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Effenberg mit besorgniserregender Einschätzung zur Borussia

Am Niederrhein gibt es derzeit wenig Grund zur Hoffnung. Stefan Effenberg weiß, warum.
VonJan Kupitz
Stefan Effenberg
Stefan Effenberg | picture alliance/GettyImages

Stefan Effenberg macht sich große Sorgen um seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach, für den er insgesamt 216 Mal aufgelaufen ist und mit dem er 1995 den DFB-Pokal gewinnen konnte. Damals war die Fohlenelf in Deutschland weitaus gefürchteter als das in der jüngeren Vergangenheit der Fall war.

Das Rheinderby gegen den 1. FC Köln, das nach der Länderspielpause auf Borussia und den neuen Trainer Alexander Blessin wartet, wird bereits zum ultimativen Gradmesser. Denn sollte Gladbach auch dieses Duell verlieren, dann brennt es am Niederrhein aber lichterloh.

Trotzdem hat Effenberg wenig Hoffnung, dass sein Ex-Klub erfolgreich ist. "Es wird verdammt schwierig, weil die Mannschaft komplett verunsichert ist. Das haben die zwei Heimspiele gegen Elversberg und Mainz gezeigt", teilte der Experte im 'Doppelpass' auf Sport1 mit. "Da hatte man gedacht, da springen vier oder sogar sechs Punkte raus – und dann stehst du mit null Punkten da. Du verlierst zweimal mit 3:4, bekommst acht Gegentore, insgesamt schon 16. Das sind alles Alarmzeichen und dass da reagiert werden musste, war logisch. Ich wünsche Alexander Blessin wirklich alles, alles Gute."

Gladbachs Führungsspieler funktionieren nicht

"Wenn du in so einer Situation steckst wie jetzt Gladbach, brauchst du Führungsspieler", betonte Effenberg, der als ehemaliger Lautsprecher weiß, wovon er spricht. "Es müssen nicht viele sein, es müssen zwei, vielleicht drei sein. Mehr brauchst du gar nicht, aber die müssen funktionieren."

Laut Effenberg verfüge Gladbach zwar prinzipiell über solche Charaktere, "aber sie funktionieren nicht". "Ein Tim Kleindienst ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht richtig zurückgekommen, er ist noch mit sich selbst beschäftigt. Und ein Moritz Nicolas war im letzten Jahr hauptverantwortlich dafür, dass Gladbach eine ordentliche Saison gespielt hat. Er hat Punkte gerettet als Torwart. Aber auch er wackelt."

Gerade weil die vermeintlichen Führungsspieler nicht abliefern, rächt es sich umso mehr, dass Borussia viele junge Talente entwickeln möchte. Denn ohne funktionierende Leader, an denen sie sich orientieren können, sind sie aufgeschmissen: "Das heißt ja, es sind Entwicklungsspieler, Talente, die jetzt aber in einer extremen Drucksituation sind. Diese Philosophie ist in so einer sportlichen Situation jetzt brandgefährlich – weil die jungen Spieler diesen Druck, der jetzt in Gladbach ist, nicht kennen. Das wird schwierig."

Die Hoffnung des 58-Jährigen ist nicht gerade riesig. Vorsichtig gesagt. Dennoch erklärte Effenberg auch, dass er an den Klassenerhalt glaube. Wenn auch nur knapp.


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