Mit vier Siegen aus vier Spielen und somit der vollen Ausbeute von zwölf Punkten, steht Borussia Dortmund zurzeit an der Spitze der Bundesliga. Damit kann der Klub aus dem Ruhrgebiet mit einem guten Gefühl in die erste Länderspielpause gehen und mit Selbstbewusstsein in die kommenden Aufgaben starten.
Doch während die Laune beim BVB wenig überraschend sehr gut zu sein scheint, ist die volle Punktausbeute nicht die ganze Wahrheit. Stattdessen scheint die Mannschaft von Niko Kovac schon jetzt spürbar überperformt zu haben – zumindest wenn es nach den Berechnungen des Datendienstleisters Opta geht.
Bei den sogenannten 'Expected Points', also den aufgrund der bisherigen Leistungen zu erwartenden Punkten, sind die Dortmunder der bislang größte Überperformer der ganzen Bundesliga: 7,3 Punkte dürfte der BVB bislang eigentlich haben, also fast fünf Zähler weniger als tatsächlich geholt wurden.
Normalerweise, so Opta, würde das in der bereinigten Tabelle nur den sechsten Platz bedeuten.

Mit dieser grundsätzlichen Aussage steht Opta auch nicht alleine da. Wenngleich die Zahlen an sich etwas unterschiedlich sind, etwa aufgrund einer leicht anderen Berechnungsgrundlage, so zeigt auch Understat den BVB als punktetechnisch größten Überperformer. Dort hat die Kovac-Truppe immerhin 8,1 Punkte verdient.
FootyStats wiederum ist sehr nah an Opta und wirft ebenfalls eine Fünf-Punkte-Differenz zwischen theoretisch erwarteten Punkten und der tatsächlichen Ausbeute aus.
BVB wiederholt Stärke der Saison – das kann ein Vorteil, aber zugleich auch ein Nachteil sein
Diesen Effekt, dass die Dortmunder mehr Punkte aus ihren Leistungen ziehen, als es vielleicht zu erwarten wäre, hat Kovac aber schon in der vergangenen Saison ausnutzen können. FootyStats und Understat weisen für die gesamte letzte Spielzeit eine Differenz von elf Zählern aus, die Schwarz-Gelb schlussendlich mehr auf dem Konto hatte.
Der jüngste 1:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart dürfte dafür ein gutes Beispiel gewesen sein: Der BVB hatte zwar einen besseren xG-Wert vorzuweisen, was eine der Berechnungsgrundlagen ist, doch hätte man sich auch nicht über ein torloses Unentschieden ärgern dürfen. Anstatt einen Punkt zu entführen, wurden erneut ganze drei mitgenommen.
Ein solch vermeintliches Überperformen hat einen großen Vor- wie Nachteil. Positiv ist, dass der BVB auch Spiele gewinnt, die anhand diverser Statistiken eigentlich nicht in einem Dreier enden müssten oder gar sollten – wenngleich Letzteres natürlich schwer einzuordnen ist. So wird eine Mannschaft immerhin titelreifer, das ist wohl kaum zu bestreiten.
Gleichzeitig kann es negativ sein, falls eine solche Serie dann irgendwann reißt. Dann müsste sich das Team umso mehr auf die Gesamtqualität und die taktischen sowie personellen Entscheidungen verlassen.
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