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Ihrer Zeit voraus: 5 Spieler, die den Fußball revolutionierten – aber ohne Ballon d'Or blieben

Viele Spieler haben den Fußball, wie wir ihn heute kennen, geprägt und verändert. Einige dieser Akteure gingen bei der Wahl zum Ballon d'Or dennoch leer aus.
VonFabian Küpper
Für Henry und Neuer gab es nie einen Ballon d'Or
Für Henry und Neuer gab es nie einen Ballon d'Or | 90min-Edit/IMAGO

Es gibt Spieler, die sind ihrer Zeit voraus. Pele zum Beispiel, oder auch Eusebio, Ferenc Puskas oder Diego Maradona. Sie alle brachten den Fußball nach vorne, veränderten den Sport und machten Dinge auf dem Spielfeld, die man vorher noch nie gesehen hatte.

Heute kennt jeder Fußballfan ihre Namen – einen Ballon d'Or hat von diesem Quartett allerdings nur Eusebio gewonnen. Doch sie waren nicht die einzigen Spieler, die die Sportart revolutionierten, bei der Wahl zum Weltfußballer jedoch aus unterschiedlichen Gründen übergangen wurden.

5. Claude Makelele

Makelele gilt als einer der besten Sechser aller Zeiten
Makelele gilt als einer der besten Sechser aller Zeiten | Andreas Rentz/GettyImages

Wenn man über die Galacticos bei Real Madrid spricht, dann wird sein Name oft vergessen – zu Unrecht. Denn Makelele war der Prototyp des defensiv-denkenden Sechsers, dessen einzige Aufgabe es war, das Spiel des Gegners zu zerstören. Noch heute spricht man bei dieser Spielerrolle von der "Makelele-Role".

Ausgestattet mit einer hohen Spielintelligenz und starker Antizipation hielt der Franzose das Mittelfeld der Königlichen zusammen und gleichzeitig seinen kongenialen Vorderleuten wie Zinedine Zidane oder David Beckham den Rücken frei.

Doch Makelele trat so gut wie nie als Torschütze oder Vorlagengeber in Erscheinung – ein Fakt, der ihm bei der Weltfußballer-Wahl zum Verhängnis wurde.

Wie wichtig Makelele am Ende wirklich für Real war, zeigte sich erst, als sie ihn verkauften. Die Galacticos brachen ohne ihn auseinander, während der Franzose den FC Chelsea zu einem Powerhouse in der Premier League transformierte.

4. Sergio Busquets

Sergio Busquets war über Jahre eine Schlüsselfigur beim FC Barcelona
Sergio Busquets war über Jahre eine Schlüsselfigur beim FC Barcelona | Eric Alonso/GettyImages

"Wenn du das Spiel siehst, siehst du Busquets nicht. Aber wenn du Busquets siehst, siehst du das ganze Spiel." Mit diesen Worten beschrieb Vicente del Bosque das Spiel des Sechsers – und analysierte Busquets damit perfekt.

Denn Busquets war als Sechser sowohl für den FC Barcelona, als auch die spanische Nationalmannschaft eminent wichtig für die Erfolge der Mannschaften.

Es war so gut wie unmöglich, Busquets zu pressen oder unter Druck zu setzen. So war er der ideale Sechser, um Xavi und Iniesta den Rücken freizuhalten.

Das Problem aus Ballon-d'Or-Sicht: Busquets' Spiel war vollkommen frei von jeglicher Show oder spektakulären Aktionen. Dabei sind das genau zwei Aspekte, auf die bei der Wahl mitunter besonders viel Wert gelegt wird.

So ergab sich die paradoxe Situation, dass Busquets trotz seiner enormen Wichtigkeit und seines revolutionären Spiels auf der Sechs häufig nicht einmal in den Top-10 der Ballon-d'Or-Rangliste war.

3. Manuel Neuer

Manuel Neuer war einer der Schlüsselspieler beim WM-Titel 2014
Manuel Neuer war einer der Schlüsselspieler beim WM-Titel 2014 | Amin Mohammad Jamali/GettyImages

Der Deutsche etablierte die Rolle des "Sweeper Keepers" und des mitspielenden Torhüters. Neuer war über Jahre der beste Torwart der Welt und hatte einen großen Anteil am WM-Titel Deutschlands 2014 und der Dominanz des FC Bayern München in der Bundesliga.

2014 wurde Neuer hinter Lionel Messi und Cristiano Ronaldo Dritter bei der Ballon d'Or-Wahl – ein großer Erfolg, aber angesichts der Tatsache, dass Neuer in diesem Jahr die wichtigste Trophäe im Fußball gewann, dennoch zu niedrig.

Neuer hatte vielleicht den größten Impact auf eine Positionsgruppe im Fußball seit Paolo Maldini in den 90er-Jahren. Doch weil er eben Torhüter ist und sich sein Einfluss nicht in Scorerpunkten ablesen lässt, hatte er nahezu durchgängig einen schlechten Stand bei der Ballon-d'Or-Jury.

2. Paolo Maldini

Maldini war einer der elegantesten Innenverteidiger aller Zeiten
Maldini war einer der elegantesten Innenverteidiger aller Zeiten | ullstein bild/GettyImages

Es gibt eine ikonische Werbung von Nike, in der es heißt, die Arbeit als italienischer Nationalkeeper sei der einfachste Job der Welt. Warum? Weil Paolo Maldini in der Abwehr spielte.

Der Italiener gilt für viele noch heute als der beste Abwehrspieler aller Zeiten. Maldini kombinierte Tempo, Antizipation und Zweikampfstärke in bis dato nie gesehener Art und Weise.

Doch er war eben Verteidiger und dementsprechend schoss er kaum Tore oder sorgte durch Dribblings für Aufsehen – Aspekte, die beim Ballon d'Or immer wichtig sind. Insofern sind seine zwei Sprünge aufs Treppchen 1995 und 2003 schon herausragend.

Und dennoch: Die Eleganz, mit der Maldini verteidigte, gab es so seitdem nie mehr – und das hätte eigentlich mindestens einen Ballon d'Or verdient.

1. Thierry Henry

Henry stellte bei Arsenal etliche Bestmarken auf
Henry stellte bei Arsenal etliche Bestmarken auf | Sportsphoto/Allstar/GettyImages

Der Franzose war beim FC Arsenal der beste Stürmer Europas. Henry schoss die Premier League kurz und klein, der ganz große Triumph in Form der Champions League blieb ihm mit den Gunners allerdings verwehrt. Diese sollte er erst mit dem FC Barcelona gewinnen.

Und dennoch: Dass Henry, der der erste wirkliche Komplett-Stürmer war und keine wirkliche Schwäche in seinem Spiel hatte, angesichts seiner Torquoten nie den Ballon d'Or gewann, ist eine Farce. Henry war schnell, passstark, besaß ein enges Dribbling, einen eiskalten Abschluss und war auch noch ein guter Kopfballspieler.

Kein Stürmer damals, außer vielleicht der legendäre Ronaldo Nazario, hatte das Level Henrys, der die schon damals beste Liga der Welt mit einer Leichtigkeit auseinander nahm, die Fans wie Experten bis heute erstaunt.

Dass Henry angesichts all dieser Fähigkeiten, Toren und Titeln – insbesondere zu Arsenal-Zeiten – nie ganz oben auf dem Ballon d'Or-Treppchen stand, sorgt deshalb auch bis heute für Diskussionen.


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