Borussia Mönchengladbach ist maximal enttäuschend in die neue Saison gestartet und hat alle bisherigen Bundesliga-Spiele verloren. Zwei davon fanden unter dem neuen Trainer Alexander Blessin statt – eine wirklich Steigerung war aber nicht zu erkennen. Maximal ein kleiner Ansatz, der in der aktuellen Situation der Fohlenelf aber natürlich längst nicht ausreicht.
Nach dem ersten Eindruck darf man zumindest mal hinterfragen, ob Blessin wirklich der richtige Trainer als Polanski-Nachfolger ist. Und vor allem, ob er es auch langfristig ist.
Blessin-Vertrag auch bei Abstieg gültig
Bei der Borussia scheint man jedenfalls große Stücke auf ihn zu halten, denn wie Sportchef Rouven Schröder gegenüber Sport1 bestätigte, ist Blessins Vertrag auch "definitiv" für die 2. Bundesliga gültig. Was ein sehr bemerkenswertes und auch brisantes Detail ist.

Denn: Sollte Gladbach tatsächlich absteigen, würde der Vertrag von Blessin folglich weiterlaufen! Das bedeutet, dass man dem Trainer entweder eine Abfindung zahlen müsste (die im Abstiegsfall natürlich doppelt weh tut). Oder aber man hat tatsächlich vor, mit Blessin den Wiederaufstieg anzugehen. Was eine fürchterliche Entscheidung wäre, denn schließlich hätte Blessin den Abstieg selbst mitzuverantworten – bis Saisonende wird er 30 von 34 Bundesliga-Spielen gecoacht haben.
Was also hat die Verantwortlichen um Schröder geritten, dass sie solch einer Klausel zugestimmt haben? Seriös wäre es gewesen, eine entsprechende Klausel zu vereinbaren, wonach der Vertrag im Abstiegsfall von Vereinsseite beendet werden kann – ohne dafür finanziell büßen zu müssen.
Schröder schwärmt von Blessin
Der Sportchef scheint sich aber sehr sicher zu sein, dass er mit Blessin die richtige Wahl getroffen hat. "Fakt ist, dass Alex Inhalt und Schwung reingebracht hat. Er hat die Gruppe vom ersten Tag an hart angefasst – mit Empathie und einer großen Klarheit darin, was er will und wie er Fußball spielen möchte. Alex und sein Trainerteam machen einen richtig guten Job", betonte Schröder im Interview.
"Natürlich sagen die Leute: 'Wenn ihr einen guten Job macht, warum holt ihr dann keine Punkte?' Aber wir sehen jeden Tag, wie hier gearbeitet wird. Von daher passt es!", führte der Manager aus.
"Das Gefühl ist weiterhin positiv, weil das einfach meinem Grundcharakter entspricht", sagte Schröder, trotz null Punkten nach sechs Spielen. "Natürlich prasselt aufgrund der Situation unglaublich viel auf uns ein. Gleichzeitig sind wir kämpferisch und wissen, wo wir aktuell stehen. Wir gehen die Aufgaben nach und nach an. Und da haben wir jetzt mit dem VfB Stuttgart ein absolutes Brett vor der Brust. Wir glauben weiter an uns und ziehen uns gegenseitig hoch."
Mal schauen, wie lange dieser Zweck-Optimismus am Niederrhein noch Bestand hat. Wobei Schröder auch nicht viel anderes übrig bleibt, denn sollte Blessin die Erwartungen nicht erfüllen und entlassen werden, war es das wohl auch für den Sportchef.
