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Fazit zum Saisonstart auf Schalke: Die bisherigen Erkenntnisse

Der FC Schalke kann sich nach den ersten vier Spieltagen auf die Schulter klopfen. Die Ausgangslage ist vernünftig, der Klassenerhalt bleibt trotzdem eine große Herausforderung.
VonYannik Möller
Miron Muslic soll Schalke zum wichtigen Klassenerhalt führen
Miron Muslic soll Schalke zum wichtigen Klassenerhalt führen | DeFodi Images/GettyImages

Nach den ersten vier Spieltagen steht erstmals in dieser Saison eine größere Unterbrechung der Bundesliga an, während Jürgen Klopp seine ersten Spiele mit dem DFB-Team als neuer Bundestrainer bestreitet. Dementsprechend bietet sich der Zeitpunkt für ein Fazit zum Saisonstart des FC Schalke an.

Die Ausgangslage nach den ersten vier Spieltagen

Vier Spieltage sind absolviert und Schalke hat bislang fünf von möglichen zwölf Zählern geholt. Dazu mussten vier Gegentore hingenommen werden, während drei eigene Tore erzielt wurden. Insgesamt bedeutet das zurzeit den elften Tabellenplatz mit zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und vier auf den ersten direkten Abstiegsplatz.

Gegen den FC Augsburg gab es mit der 0:3-Pleite einen frühen Realitätscheck, ehe auf beeindruckende Weise ein Punktgewinn mit dem 0:0-Remis gegen den FC Bayern erreicht werden konnte. Anschließend folgte der 3:1-Sieg über Union Berlin sowie das zuletzt erneut torlose Unentschieden gegen die SV Elversberg. Damit hat Königsblau bereits gegen den aktuell Tabellenzweiten, -vierten und -siebten gespielt, sowie gegen den Tabellen-17.


Die Punkteausbeute: Der aktuelle Durchschnitt wäre vielversprechend

Vermutlich hätten es die meisten S04-Fans vor dem Saisonbeginn unterschrieben, wenn sie fünf Zähler nach vier Spielen hätten haben können. Zumal niemand mit einem Punktgewinn gegen den FCB gerechnet hat. Kurzum: Die Mannschaft von Miron Muslic ist im Soll. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Dennoch ist klar: Mit einem bisherigen Durchschnitt von 1,25 Punkten pro Partie würde sich auf die gesamte Saison eine Ausbeute von aufgerundet 43 Punkten ergeben. Das hat in den letzten Jahren stets für den Klassenerhalt gereicht, teilweise sogar für einen verhältnismäßig entspannten Platz im Tabellenmittelfeld. Selbstverständlich reichen vier Spieltage noch nicht, um eine solche Hochrechnung als seriös bezeichnen zu können. Trotzdem kann es verständlich machen, dass die bislang erreichten Punkte ein guter erster Schritt sind.


Die Spiele und Leistungen: Nach Augsburg zeigte sich S04 gefestigt

  • Augsburg: Das Auswärtsspiel beim FCA wurde für Schalke zu einer kalten Dusche. Auch wenn die Muslic-Truppe in der ersten Halbzeit noch gut mitspielte und selbst auch nennenswerte Torchancen hatte, so war die Niederlage an sich schlussendlich verdient. Die Gastgeber nutzten die vermeintlichen Schwächen des Aufsteigers gut aus und traten, wie bislang auch gegen andere Gegner, ziemlich souverän auf. Ein Realitätscheck für die Gelsenkirchener.
  • Bayern: Gegen die Münchener wollte Muslic nicht bloß auf eine möglichst verdauliche Niederlage hoffen. Seine Mannschaft verteidigte leidenschaftlich und engagiert, hatte dazu bei ein, zwei FCB-Torchancen auch etwas Glück – was es für einen solchen Punktgewinn aber dann auch braucht. Aus den eigenen Umschaltaktionen konnte jedoch nichts gemacht werden, was soweit nicht überraschend war. Schlussendlich war es ein aufgrund der gezeigten Intensität und Leidensbereitschaft verdientes Pünktchen für den S04.
Bundesliga Schalke v Bayern München
Den FC Bayern konnte der S04 verzweifeln lassen | ANP/GettyImages
  • Union: Schalke zeigte an der Alten Försterei eine sehr gute erste Halbzeit und hätte eigentlich bereits mit einer 2:0-Führung in die Pause gehen müssen. Umso wichtiger war der frühe Treffer zur zweiten Halbzeit. Die Führung wurde abseits des Anschlusstreffers solide wegverteidigt, der Konter zum 3:1-Endstand war sauber ausgespielt. Auch wenn die Eisernen bislang schlecht drauf sind, als Aufsteiger gewinnt man nicht mal eben so an der Alten Försterei.
  • Elversberg: Für Schalke fühlte sich das Unentschieden eher wie zwei verlorene Punkte an, wenngleich auch die Gäste aus dem Saarland durchaus den Lucky Punch hätten setzen können. Das direkte Duell mit einem Aufsteiger-Kollegen sollte stets bestenfalls für drei volle Zähler sorgen, mehr war aber nicht drin. Gegen zuvor bereits gut gestartete Elversberger war das Resultat aber in Ordnung. Auch dieser einzelne Punkt könnte am Ende noch wichtig werden.

Fazit: Schalke ist in der Bundesliga angekommen – doch es bleibt eine große Herausforderung

Die mit Abstand wichtigste Erkenntnis dieses Saisonstarts: Schalke kann grundsätzlich mithalten und ist konkurrenzfähig.

Die Gefahr eines jeden Aufsteigers, völlig unabhängig von der Vorsaison, direkt einen Nackenklatscher nach dem nächsten zu kassieren, wurde nach dem ersten Spieltag abgewendet. Stattdessen zeigt sich der S04 soweit stabil und nach der Niederlage in Augsburg musste in drei Partien lediglich ein einziges Gegentor hingenommen werden. Das ist auch dafür hilfreich, dass die (erwartbar) schwächelnde Offensive in der Theorie nur sehr wenige Tore erzielen muss, um bereits Punktgewinne erzielen zu können.

Zugleich muss aber auch ein erster Blick auf die vermeintliche Konkurrenz um den Klassenerhalt geworfen werden. Werder Bremen etwa konnte einen Heimsieg gegen RB Leipzig ziehen, der SC Paderborn hat jüngst gegen die TSG Hoffenheim gewonnen, Elversberg gegen Bayer Leverkusen. Will sagen: Auch Schalke wird abseits der regulären und durchschnittlichen Ausbeute den ein oder anderen Überraschungssieg hinlegen müssen, damit diese positiven Ausreißer der Konkurrenz nicht früher oder später zum entscheidenden Vorteil werden können. Das wird eine große Herausforderung.


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