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Ein kurzer Jubel, dann die große Frage: Gladbachs Reaktion auf Scally-Treffer überrascht

Eine Szene im Borussia-Park sorgte für Gesprächsstoff. Nach dem Abpfiff fiel die Einordnung der Verantwortlichen jedoch deutlich ruhiger aus, als es der erste Ärger vermuten ließ.
VonMoritz Jonas
Joe Scally jubelte zunächst über seinen Kopfballtreffer gegen Paderborn – nach dem VAR-Eingriff wurde das Tor aber aberkannt
Joe Scally jubelte zunächst über seinen Kopfballtreffer gegen Paderborn – nach dem VAR-Eingriff wurde das Tor aber aberkannt | picture alliance/GettyImages

Borussia Mönchengladbach kam gegen den SC Paderborn nicht über ein 0:0 hinaus. Dabei schien es zwischenzeitlich, als hätten die Fohlen doch noch den entscheidenden Moment gefunden: Ein vielversprechender Angriff nahm seinen Lauf, die Fans feierten bereits – ehe sich die Stimmung im Stadion binnen Sekunden drehte.

Im Mittelpunkt stand Joe Scally. Der Gladbacher hatte eine Flanke per Kopf im Tor untergebracht und den Treffer zunächst ausgelassen bejubelt. Doch der Videoassistent schaltete sich ein. Nach Ansicht der Bilder nahm Schiedsrichter Timo Gerach das Tor zurück.

Schröder kann die Entscheidung nachvollziehen

Der Grund für den Eingriff: Scally soll Paderborns Torhüter Nahuel Noll im Luftduell mit dem Arm behindert haben. Für die Gladbacher war die Entscheidung zunächst ärgerlich, nach dem Spiel akzeptierten die Verantwortlichen sie jedoch.

Gladbachs Sport-Boss Rouven Schröder konnte die Entscheidung nach der Partie nachvollziehen
Gladbachs Sport-Boss Rouven Schröder konnte die Entscheidung nach der Partie nachvollziehen | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Sport-Boss Rouven Schröder räumte ein, dass der Treffer aberkannt werden könne. Scallys Hand sei am Arm des Torhüters gewesen, die Bewegung klar zu erkennen. Deshalb könne Borussia mit dem Pfiff leben, erklärte Schröder nach der Partie.

Auch Trainer Alexander Blessin ordnete die Szene ähnlich ein. Er erinnerte an eine vergleichbare Situation aus seiner Zeit beim FC St. Pauli, als ein Tor trotz eines Griffes an den Arm des Torhüters anerkannt worden war. Damals habe er sich als Trainer darüber geärgert. Die jetzige Entscheidung sei für ihn deshalb "absolut richtig und nachvollziehbar".

"Es wäre trotzdem schön gewesen"

Ganz ohne einen kleinen Seitenhieb kam Blessin dennoch nicht aus. Es wäre schön gewesen, wenn der Video-Schiedsrichter in diesem Fall weggeschaut hätte, sagte der Gladbach-Coach. Zugleich richtete er den Blick auf die eigene Mannschaft: Borussia müsse Wege finden, Tore auf anderem Weg zu erzielen.

Für Scally war die Szene besonders bitter, weil er bereits seinen vierten Saisontreffer vor Augen hatte. Der 23-Jährige hatte sich in der laufenden Spielzeit auch offensiv bemerkbar gemacht. Am Ende blieb es jedoch beim torlosen Remis – und Gladbach verpasste die Chance, sich für einen gelungenen Angriff mit einem Treffer zu belohnen.

Lange Zeit zum Grübeln bleibt den Fohlen nicht. Bereits am Freitag geht es in der Bundesliga mit dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV weiter. Dort bietet sich die nächste Gelegenheit, die Punkte nicht einer strittigen Entscheidung zu überlassen, sondern mit regulären Treffern selbst für Klarheit zu sorgen.


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