlichen Grund: "Ich habe ihn schon während der WM auf einer anderen Position gesehen. Und wenn eine Mannschaft keinen Leader hat oder einen hat, der aber nicht auf der richtigen Position spielt, dann kann er der Mannschaft auch nicht helfen."
Das ist zugleich als nachträgliche Kritik an Julian Nagelsmann zu verstehen. Immerhin durfte Kimmich unter Jürgen Klopp wieder im Zentrum aufspielen.
"Mit seiner sportlichen und fußballerischen Qualität ist er aus keiner Mannschaft wegzudenken", betonte Matthäus zudem und erklärte seine Hoffnung, "dass die Diskussion langsam aufhört", ob Kimmich überhaupt noch eine Rolle im DFB-Team spielen sollte. Immerhin mache er "entscheidende Dinge" auf dem Platz, bringe zudem eine wichtige Energie, Persönlichkeit und Ausstrahlung mit.

Den völligen Gegensatz vertritt derweil Didi Hamann. Bei 'Sky90' wagte er die Prognose, dass Kimmich bei der Nationalmannschaft "schwer unter Druck" kommen wird. Auch die Kapitäns-Thematik würde sich dann "irgendwann von selber erledigen, weil andere spielen". Seine deutliche Ansage: "Für mich steht außer Frage, wenn wir morgen WM-Finale spielen, dass Pavlovic und Nmecha in der Mitte anfangen."
Nach inzwischen vier Weltmeisterschaften, bei denen Deutschland frühzeitig ausgeschieden ist, habe es laut Hamann auch genügend Gelegenheiten für einen vernünftigen Rücktritt für Kimmich gegeben. "Wie viele Chancen will er denn noch haben?", so die rhetorische Frage des TV-Experten.
