Rund um den FC Schalke ist in dieser Saison eine Diskussion um Edin Dzeko entbrannt, die Woche für Woche Fahrt aufnimmt. Denn anders als in der 2. Bundesliga, wo Dzeko mit seiner Präsenz und seinen Toren einen maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatte, ist er im Oberhaus bislang noch ziemlich wirkungslos.
Zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass Dzeko die Vorbereitung nicht vollumfänglich bestreiten konnte und nach körperlichen Problemen noch nicht bei 100% ist. Von daher ist es noch zu früh, ein finales Urteil darüber zu treffen, ob er mit seinen 40 Jahren nicht zu alt für die Bundesliga ist. Doch die erste Tendenz spricht gegen den Bosnier.
Die Bild hat bei drei ehemaligen S04-Torjägern nachgefragt, wie sie Dzekos Rolle und Wichtigkeit in dieser Saison einschätzen. Spoiler: Keiner der drei Befragten schreibt den Oldie ab – im Gegenteil.
Terodde, Huntelaar & Kuranyi glauben weiterhin an Dzeko
"Ein vermeintlich langsamer Stürmer in hohem Alter? Die Diskussion kenne ich nur zu gut!", ließ Simon Terodde verlauten. "Auch wenn Edin Dzeko natürlich ein absoluter Weltstürmer ist und man ihn kaum mit mir vergleichen kann. Aber ich halte von dieser Debatte ohnehin eher wenig, da ich sicher bin, dass Dzeko schon jetzt seinen Wert in der Kabine hat und ganz sicher auch noch auf dem Platz haben wird.“
Klaas-Jan Huntelaar und Kevin Kuranyi, die noch zu erfolgreichen S04-Zeiten für Königsblau stürmten, sehen zwar ein Problem in der Spielanlage des Aufsteigers, glauben aber dennoch, dass Dzeko noch seinen Wert unter Beweis stellen wird.
"Schalke wird nicht so viel offensiv spielen. Und wenn man auf Konter spielt, ist Dzeko natürlich nicht der richtige Mann", urteilte Huntelaar. Als Joker könne Dzeko trotzdem "noch eine große Rolle spielen", ergänzte der Niederländer. "Denn er weiß instinktiv, wo das Tor steht. Wird er eingewechselt, dann trifft er normalerweise auch. Er wird uns seine Wichtigkeit in dieser Saison noch zeigen!"
"Seine Rolle in der 2. Liga ist ganz anders als in der Bundesliga", stimmte Kuranyi zu. "[...] Ich ziehe absolut den Hut vor ihm, dass er mit 40 Jahren noch Bundesliga spielt. Ich bin mit 34 in Fußballrente gegangen und selbst in diesem Alter war es schon schwierig für mich auf dem Platz. Aber natürlich: Er ist halt nicht mehr 25 Jahre jung, deshalb kann er seine frühere Qualität vielleicht nicht mehr so auf den Platz bringen, weil ihm verständlicherweise Tempo und Kondition fehlen."
Dzeko könne das alles aber "auch sehr gut selbst einschätzen", ergänzte Kuranyi. "Der Trainer weiß, wie er ihn aufstellen muss, ob als Joker oder in der Startelf. [...] Es wird keine einfache, es wird eine harte Saison. Aber am Ende schafft Schalke den Klassenerhalt – auch mit dem einen oder anderen Dzeko-Tor."
Terodde sieht im Bosnier vor allem in den Heimspielen gegen die direkte Konkurrenz einen Schlüsselspieler: "Gerade in Heimspielen gegen Teams wie Union, Hamburg oder Köln, in denen Schalke mehr Ballbesitz haben dürfte, ist er der Richtige. Kein anderer Stürmer im Kader ist so eiskalt vorm Tor und keiner kann Bälle so gut behaupten. Und dass er jetzt spielt, ist übrigens auch wichtig, damit er überhaupt erstmal Spielpraxis bekommt."
