Zum Thema 'Viel Talent, wenig Weltklasse - wie gut bilden wir aus?' gab es bei der sogenannten 'Sky Sport Impuls'-Veranstaltung eine Podiumsdiskussion. Mit dabei waren Manuel Baum als Cheftrainer des FC Augsburg, Joti Chatzialexiou als Sportvorstand des 1. FC Nürnberg und Matthias Sammer als inzwischen mehrjähriger Berater von Borussia Dortmund.
Insbesondere Letzterer hielt sich mit seinen Thesen und Aussagen rund um den deutschen (Profi-)Fußball und die DFB-Auswahl nicht zurück. Vor allem die Arbeit an den Grundlagen, oder auch den "deutschen Tugenden", wie er es in der Vergangenheit immer mal wieder betonte, kritisierte Sammer dabei deutlich.
Sammer mit Kritik an eingeschlagener Richtung und Hoffnung in Mertesacker – eigenes Angebot an den DFB
"Jetzt kommt Deutschland und sagt, wir müssen die Stärken stärken. Ich sage: Völlig falsch! Völlig falsch! Wir müssen die Schwächen schwächen, das macht die größten Schritte. Wir müssen die Schwächen abschwächen", warnte er dabei vor Schritten in die falsche Richtung (via kicker). Dazu sei es seiner Ansicht nach falsch, nun bloß in die anderen Länder zu schauen: "Die beste Kopie ist immer noch schlechter als das Original."
Deshalb warte er "sehnsüchtig auf Per Mertesacker", wie Sammer ausführte. Von ihm als neuem Sport-Geschäftsführer erwarte und erhoffe er eine klare Richtungsvorgabe. Im deutschen Fußball sei man nicht mehr mutig genug, stattdessen gebe es inzwischen "eher Feiglinge". Dabei sei es "noch nie so einfach [gewesen], mit einem klaren Konzept" wieder zur Stärke zu finden.
"Wir brauchen ein Konzept auf einer Seite: Dass wir mal wieder das Wesentliche benennen. Wir müssen einfach nur den Mut haben zu definieren, was in verschiedenen Alterskategorien wichtig ist. Und wir müssen die Fantasie mitbringen, um auch ein bisschen Durchhaltevermögen zu haben. Manches benötigt ein bisschen Zeit", betonte Sammer dahingehend und machte dem DFB zugleich ein Angebot:
Er selbst stehe dafür durchaus als Ansprechpartner zur Verfügung. Dann müssten manche jedoch "ihre Angst ablegen, dann können wir uns unterhalten". Der 59-Jährige ebenso selbstbewusst wie offen: "Inhalt kann man von mir immer bekommen. Wenn jemand glaubt, dass das gut sein könnte, kann er mich immer fragen. Dann kriegt er immer eine Antwort."
