Vergangene Saison wurde Ex-Mittelfeld-Star Michael Carrick im Old Trafford noch als Heilsbringer gefeiert. Der 45-Jährige führte Manchester United zurück in die Champions League und wurde dafür mit einem bis 2028 gültigen Vertrag belohnt.
Doch seither scheint auch bei Carrick der "Trainer-Fluch" bei den Red Devils in der Post-Alex-Ferguson-Ära zugeschlagen zu haben. Denn seit Carrick vom Interims- zum festen Coach befördert wurde, läuft bei Man United nichts mehr zusammen.
Wettbewerbsübergreifend wartet United bereits seit acht Spielen auf einen Sieg. Davon gab es diese Saison ohnehin erst zwei. In der Premier League hängen die Red Devils mit sieben Zählern nach acht Spieltagen kurz vor der Abstiegszone. Das 0:3 im Old Trafford gegen den AFC Bournemouth am Sonntag war der vorläufige Tiefpunkt.
Man United gewährt Carrick Galgenfrist
Doch wer erwartet hätte, dass die United-Bosse Carrick jetzt vor die Tür setzen, sieht sich (vorerst) eines Besseren belehrt. Der 45-Jährige bleibt nach übereinstimmenden Berichten, u.a. von der BBC und The Athletic, vorerst im Amt. Das sei Ergebnis einer Krisensitzung am Montag gewesen. Carrick soll demnach mehr Zeit erhalten, um das Ruder doch noch herumreißen zu können.
Als Grund hierfür wird auch die Uneinigkeit der Chefetage bei der Trainerfrage angeführt. Kandidaten als Nachfolger wurden in den vergangenen Tagen einige gehandelt. Brighton-Coach Fabian Hürzeler hat wohl kein Interesse, wie es um Antonio Conte und Julian Nagelsmann steht, bleibt offen.

Carrick selbst schien nach der Pleite am Wochenende bereits mit seinem Aus gerechnet zu haben. "Es ist eine schwierige Situation. Wie geht es weiter? Ich weiß es nicht. Ich werde immer das tun, was für diesen Fußballverein am besten ist. Daran wird sich auch jetzt nichts ändern. Ich liebe meine Arbeit. Ich liebe die Verantwortung. Aber wir müssen abwarten und sehen, wie es weitergeht", so der United-Chefcoach.
Carrick-Endspiel gegen Chelsea?
Der nun am Dienstag ganz normal das Training seiner Mannschaft leitet und mindestens noch die kommende Partie gegen den FC Chelsea am Samstag (13:30 Uhr) erhalten wird. Im Anschluss geht es für die Red Devils knackig weiter: In der Champions League steht das Heimspiel gegen die AS Rom an, in der Premier League wartet noch Aston Villa vor der Länderspielpause. Ende November reist man dann zum FC Liverpool.
Doch spätestens vor dem Duell gegen die Reds nach der Länderspielpause dürfte die Trainerfrage im Old Trafford neu gestellt werden. Gelingen United unter Carrick gegen Chelsea, die Roma und Villa keine Erfolgserlebnisse, scheint eine Trennung unvermeidlich.
Fans sehen Carrick nicht als Schuldigen
Selbst wenn die Fans weiter hinter ihrem Coach stehen. Im Old Trafford wurde Carrick bei der herben Pleite gegen Bournemouth gefeiert, die Spieler und Klubführung dagegen harsch angegangen. Es scheint, als sei die Erklärung von Miteigentümer Sir Jim Ratcliffe aus dem Jahr 2024 weiter gültig.

Dieser sagte damals zur Zeit nach Trainer-Legende Sir Alex Ferguson: "Es gab eine ganze Reihe von Trainern, von denen einige sehr gut waren. Und keiner von ihnen war erfolgreich oder blieb besonders lange im Amt. Die einzige Schlussfolgerung, die man ziehen kann, ist, dass das Umfeld, in dem sie arbeiteten, nicht funktionierte."
