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Dreier- oder Viererkette: Eintracht-Legende mit deutlicher Empfehlung an Hütter

In Frankfurt drängt nach dem durchwachsenen Saisonstart die Systemfrage.
VonSimon Zimmermann
Auf welches System setzt Eintracht-Coach Adi Hütter?
Auf welches System setzt Eintracht-Coach Adi Hütter? | Alex Grimm/GettyImages

Mit fünf Punkten und Rang zehn nach den ersten vier Spieltagen ist die Frankfurter Eintracht eher durchwachsen in die neue Saison gekommen. In der soll Trainer-Rückkehrer Adi Hütter am Ende im Bestfall auch das Comeback im Europapokal gelingen. Die Qualifikation hatte die SGE nach einer enttäuschenden Vorsaison verpasst.

Zunächst soll der Österreicher aber wieder für Stabilität sorgen. An der Seitenlinie und auf dem Platz. Vor Saisonstart war dafür ein neues 4-2-2-2-System geplant. Ob Hütter aber tatsächlich dauerhaft darauf setzen wird, ist mehr als fraglich. In drei von vier Bundesliga-Partien agierte die Eintracht in dieser Formation – ein Sieg sprang nicht dabei heraus. Den einzigen Dreier fuhr man beim 3:1 in Mainz in einem 3-4-2-1 ein.

Es war gewissermaßen die Rückkehr zu den Wurzeln. Unter Niko Kovac und im Anschluss auch Adi Hütter gelang der SGE der Aufstieg zum Bundesliga-Topteam in eben jener Grundformation. Sollte Hütter deshalb nach der Länderspielpause wieder darauf setzen?

Zwei wichtige Gründe: Möller sieht Dreierkette als bessere Wahl

Eintracht-Legende Andreas Möller hat dazu eine klare Meinung. Der in Frankfurt geborene Welt- und Europameister, der seine glanzvolle Karriere bei der Eintracht begann und beendete, warb im Interview mit der Bild für die Dreierkette: "In Mainz hat mir die Dreierkette sehr gut gefallen. Man hat auch Robin Koch angemerkt, dass ihm das guttut, weil er in der Zentrale zwei Verteidiger neben sich hat. Dann ist er ein Führungsspieler, kann sich um andere kümmern und die Abwehr organisieren. In der Viererkette hat er meiner Meinung nach zu sehr mit sich zu tun."

Dabei schlug Möller genau in die Kerbe, die in Frankfurt schon länger stark vertieft ist. Denn Kapitän und Abwehrchef Koch scheint sich in einer Dreierkette definitiv wohler zu fühlen. Hinzu kommt, dass Hütter in Elias Baum und Keita Kosugi auf ein sehr junges und recht unerfahrenes Außenverteidiger-Duo setzt. Beide könnten von einer zusätzlichen Absicherung mit einer Dreierkette weiter profitieren.

Das sieht auch Möller so: "Auch Elias Baum, der ja noch ganz jung ist, fühlt sich als Schienenspieler in diesem System wohler. Er steht nicht in der hinteren Reihe und muss so weniger Verantwortung übernehmen. Ich glaube, die Dreierkette gibt der Mannschaft generell Sicherheit, deshalb würde ich es auch erst mal dabei belassen."

IMAGO/Sportfoto Rudel
Andreas Möller war zwischen 2019 und 2022 Nachwuchschef bei der SGE | imago images/Sportfoto Rudel

Topteam Eintracht? "Die Anzeichen sind auf jeden Fall da"

Generell warb Möller am Main um die nötige Zeit: "Mir war von Anfang an klar, dass es dauert. Du kannst nicht erwarten, dass nach den vielen Abgängen und mit einem neuen Trainer gleich alles funktioniert."

Der 59-Jährige hat aber große Hoffnungen auf eine positive Entwicklung: "Ich glaube, es braucht Zeit, bis gewisse Automatismen greifen und die Mannschaft selbst erkennt, wie stark sie ist. Die Anzeichen sind auf jeden Fall da."

Im Kampf um Europa sieht er die SGE "zumindest in Lauerstellung": "Dieses junge Team hat Potenzial, es sind tolle Spieler dabei, das macht Mut. Und viele träumen natürlich davon, wieder vorne mitmischen zu können, das ist der Wunsch von uns allen. Aber das wird schwierig, denn die Konkurrenz schläft nicht."

Ein Trumpf könnte die starke Offensive werden. "Fantasie, Spielfreude – da hat Eintracht wirklich Qualität", meinte Möller. Neben den offensiven Mittelfeldspielern Can Uzun und Ritsu Doan verfügt die SGE nun auch über ein DFB-Sturmduo. "Sie können köpfen, sie können schießen, sie können Doppelpässe, sie können hinterlaufen. Da ist alles drin. Mal macht Burkardt die Wege, dann ist Ebnoutalib mehr im Fokus, und umgekehrt. Das sind Top-Stürmer", schwärmte Möller.


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