Kommt nach der Siegpremiere nun der Aufschwung? Bei Borussia Mönchengladbach ist die Erleichterung nach dem ersten Erfolg der Bundesliga-Saison noch spürbar, da kommen auch schon die nächsten guten Nachrichten.
Ganze zehn Spieler hatten beim überraschenden 3:2-Sieg in Stuttgart gefehlt. Doch das Lazarett könnte sich zeitnah deutlich leeren. Darauf ließ Gladbach-Trainer Alexander Blessin mit seinen Aussagen vor dem DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC (Dienstag, 20.45 Uhr) hoffen. Der Nachfolger von Eugen Polanski kann offenbar mit einer deutlich entspannteren Personalsituation in die nächsten Aufgaben gehen.
Castrop kehrt zurück, drei weitere Comebacks in Sicht - Rotation angekündigt
"Die Verletztenliste ist immer noch relativ lang, aber sie lichtet sich allmählich", leitete Blessin auf der Pressekonferenz am Montag ein. Den Anfang macht Jens Castrop. Der Mittelfeldspieler, der nach einer Schulteroperation seit Anfang August ausgefallen war, werde wieder am Dienstag wieder im Aufgebot stehen, "sofern nichts Unvorhergesehenes mehr passiert". Der 23-Jährige hatte zuletzt bereits wieder vollständig am Mannschaftstraining teilgenommen und seine Reha schneller als ursprünglich erwartet absolviert.

Für drei weitere Profis dürfte das Pokalspiel dagegen zwar noch zu früh kommen, doch schon beim Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Paderborn am Samstag (15.30 Uhr) könnte sich die Personalsituation noch einmal erheblich verbessern.
So stellte Blessin eine Rückkehr von Isac Lidberg in Aussicht. Der schwedische Angreifer hatte beim 1:2 gegen die TSG Hoffenheim wegen muskulärer Beschwerden im Oberschenkel vorzeitig ausgewechselt werden müssen und anschließend auch den Sieg in Stuttgart verpasst. Am Samstag soll er wieder eine Option sein.

Ähnlich sieht es bei Ko Itakura aus. Der japanische Innenverteidiger hatte sich Anfang Oktober einen Muskelfaserriss im Gesäßmuskel zugezogen, ist inzwischen aber wieder vollständig ins Mannschaftstraining integriert. Itakura werde "höchstwahrscheinlich am Samstag im Kader stehen", erklärte Blessin, der zudem klarmachte, wie er die englische Woche personell geastalten will.
"Wenn man drei Spiele innerhalb einer Woche bestreitet, muss man natürlich überlegen, welche Wechsel sinnvoll sind und wie man die Einsatzzeiten verteilt", sagte der Trainer: "Wir haben dafür einen Plan ausgearbeitet und werden auf jeden Fall rotieren."
Auch bei Kühn und Diks gibt es positive Zeichen
Bei Nicolas Kühn zeichnet sich indes ebenfalls ein Ende der langen Zwangspause ab. Die Leihgabe von Como 1907 fällt seit Anfang September mit einem Muskelbündelriss im Oberschenkel aus. Der 26-Jährige könne am Samstag wieder "eine Option sein", erklärte Blessin. Der Offensivspieler könnte also nach beinahe zwei Monaten Pause endlich wieder zum Einsatz kommen.
Eine weitere gute Nachricht gibt es von Kevin Diks. Der Abwehrchef hatte die Partie gegen Stuttgart aus privaten Gründen verpasst und wird laut Blessin am Dienstag oder Mittwoch zurückerwartet. Damit könnte der 30-Jährige ebenfalls bereits gegen Paderborn wieder zur Verfügung stehen. Für das Pokalspiel gegen Karlsruhe bleibt sein Einsatz dagegen offen.

Innerhalb weniger Tage könnten den Gladbachern somit bis zu fünf Spieler wieder zur Verfügung stehen. Besonders in der Defensive und im Angriff würde sich der Handlungsspielraum für Blessin dadurch deutlich vergrößern. Der Coach kündigte auch deshalb eine Rotation an. Nicolas Kühn macht Fortschritte
Diese Gladbach-Profis fehlen weiterhin
Vollständig geleert ist das Lazarett allerdings noch nicht. Insbesondere Kapitän Tim Kleindienst wird sich weiter gedulden müssen. Der frühere Nationalstürmer hatte zuletzt einen erneuten Muskelfaserriss erlitten und wird voraussichtlich erst nach der Länderspielpause im November wieder eine Option sein. Auch Enzo Leopold fehlt aufgrund seines Kreuzbandrisses weiterhin langfristig.
Während Fritz Fleck am kommenden Montag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll, ist noch offen, wann Franck Honorat und Jan Leszczyński zurückkehren. Honorat arbeitet sich nach einer Muskelverletzung zurück, Leszczyński hatte eine Kniestauchung erlitten und Fleck war zuletzt durch eine schwere Zerrung ausgebremst worden. Bei allen drei Spielern hatte Blessin bereits vor dem Stuttgart-Spiel Fortschritte beziehungsweise Hoffnung auf eine zeitnahe Rückkehr vermeldet. Konkrete neue Comeback-Termine liegen bislang jedoch nicht vor.
Die Personalsorgen sind damit zwar noch längst nicht vollständig ausgestanden. Nach dem erlösenden ersten Saisonsieg und den jüngsten Nachrichten aus dem Lazarett gibt es für die Borussia aber gleich mehrere Gründe, optimistischer auf die kommenden Aufgaben zu blicken.
