Hat sich Daniel Thioune verzockt? Obwohl Werder Bremen nach dem 2:2-Remis in Dortmund in der Bundesliga auch in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den BVB einen 0:2-Rückstand aufholte, reichte es dieses Mal nicht für ein Erfolgserlebnis für die Grünweißen. Stattdessen sorgte Marcel Sabitzer in der Nachspielzeit mit einem Traumfreistoß für das Werder-Aus.
SVW-Coach Daniel Thioune überraschte am Dienstagabend mit seiner Rotation in der Startelf. Mick Schmetgens rückte als Linksverteidiger ins Team, Dariusz Stalmach bekam im zentralen Mittelfeld den Vorzug vor Ludovit Reis, Eren Dinkci startete für Mitchell Weiser. Und besonders bemerkenswert: Mit Niclas Füllkrug ließ Thioune den besten Bundesliga-Torschützen auf der Bank. Für ihn durfte Cedric Itten beginnen.
Füllkrug nur Joker: Hat sich Thioune verzockt?
"Wir haben es gemeinschaftlich entschieden – mit Niclas!"Thioune über den Füllkrug-Bankplatz
Erst nach knapp einer Stunde kamen Füllkrug und Weiser in die Partie. Wenig später erzielte der Werder-Torjäger einen Doppelpack und glich aus. Wäre es mit den Stammspielern in der Startelf besser gelaufen?
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Thioune verteidigte nach Schlusspfiff seine Maßnahmen: "Wir haben es gemeinschaftlich entschieden – mit Niclas! Er hat die Entscheidung komplett mitgetragen. Im Nachhinein kann man es nach den zwei Toren natürlich anders sehen. Aber geht er nach 60 Minuten mit einer Muskelverletzung vom Platz, würde man es mir um die Ohren hauen. Da schaue ich dann lieber weitsichtig", erklärte der SVW-Coach.
Füllkrug selbst wollte sich an Spekulationen nicht beteiligen: "Nee, da reden wir jetzt nicht drüber. Ich weiß nicht, keine Ahnung", antwortete er auf die Frage, ob es mit einer anderen Startelf besser gelaufen wäre.
Thioune war bei Füllkrug und Weiser in der Zwickmühle
Thioune dazu weiter: "Ich gebe der Liga zwar keine höhere Bedeutung, aber wir müssen an die kommenden Wochen denken. Auch bei Mitchell war es klar. Ich weiß nicht, ob ein Startelf-Einsatz sinnvoller gewesen wäre, aber jetzt würde ich auch einen Haken dran machen."
Fakt ist: Trotz der aktuell guten Werder-Form ging es im DFB-Pokal erneut früh raus. Extra-Einnahmen wären für die Bremer besonders wertvoll gewesen. Klar ist aber auch, dass man sicher nicht als Favorit ins Duell in Dortmund gegangen war. Und dass gerade bei Routinier Füllkrug nach verletzungsgeplagten Monaten hin und wieder die Belastung gesteuert werden muss und bei Weiser nach langer Kreuzbandverletzung noch genau hingeschaut werden muss, sollte klar und verständlich sein.

Thioune blieb am Ende nur eine Portion Galgenhumor. "Vielleicht hätte ich den Torwart noch wechseln sollen, dann hätten wir kein Tor kassiert", meinte er mit Blick auf den späten Gegentreffer.
