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Ehemaliger Kult-Star knöpft sich angezählten Frankfurt-Kapitän vor

Nun schaltet sich ein früherer Frankfurter Publikumsliebling in die hitzige Kapitäns-Debatte ein.
VonMoritz Jonas
Findet vor dem richtungsweisenden Heimspiel deutliche Worte zur Lage am Main: Eintracht-Kult-Verteidiger Maik Franz
Findet vor dem richtungsweisenden Heimspiel deutliche Worte zur Lage am Main: Eintracht-Kult-Verteidiger Maik Franz | Christof Koepsel/GettyImages

Die Nachbeben des 0:6-Debakels bei RB Leipzig halten Eintracht Frankfurt weiter in Atem. Vor dem brisanten Freitagabend-Flutlichtspiel gegen den 1. FC Köln steht vor allem eine Personalie unter permanenter Beobachtung: Spielführer Robin Koch.

Nachdem der 30-jährige Abwehrchef von Trainer Adi Hütter in Sachsen zur Pause ausgewechselt und anschließend öffentlich angezählt worden war, diskutiert Fußballdeutschland hitzig über Führungsqualitäten, Respekt und die Kapitänsbinde. Während TV-Experten wie Stefan Effenberg die Trainer-Kritik als groben Fehlgriff einstuften, schaltet sich nun eine echte Frankfurter Kult-Figur in die Debatte ein – und redet schonungslos Tacheles.

Die Rede ist von Maik Franz. Der einstige Innenverteidiger, der zwischen 2009 und 2011 für die Eintracht auflief und sich mit seiner kompromisslosen Spielweise den Spitznamen "Iron Maik" verdiente, weiß genau, wie Abstiegskampf und Härte im Profifußball funktionieren. Im Gespräch mit der BILD bewertet der 45-Jährige die explosive Gemengelage am Main überraschend deutlich.

Hütters Wut-Ausbruch als "Hilfeschrei"

Für Franz ist der jüngste Weckruf des Frankfurter Cheftrainers keineswegs überzogen, sondern ein drastisches Alarmsignal an das gesamte Mannschaftsgefüge. "Ich finde es schon krass. Auf der einen Seite ist es natürlich eine Ansage, auf der anderen Seite aber fast schon so etwas wie ein Hilfeschrei", analysiert der Ex-Profi Hütters Forderung nach mehr Giftigkeit und der sogenannten "069-Mentalität".

"Wenn Hütter das so deutlich nach außen kommuniziert, ist das für mich ein deutlicher Weckruf an die Mannschaft."

"Es ist doch scheißegal, ob er Kapitän ist oder nicht."
Maik Franz

Auch die viel diskutierte Auswechslung von Koch zur Halbzeitpause verteidigt Franz vehement gegen Kritik von außen. Für ihn spiele der Status des Spielers in solchen Extremsituationen schlichtweg keine Rolle: "Es ist doch scheißegal, ob er Kapitän ist oder nicht. Ich finde das total mutig, aber auch super."

Klare Ansage an den Spielführer: Vorangehen oder Binde abgeben

Gleichzeitig nimmt der frühere Abräumer den aktuellen Frankfurter Leitwolf schonungslos in die Pflicht. Franz erinnert Koch an dessen eigentliche Kernkompetenzen, die in Leipzig völlig abhanden gekommen waren: "Seine Stärken sind doch Mentalität, Körperlichkeit, Zweikämpfe gewinnen und Luftkämpfe gewinnen."

Steht vor dem Köln-Duell unter enormem Druck: SGE-Abwehrchef Robin Koch
Steht vor dem Köln-Duell unter enormem Druck: SGE-Abwehrchef Robin Koch | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Genau diese Tugenden fordert Franz nun unmissverständlich auf dem Rasen ein – und knüpft daran eine unmissverständliche Botschaft zur Kapitänsrolle: "Jetzt bist du sogar Kapitän von Eintracht Frankfurt. Dann musst du auch vorweggehen. Und wenn du es nicht kannst, dann gib die Binde ab, wenn du das nicht gewuppt bekommst."

Für Franz ist klar: Ein Führungsspieler darf sich in der Krise nicht verstecken. "Er hat Erfahrung, er war Nationalspieler. Wenn er das nicht hinbekommt, wäre das schon ernüchternd. Er muss Zeichen setzen."

Trotz der deutlichen Worte schreibt die Eintracht-Kultfigur den Abwehrchef keineswegs ab. Koch habe intern bereits klargestellt, dass er an der Binde festhalten und die Verantwortung schultern will. Ein Vorhaben, an das auch Franz glaubt: "Er ist und wird ein wichtiger Faktor bleiben. Druck kennt er. Jetzt ist er gefragt und jetzt muss er auch abliefern."


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