Beim 2:1-Sieg von Borussia Dortmund im Bundesligaspiel gegen die SV Elversberg sorgte vor allem eine üble Szene für reichlich Diskussionsstoff. Im Mittelpunkt: Daniel Svensson, Elversbergs Kapitän Lukas Pinckert und Schiedsrichter Harm Osmers.
Nach knapp zwanzig Minuten war Svensson im Kampf um den Ball zu spät gekommen und hatte Pinckert mit der offenen Sohle heftig am rechten Knöchel erwischt. Der Innenverteidiger knickte dabei um und musste behandelt werden. Zwar versuchte Pinckert zunächst weiterzuspielen, in der 37. Minute ging es für ihn aber endgültig nicht mehr weiter. Florian Le Joncour kam für den verletzten Kapitän in die Partie.
Für Lukas Pinckert geht es nicht weiter. Unser Kapitän muss verletzt vom Feld, nachdem er nach dem Foul von Svensson noch 15 Minuten auf die Zähne gebissen hatte. Für ihn jetzt in der Partie Florian Le Joncour.
— SV 07 ELVERSBERG (@SV07Elversberg) November 7, 2026
0:0 I 38. Minute#DieElv #UnsereElv #BVBELV
Das Brisante: Schiedsrichter Harm Osmers zeigte dem Dortmunder nicht einmal die Gelbe Karte. Eine Entscheidung, die auch im Sky-Studio für eine hitzige Diskussion sorgte. Während Dietmar Hamann von einem unglücklichen Zusammenstoß sprach und argumentierte, Svensson habe seinen Gegenspieler nicht gesehen und den Ball nur knapp verpasst, forderte Patrick Helmes einen Platzverweis.
Osmers ehrlich: "Vielleicht kann man sogar über Rot diskutieren"
Nach dem Spiel stellte sich Osmers selbst den kritischen Fragen und räumte dabei ein, dass seine Entscheidung zumindest teilweise falsch gewesen sei.
"Dass es noch nicht einmal Gelb war, lag daran, dass ich auf dem Spielfeld kaum eine Wahrnehmung von der Szene hatte", erklärte der Unparteiische bei Sky. Er habe das Einsteigen zunächst eher als Beinstellen wahrgenommen. "Aber natürlich ist das mindestens Gelb und sicherlich eine Szene, die vielleicht sogar an der Grenze ist. Vielleicht kann man sogar über Rot diskutieren", so Osmers.

Nach Ansicht der Fernsehbilder habe er seine Einschätzung entsprechend korrigiert. Allerdings sah Osmers auch Argumente, die gegen einen Platzverweis sprachen: "Für mich sah es so aus, dass Svensson erst einmal nur zum Ball orientiert ist, den Ball natürlich auch haarscharf verpasst. Dann kommt Pinckert auch in den Zweikampf rein und es gibt den unglücklichen Treffer, der natürlich schon ordentlich ist. Svensson zieht auch noch ein bisschen zurück, aber es ist sicherlich an der Grenze."
Eine Rote Karte sei dennoch "auf jeden Fall im Bereich des Möglichen gewesen". Für eine solche Entscheidung müsse er als Schiedsrichter allerdings eine "klare Überzeugung" und eine "klare Wahrnehmung" haben, betonte Osmers. "Rot nach 20 Minuten, dazu braucht man Überzeugung und Klarheit", erklärte er. Warum Osmers trotz seiner eingeschränkten Wahrnehmung nicht auf den VAR zurückgriff, blieb offen.
SVE-Coach Wagner hadert
Für Elversbergs Trainer Vincent Wagner war der Abend gleich doppelt bitter. Vor allem die Verletzung seines Kapitäns lag ihm schwer im Magen. Ob Pinckert länger ausfallen wird und wie schwer die Blessur tatsächlich ist, war unmittelbar nach der Partie noch unklar.
"Nah dran ist die Schwester von Scheiße."Vincent Wagner
Sportlich konnte Wagner seiner Mannschaft trotz der knappen Niederlage kaum einen Vorwurf machen. Die SVE hatte dem Favoriten über weite Strecken Paroli geboten und sich aus Sicht ihres Trainers mindestens einen Punkt verdient. Dass es am Ende dennoch nicht zu einem Punktgewinn reichte, kommentierte Wagner mit einer gehörigen Portion Galgenhumor: "Wie sagt man im Ruhrgebiet? Nah dran ist die Schwester von Scheiße."
