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Geschmacklose Provokation: Bundesligist sorgt mit Plakat-Aktion für Empörung

Vor dem anstehenden Bundesliga-Duell sorgt die TSG 1899 Hoffenheim mit einer respektlosen Plakat-Kampagne für massive Empörung.
VonMoritz Jonas
Stand nach dem Phantomtor vor 13 Jahren im Zentrum einer beispiellosen Hetzjagd: Stefan Kießling
Stand nach dem Phantomtor vor 13 Jahren im Zentrum einer beispiellosen Hetzjagd: Stefan Kießling | Simon Hofmann/GettyImages

Vor dem anstehenden Bundesliga-Duell am Sonntagnachmittag zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen kochen die Emotionen hoch. Grund dafür ist eine provokante Marketing-Aktion der Kraichgauer, die eine alte Wunde wieder aufreißt.

Auf offiziellen Ankündigungsplakaten verhöhnen die Gastgeber den früheren Nationalstürmer Stefan Kießling mit dem Satz: "Es war kein Tor, Stefan." Hintergrund ist das legendäre Phantomtor vom 18. Oktober 2013, als ein Kopfball Kießlings durch ein Loch im Außennetz im Kasten landete.

Schiedsrichter-Irrtum und schwere Hetzjagd

Schiedsrichter Felix Brych gab den Treffer damals als Tatsachenentscheidung zum 2:1-Sieg für die Werkself, da es weder Videobeweis noch Torlinientechnik gab. Hoffenheims späterer Einspruch vor dem DFB-Sportgericht blieb erfolglos.

Was heute als Werbegag inszeniert wird, hatte für den Ex-Profi damals dramatische Folgen. Seine Familie musste monatelang unter Polizeischutz gestellt werden, nachdem es zu massiven Anfeindungen, Entführungs- und sogar Morddrohungen gekommen war.

Fand deutliche Worte für den geschmacklosen Werbegag der Gastgeber: Bayer-Sportboss Simon Rolfes
Fand deutliche Worte für den geschmacklosen Werbegag der Gastgeber: Bayer-Sportboss Simon Rolfes | Jörg Schüler/GettyImages

Kießling selbst äußerte sich gegenüber der Bild spürbar nachdenklich zu dem neuen Plakat. Am liebsten würde er zu dem Thema schweigen, da nach der Partie damals viel Schlimmes passiert sei, doch dieses Ereignis stehe nun einmal für immer in den Geschichtsbüchern.

Deutliche Kritik von Leverkusens Führungsetage

Bei der Werkself stößt die Aktion auf völliges Unverständnis. Leverkusens heutiger Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes, der damals selbst als Kapitän auf dem Rasen stand, reagierte mit deutlichen Worten in Richtung Sinsheim.

"Bevor man solch ein Plakat aufhängt, sollte man noch mal das Tornetz kontrollieren, ob diesmal keine Löcher drin sind."
Simon Rolfes

"Ganz wichtig – bevor man solch ein Plakat aufhängt, sollte man noch mal das Tornetz kontrollieren, ob diesmal keine Löcher drin sind", so Rolfes spitz. Zudem erinnerte er daran, wie belastend die Zeit damals für seinen Mitspieler war, und kritisierte, dass sich von Hoffenheimer Seite bis heute niemand für den Netzfehler entschuldigt habe.

Die TSG Hoffenheim räumte auf Anfrage ein, dass die Kampagne bewusst provokant gewählt worden sei. Man habe zu keinem Zeitpunkt verletzen wollen und bedauere es sehr, sollte das Motiv so aufgefasst worden sein. Schwer, das aus Leverkusener- und vor allem Kießlings Sicht nicht zu tun...


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