Es ist eine Personalie, die nicht nur in der 2. Bundesliga für reichlich Aufsehen sorgt. Sandro Wagner hat am vergangenen Montag das Ruder beim strauchelnden Tabellenzehnten Hannover 96 übernommen.
Für den langjährigen Klubboss und heutigen Aufsichtsratschef Martin Kind ist die Verpflichtung des ehemaligen DFB-Co-Trainers ein absoluter Volltreffer. Bei einem Sponsoren-Termin stellte der 82-Jährige nun klar, dass die Prominenz des Ex-Nationalspielers dem Verein alles andere als schadet: "Es hilft!", so Kind deutlich.
Der besondere Klopp-Vergleich
Doch nicht nur der Glamour-Faktor begeistert den Unternehmer. Vor allem die charakterlichen Eigenschaften des neuen Mannes an der Seitenlinie haben es dem Boss angetan.
"Er ist ein kleiner Mini-Klopp", zog Kind einen enorm prominenten Vergleich zu jenem Mann, der jüngst als Bundestrainer debütierte. "Er ist sehr offen, sehr freundlich, sehr kommunikativ. Und er kann motivieren", lobte Kind die mitreißende Art des 38-Jährigen.
Die unvermeidliche Spitze gegen Titz

Dieses dicke Lob für den Neuen nutzte Kind jedoch gleichzeitig für einen kleinen, aber deutlichen Seitenhieb gegen Wagners Vorgänger Christian Titz. "Ich glaube, das war bei Christian Titz nicht so ausgeprägt", schob der Klubboss im Hinblick auf die kommunikativen Fähigkeiten trocken hinterher.
Titz hatte den Aufstieg in der vergangenen Saison mit den Niedersachsen nur denkbar knapp verpasst, musste nach dem schwachen Saisonstart nun aber gehen. Titz hatte den Aufstieg in der vergangenen Saison mit den Niedersachsen nur denkbar knapp verpasst, musste nach dem schwachen Saisonstart nun aber gehen.
Die harten Lehren aus dem Augsburg-Aus
Für Wagner selbst ist der Job in Hannover eine riesige Chance auf Rehabilitation. Bei seiner vorherigen Station, dem FC Augsburg, war er im Dezember 2025 nach nur 14 Spielen krachend gescheitert. Eine Vorgeschichte, die auch in Hannover nicht verborgen blieb. "Ich habe seine Storys in der Presse gelesen und das ein oder andere gehört", erklärte Kind.
Doch Wagner konnte die Bedenken in den Verhandlungen ausräumen. "Er hat im Gespräch deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er aus Augsburg gelernt hat. Das ist entscheidend. Fehler passieren, dürfen sich aber nicht wiederholen", so die klare Ansage des Bosses.
Neben dem sportlichen Erfolg – Hannover soll wieder ins obere Tabellendrittel vorstoßen – hat Kind dem "Mini-Klopp" noch eine weitere klare Aufgabe mit auf den Weg gegeben: Der Fokus soll unter Wagner künftig wieder deutlich stärker auf dem eigenen Nachwuchs liegen.
