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Halbe Mannschaft weg? Nach Herthas-Siegestaumel droht ein großes Problem

Hertha BSC trumpft in der 2. Bundesliga bisher überraschend groß auf. Die Kaderplanung könnte den Berlinern aber noch auf die Füße fallen.
VonThomas Wygold
Die Mannschaft von Hertha BSC bereitet den Fans große Freude - aber wie lange noch?
Die Mannschaft von Hertha BSC bereitet den Fans große Freude - aber wie lange noch? | Maja Hitij/GettyImages

Hertha BSC ist mit einem unglaublichen Lauf in die neue Saison der 2. Bundesliga gestartet. Nach einem in allen Belangen ernüchternden Jahr mit einer namentlich top besetzten Mannschaft stand das nur auf dem Zettel der wenigsten Experten.

Das Team von Trainer Stefan Leitl eilt von Sieg zu Sieg - sieben sind es mittlerweile in sieben Spielen. Mit einem weiteren Dreier wäre der bisherige Zweitliga-Startrekord von Hannover 96 aus der Saison 1986/87 eingestellt. So groß der Siegestaumel aber auch ist, so überdeckt er doch nicht die drohenden Probleme am Ende der Spielzeit - wenn es zum Aufstieg reicht, und vor allem, wenn es nicht klappt.

Hertha droht ein weiterer massiver Umbruch

Denn die vielen jungen Spieler wecken mit ihren Leistungen bei der Hertha die Begehrlichkeiten größerer Klubs. Und einige könnten die Berliner am Saisonende sogar ablösefrei verlassen, da ihre Verträge auslaufen. Allen voran der vom talentierten Eigengewächs zu einem Top-Innenverteidiger aufgestiegene Linus Gechter. Bei insgesamt 16(!) Spielern und auch beim Trainer ist die Zukunft über den Sommer hinaus noch unklar.

"Die Frage ist immer: Sind wir in der Lage zu verlängern? Bekanntlich hat Hertha wenig Geld."
Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich

Wie schwierig die Situation werden könnte, machte Geschäftsführer Peter Görlich gegenüber der Sport Bild deutlich. Bei Gechter wolle Hertha zwar "nichts unversucht lassen", um den 22-Jährigen zu halten. Gleichzeitig verwies Görlich aber auf die finanziellen Grenzen des Hauptstadtklubs: "Die Frage ist immer: Sind wir in der Lage zu verlängern? Bekanntlich hat Hertha wenig Geld."

Linus Gechter im Zweitligaspiel gegen Eintracht Braunschweig
Linus Gechter im Zweitligaspiel gegen Eintracht Braunschweig | Jan-Philipp Burmann/GettyImages

Und Gechter ist längst nicht der einzige Stammspieler mit ungeklärter Zukunft. Auch die Verträge von Marius Gersbeck, Niklas Kolbe, Mads Pedersen, Kevin Sessa, Paul Seguin, Oluwaseun Adewumi und Jon Dagur Thorsteinsson laufen aus. Hinzu kommt Mittelstürmer Gustav Nilsson, der bislang aufgrund seines Fitnessrückstands überwiegend als Joker eingesetzt wurde. Im Aufstiegsfall würde für den Angreifer laut Sport Bild eine Ablöse von zwei Millionen Euro fällig.

Bei Pedersen könnte eine Klausel greifen

Besonders kompliziert ist die Lage bei den Leihspielern: Bei Adewumi besitzt man dem Bericht zufolge keine Kaufoption und womit er im kommenden Sommer zum FC Burnley zurückkehren müsste. Auch Farid Alfa-Ruprecht muss nach der Saison zurück zu Bayer Leverkusen, wo er noch bis 2030 unter Vertrag steht. Bei Pedersen könnte sich die Situation dagegen automatisch lösen. Erreicht der Linksverteidiger in dieser Saison eine bestimmte Anzahl an Einsätzen, verlängert sich sein Vertrag bis 2028.

Darüber hinaus laufen auch die Arbeitspapiere von Luca Schuler, Sebastian Grönning und Deyovaisio Zeefuik sowie der Talente Soufian Gouram, Kian Todorovic und Selim Telib aus. Und selbst außerhalb des Spielerkaders gibt es Fragezeichen: Die Verträge von Trainer Stefan Leitl und Sportdirektor Benjamin Weber enden ebenfalls am 30. Juni 2027. Mit Leitl sollen in der Winterpause Gespräche geführt werden, bei Weber will Hertha laut Görlich frühestens im Frühjahr über eine mögliche Verlängerung sprechen.


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