Der Begriff Fußball-Romantik ist im modernen Fußball kaum noch vorhanden. Immer weniger Spieler bleiben ihre ganze Karriere oder zumindest ihre Hochzeit über bei einem Verein und werden zu echten Legenden, wie beispielsweise Francesco Totti, Thomas Müller oder Marco Reus.
Werder Bremen ist da keine Ausnahme. Bei den Grün-Weißen gibt es genau zwei Spieler, die sechs Jahre oder länger da sind: Marco Friedl und Felix Agu. Doch während Friedl mittlerweile zum Kapitän aufgestiegen ist, ist Agu eine Wundertüte.
Agus unglaubliches Pech
Der 27-Jährigeist in seinen sechs Jahren bei Werder nämlich vor allem eins: verletzt. Einzig in der Saison 2023/24 blieb er von Verletzungen verschont, ansonsten fiel Agu immer mindestens fünf Spiele aus, meistens sogar mehr.
Auch aktuell ist der nigerianische Nationalspieler wieder zum Zuschauen verdammt. In seinem ersten Spiel nach überwundenen muskulären Problemen verletzte er sich prompt an der Wade und fällt jetzt erneut aus.
Angesichts der Verletzungshistorie muss man jetzt auch bei Werder Bremen erkennen, dass es keine gemeinsame Zukunft mit Agu geben darf. Ja, er ist nach Friedl der dienstälteste Spieler, aber all das hilft nichts, wenn er nur so selten zur Verfügung steht.
Ndiaye ist die bessere Alternative
Es gibt im US-Sport ein Sprichwort, das heißt "The best Ability is Availability", zu deutsch: "Die beste Fähigkeit ist Verfügbarkeit". Agu bringt diese Fähigkeit nun schon seit mehreren Jahren nicht mehr auf den Platz, was auch ein Grund dafür ist, dass die Außenverteidigerpositionen bei den Grün-Weißen in diesem Sommer so eine Baustelle waren.

Denn eigentlich war Agu auf der linken Seite fest im Duo mit Olivier Deman eingeplant. Doch weil er die komplette Vorbereitung verpasste, holte Werder am Deadline Day Moussa Ndiaye. Für den Senegalesen besitzt Werder im kommenden Sommer eine Kaufoption – und diese sollten die Bremer unbedingt ziehen.
In den letzten knapp zwei Jahren verpasste Ndiaye gerade einmal acht Spiele; bei Agu sind es im selben Zeitraum ganze 34.
Budget sinnvoll einsetzen
Werder muss deshalb im kommenden Sommer mit Agu getrennte Wege gehen und den auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Denn die finanziellen Mittel der Grün-Weißen sind weiterhin stark limitiert, sodass jede Verlängerung und jeder Transfer sitzen muss.
Viel Geld in einen Spieler zu investieren, der hauptsächlich verletzt ist, wäre deshalb eine hanebüchene Entscheidung, zumal der kommende Sommer erneut sehr betriebsam werden könnte, schließlich verlassen dann etliche Leihspieler den Verein.

Das ohnehin knappe Budget sollte also lieber für Neuzugänge oder feste Verpflichtungen bisheriger Leihspieler ausgegeben werden als für eine Verlängerung von Agu. Niclas Füllkrug hat bereits durchblicken lassen, bleiben zu wollen und auch bei Youri Regeer haben die Grün-Weißen eine Kaufoption.
Es wäre deshalb also deutlich besser, Agu ziehen zu lassen und sich auf neue Spieler zu fokussieren – aller ausbleibenden Fußball-Romantik zum Trotz.
