Die Würfel sind gefallen! Jürgen Klopp hat sein zweites DFB-Aufgebot als Bundestrainer bekannt gegeben. Am Donnerstagvormittag nominierte der 59-Jährige 24 Spieler für die beiden abschließenden Nations-League-Gruppenspiele in Serbien und gegen die Niederlande.
Anders als noch bei seinem Debüt, als Klopp gleich 44 Akteure auswählte und sie auf zwei Kader verteilte, hat das Aufgebot nun eine "normale" Größe. Klopp entschied sich für drei Torhüter, acht Abwehrspieler, zehn Optionen für das Mittelfeld und drei Mittelstürmer.
- Klopp erklärt: Darum sind Moyha und Füllkrug mit dabei
- Der deutsche 24-Mann-Kader im Überblick
- 22 Spieler aus dem ersten Klopp-Kader fehlen
- Welche Stars dürfen sich 2027 wieder Hoffnungen machen?
- Die November-Länderspiele des DFB-Teams
- Die Tabelle in Nations-League-Gruppe B
Klopp erklärt: Darum sind Moyha und Füllkrug mit dabei
Mit Wael Moyha ist dieses Mal "nur" ein Neuling mit dabei. Das 17-jährige Offensiv-Juwel von Borussia Mönchengladbach war zuvor zweimal für die deutsche U21 am Ball und hatte sich im Vorfeld endgültig für eine Karriere im deutschen Nationalteam und gegen Marokko entschieden.
Am Abend vor der Kader-Bekanntgabe war zudem durchgesickert, dass Niclas Füllkrug ins DFB-Team zurückkehren wird. Der 33-jährige Routinier hatte Klopp mit neun Toren in den ersten acht Bundesliga-Spielen der Saison überzeugt.
"Ich war mit 17 nicht so selbstbewusst, aber ich war auch nicht so gut mit 17."Klopp über Mohya (DFB-TV)
Im DFB-Interview erklärte Klopp nach der Kader-Bekanntgabe seine Entscheidungen. Bei Moyha geriet er ins Schwärmen: "Es gibt nicht viele 17-Jährige, die aktuell Bundesliga spielen - das alleine ist ja schon ein herausragendes Merkmal. Aber er macht es auch gut. Ich war mit 17 nicht so selbstbewusst, aber ich war auch nicht so gut mit 17."
Moyha sei nun nominiert worden, um das Gladbach-Juwel live im Training unter die Lupe nehmen zu können. Dabei ließ Klopp offen, ob der 17-Jährige dann auch zu seinem A-Länderspiel-Debüt kommen wird. Geplant sei es in Zukunft weiter, einen hochtalentierten Spieler zu nominieren, der so die Chance erhält, im DFB-Team hereinzuschnuppern.
"Er hat dieses Zugehörigkeitsgefühl, das wir unseren Spielern generell geben wollen."Klopp über Füllkrug (DFB-TV)
Zum Füllkrug-Comeback fügte Klopp hinzu: "Fülle hat in dieser Zeit sehr gut performt, hat alle möglichen Tore geschossen – fast alle spektakulär, aber auf sehr unterschiedliche Weise. Er hat einen unglaublichen Einfluss auf das Spiel von Werder Bremen gehabt, nicht nur durch seine Tore, sondern auch durch die Art und Weise, wie er sich auf dem Platz verhält. Natürlich ist die Erfahrung, die er mitbringt, in dieser Hinsicht eine große Hilfe. Wenn man sich wohlfühlt, wenn man sich zu Hause fühlt, kann man sehen, was passiert. Er hat dieses Zugehörigkeitsgefühl, das wir unseren Spielern generell geben wollen, auch wenn wir sie nicht sehr oft zusammenhaben."
