Borussia Mönchengladbach wartet nach fünf Bundesliga-Spielen noch immer auf den ersten Zähler dieser Saison. Der Trainereffekt, den man sich für das Rheinderby gegen Köln erhofft hatte, ist erst einmal verpufft.
Lothar Matthäus verfolgt das Treiben seines Ex-Klubs ganz genau und scheint nicht wirklich begeistert zu sein von dem, was am Niederrhein momentan abgeht. Dabei hinterfragt er auch die Trainerwahl.
Ist Blessin der richtige Trainer?
"Die Borussia hat in Alexander Blessin einen neuen Trainer verpflichtet, der für Defensivdenken steht. Gladbach stand aber eigentlich immer für offensiven Fußball. Auch in Köln hat man gesehen, dass sie stärker sind, wenn sie agieren und nicht reagieren", monierte Matthäus in seiner Sky-Kolumne.
Der TV-Experte hob zwar hervor, dass er die Niederlage im Derby natürlich "nicht am Trainer" festmache. "Er hatte keine Saisonvorbereitung mit der Mannschaft, ist erst seit zwei Wochen da und in der Länderspielpause waren einige Spieler abgestellt", so Matthäus. Trotzdem möchte der 65-Jährige nun Fortschritte sehen – und zwar schnell: "Wenn es nach drei Spielen noch immer so aussieht wie aktuell, hat er seinen Welpenschutz verloren."
Gerade im kommenden Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim, die mit drei Punkten Vorletzter ist, muss Borussia einfach etwas Zählbares holen! Danach geht es auswärts zum VfB Stuttgart, ehe mit dem KSC (DFB-Pokal), Paderborn und HSV noch vergleichsweise schlagbare Gegner bis zur Länderspielpause warten.
Matthäus kritisiert Gladbach-Führung: "Häufig zu zögerlich"
Matthäus sieht aber nicht nur die Entscheidung pro Blessin kritisch. Auch schon zuvor haben die Bosse zu viele Fehler gemacht und beispielsweise an Blessins Vorgänger "zu lange festgehalten".
"Auch wenn Eugen Polanski aus dem eigenen Fohlenstall kam: Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, muss ich als Verein auch mal eine unbequeme Entscheidung treffen. Gladbachs Klubführung war aber in den letzten Jahren häufig zu zögerlich und hat gerade bei Entscheidungen auf der Trainerposition zu spät gehandelt", kritisierte Matthäus knallhart.
