Drei Pflichtspielniederlagen in Folge, Tabellenplatz 15 und noch immer zahlreiche Verletzte: Der Hamburger SV steht vor dem Heimspiel gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach am Freitagabend (20:30 Uhr) weiter unter Druck. Ausgerechnet vor dem wichtigen Kellerduell ist weiterhin unklar, auf welche Leistungsträger Trainer Merlin Polzin genau zurückgreifen kann.
Vor allem hinter Abwehrchef Sebastiaan Bornauw steht ein großes Fragezeichen. Während der Belgier am Dienstag erneut nicht auf dem Trainingsplatz zu sehen war, machten zwei andere angeschlagene HSV-Profis zumindest kleine Fortschritte.
Bornauw bleibt ein Rätsel - So ist der Stand
Bornauw hatte im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt (1:3) nach einem Zusammenprall mit Torwart Noah Atubolu einen Schlag ins Gesicht abbekommen. Der 27-Jährige blutete und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden.
Zunächst schien die Verletzung glimpflich ausgegangen zu sein. Ein Nasenbeinbruch wurde ausgeschlossen, auch aus medizinischer Sicht gab es laut Polzin keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine schnelle Rückkehr.

Entscheidend sei allerdings, dass sich Bornauw selbst wieder vollständig belastbar fühle. "Er muss sich absolut sicher sein, dass er sich dabei gut und stabil fühlt, um im Duell bei 100 Prozent zu sein", hatte Polzin vor dem Bundesliga-Rückspiel gegen Frankfurt erklärt. Dort fehlte der Innenverteidiger schließlich doch. "Wir wollten kein Risiko eingehen", begründete Polzin die Entscheidung anschließend.
Ob es nun für Gladbach reicht, ist weiterhin offen. Wie die Bild berichtet, wurde Bornauw am Dienstag lediglich in der Kabine behandelt. Auf dem Trainingsplatz ließ er sich nicht blicken. Die nächsten Tage dürften darüber entscheiden, ob der Belgier rechtzeitig wieder einsatzfähig ist.
Capaldo und Poulsen arbeiten am Comeback
Etwas positivere Nachrichten gibt es dagegen von Nicolas Capaldo und Yussuf Poulsen. Beide Profis konnten am Dienstag zumindest wieder auf dem Trainingsplatz arbeiten. Allerdings absolvierten sie noch kein reguläres Mannschaftstraining, sondern trainierten individuell mit Reha-Coach Sebastian Capel.

Capaldo laboriert weiterhin an einer Oberschenkelzerrung, während Poulsen von Hüftproblemen ausgebremst wird. Ob einer der beiden bereits am Freitag wieder eine Option für Polzin darstellt, bleibt abzuwarten. Gerade in der Defensive wäre eine Rückkehr von Capaldo dringend nötig. Gegen Gladbach müsse die Mannschaft "hinten einfach konsequenter" auftreten und "die einfachen Fehler vermeiden", mahnte HSV-Sportdirektor Claus Costa.
Auch unabhängig von Bornauw, Capaldo und Poulsen bleibt die Personallage schwierig. Kapitän Nicolai Remberg (Kreuzbandriss), Fabio Vieira (Muskelfaserriss) und Bilal Nadir (Muskel- und Sehnenverletzung) fallen weiterhin aus.
Immerhin steht Jordan Torunarigha nach seinen muskulären Problemen wieder zur Verfügung. Ob der HSV gegen Gladbach auch auf weitere Rückkehrer bauen kann, wird sich erst im weiteren Wochenverlauf zeigen.