Der deutsche 24-Mann-Kader im Überblick
Tor: Jonas Urbig, Marc-Andre ter Stegen, Alexander Nübel
Abwehr: Waldemar Anton, Nathaniel Brown, Finn Jeltsch, Maximilian Mittelstädt, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah, Malick Thiaw, Philipp Treu
Mittelfeld: Tom Bischof, Said El Mala, Bajan Gruda, Lennart Karl, Joshua Kimmich, Wael Mohya, Felix Nmecha, Aleksandar Pavlovic, Derry Scherhant, Florian Wirtz
Angriff: Younes Ebnoutalib, Niclas Füllkrug, Kai Havertz
22 Spieler aus dem ersten Klopp-Kader fehlen
Aufgrund der Reduzierung der Kadergröße war klar, dass zahlreiche Spieler aus dem ersten XXL-Aufgebot fehlen werden. Insgesamt sind es 22 Akteure, die im Vergleich zur ersten Länderspielphase unter dem neuen Bundestrainer nicht nominiert wurden.
Bei einigen war das aufgrund einer Verletzung schon klar. Jamal Musiala fällt seit seiner Muskelverletzung vor dem Duell gegen die Elftal aus. Auch Stuttgarts Rechtsverteidiger Josha Vagnoman ist verletzt, ebenso wie Bayern-Routinier Serge Gnabry und Brentford-Stürmer Kevin Schade.
Bisseck und Raum fehlen in der Abwehr
Dennoch gibt es einige bekannte Namen, die durchaus überraschend keine Nominierung erhalten haben. In der Abwehr ist das vor allem Inter-Star Yann Bisseck, der bei den Nerazzurri einen Stammplatz inne hat und bei der Heimpleite gegen Griechenland einer der wenigen war, die durchaus überzeugen konnten.
Auch Leipzig-Kapitän David Raum fehlt. Auf der Position des Linksverteidigers hat er gegenüber Nathaniel Brown und Maximilian Mittelstädt das Nachsehen.
Klopp verzichtet auf Adeyemi und Führich
Im Mittelfeld sind im Zentrum die Spieler dabei, die man zum Großteil auch erwartet hatte. Auf dem Flügel hätten dagegen wohl viele mit Karim Adeyemi und Chris Führich gerechnet. Adeyemi zeigt bei Barça gute Leistungen, konnte diese bislang aber kaum im DFB-Dress auf den Platz bringen. Führich ist derweil in der laufenden Saison wohl einer der besten Stuttgarter Offensivkräfte.
Wieder kein Undav im Sturm – auch Woltemade und Burkardt fehlen
Im Angriff hat sich Klopp erwartungsgemäß für drei Mittelstürmer entschieden. Kai Havertz ist wohl die Nummer eins, Füllkrug hatte sich das Comeback dank seiner Gala-Form verdient. Den dritten Posten erhielt Frankfurts Younes Ebnoutalib, der auch schon sechs Bundesliga-Tore auf dem Konto hat.
Damit bekam er den Vorzug vor SGE-Teamkollege Jonathan Burkardt, Nick Woltemade und auch Deniz Undav, der schon im ersten Klopp-Aufgebot fehlte. Trotz leicht ansteigender Form wartet der VfB-Kapitän weiter auf sein erstes Bundesliga-Tor in dieser Saison.
Tor
- Finn Dahmen (Augsburg)
- Noah Atubolu (Frankfurt)
Abwehr
- Hennes Behrens (Augsburg)
- Yann Aurel Bisseck (Inter)
- Max Rosenfelder (Freiburg)
- Josha Vagnoman (Stuttgart)
- Ridle Baku (Leipzig)
- David Raum (Leipzig)
Mittelfeld
- Nadiem Amiri (Mainz)
- Bambase Conte (Hoffenheim)
- Yannik Engelhardt (Freiburg)
- Chris Führich (Stuttgart)
- Serge Gnabry (FC Bayern)
- Jamal Musiala (FC Bayern)
- Kevin Schade (Brentford)
- Anton Stach (Leeds United)
- Mika Baur (Celtic)
- Karim Adeyemi (Barça)
- Vitaly Janelt (Brentford)
- Felix Keidel (Elversberg)
Angriff
- Jonathan Burkardt (Frankfurt)
- Nick Woltemade (Juventus)
Welche Stars dürfen sich 2027 wieder Hoffnungen machen?
Klopp sagte am Donnerstag nach seiner Nominierung, er treffe die Kader-Entscheidungen "immer für einen Spieler und nie gegen einen anderen Spieler". Es sei ihm zwar nicht "so schwer gefallen" das Aufgebot zu benennen. Das bedeute aber logischerweise auch, dass "ein paar Jungs nicht dabei sein werden dieses Mal".
Der Bundestrainer betonte, dass es viele weitere Spieler gegeben habe, die ebenfalls verdient hätten, dabei zu sein. "Weil viele haben eine gute Phase, in der sie sich befinden, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben."
Die größten Chancen auf eine Nominierung für die ersten Spiele 2027 hat aber ein Spieler, der zuletzt keine gute Phase hatte. Die Rede ist natürlich von Jamal Musiala. Ist der Bayern-Star fit, wird er wieder eine wichtige Rolle im DFB-Team einnehmen. Spannend wird vor allem zu sehen sein, wie Klopp mit dem 23-Jährigen plant – vor allem in Kombination mit Florian Wirtz.

Wir hatten bei unserer Wunschelf für Jürgen Klopp einen Positionswechsel vorgeschlagen. Musiala auf dem Flügel und Wirtz im Zentrum im 4-3-3-System des Bundestrainers.
Neben Musiala kann man die weiteren "üblichen Verdächtigen" wählen: Yann Bisseck in der Innenverteidigung, David Raum hinten links, durchaus auch Angelo Stiller fürs zentrale Mittelfeld. Klopp hatte Stiller im ersten Kader nicht berücksichtigt. Aktuell ist der 25-Jährige verletzt.
Brunner im Fokus – Hoffnung bei Tresoldi

Adeyemi, Führich und Schade bleiben Optionen für den offensiven Flügel. Im Sturm gilt das auch für Burkardt, Undav und Woltemade. Zum zweiten Mal unter Klopp nicht mit dabei ist derweil auch Maximilian Beier. Der BVB-Star dürfte dennoch für 2027 zumindest im DFB-Dunstkreis bleiben.
Spannend wird 2027 im Angriff vor allem in Bezug auf zwei Youngster. Zum einen könnte sich Paris Brunner bald eine Nominierung verdienen, wenn der 20-Jährige für die AS Monaco weiter so gut spielt und trifft. Zum anderen will sich im Sommer '27 Nicolo Tresoldi nach der U21-EM entscheiden, ob er künftig für Deutschland oder Italien aufläuft. Fällt die Wahl auf das DFB-Team, dürfte der 22-Jährige direkt eine Rolle bei Klopp spielen.
Weitere Youngster im Fokus
Aufgezählt werden muss in der Liste der möglichen Nationalspieler für 2027 natürlich auch Assan Ouedraogo (20). Der WM-Nachrücker fehlt derzeit einmal mehr verletzt. Sein großes Potenzial dürfte aber auch Klopp nicht entgangenen sein.
Weitere Youngster-Namen, die sich für 2027 empfehlen können:
Spieler (Alter) | Position | Verein |
|---|---|---|
Noahkai Banks (19) | Innenverteidiger | FC Augsburg |
Dzenan Pejcinovic (21) | Mittelstürmer | VfB Stuttgart |
Kennet Eichhorn (17) | zentrales Mittelfeld | Bayer Leverkusen |
Karim Coulibaly (19) | Innenverteidiger | Racing Straßburg |
Die November-Länderspiele des DFB-Teams
Serbien vs. Deutschland
- Datum: 13.11.2026
- Anstoß: 20:45 Uhr
- Spielort: Rajko Mitic, Belgrad
- TV-Übertragung: RTL
Deutschland vs. Niederlande
- Datum: 16.11.2026
- Anstoß: 20:45 Uhr
- Spielort: Olympiastadion, Berlin
- TV-Übertragung: ARD
Die Tabelle in Nations-League-Gruppe B
Nach vier von sechs Spieltagen
Platz/Team | Punkte | Tore +/- |
|---|---|---|
1. Niederlande | 8 | +2 |
2. Griechenland | 8 | +2 |
3. Deutschland | 5 | +1 |
4. Serbien | 0 | -5 |
