Das katastrophale 0:6-Debakel bei RB Leipzig hat bei Eintracht Frankfurt tiefe Spuren hinterlassen. Wenn die Hessen am Freitagabend (20:30 Uhr) im heimischen Deutsche Bank Park zum richtungsweisenden Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Köln antreten, blicken alle Augen gebannt auf einen ganz bestimmten Protagonisten. Nur Tage nach seiner harten Auswechslung zur Pause und der anschließenden öffentlichen Demontage durch den Chefcoach wird ausgerechnet der schwer in die Kritik geratene Robin Koch das Team wieder als Spielführer auf den Rasen führen.
Vom Tisch ist die interne Krise damit allerdings keineswegs. Im Gegenteil: Nach intensiven Aussprachen zu Wochenbeginn hat Adi Hütter seinem Abwehrchef unmissverständlich die Leviten gelesen.
Letzte Warnung vom Trainer: Einsicht und die "069-Mentalität"
Wie Recherchen der Bild zeigen, sah sich Hütter nach dem Totalausfall in Sachsen zu einem klärenden Vier-Augen-Gespräch gezwungen. Der Österreicher machte dabei keinen Hehl daraus, dass er deutlich mehr von seinem Spielführer verlangt. Zwar zeigte sich Koch in den Unterredungen selbstkritisch und einsichtig, was der Chefcoach wohlwollend zur Kenntnis nahm. Dennoch gilt das Gespräch intern als unmissverständliche letzte Warnung.

Zwar wird Hütter seinem Abwehrchef vorerst nicht die Binde abnehmen und betont demonstrativ: "Ich möchte die Führungsspieler stärken. Robin ist sicher nicht der Hauptschuldige." Doch die Schonfristen sind im Frankfurter Oktober endgültig abgelaufen. Der Trainer fordert von seinem Abwehrchef ab sofort kompromisslose Zweikampfführung, eine lautstarke Organisation der gesamten Hintermannschaft sowie die geforderte "069-Mentalität" – Spiele müssen an Main wieder richtig wehtun.
Droht im Wiederholungsfall der Gang auf die Bank?
Hütter hält sich für die Zukunft alle Optionen offen. Sollte Koch gegen den Derby-Sieger aus Köln erneut ins Wanken geraten, könnte der Coach den Verteidiger im Eiltempo aus der Startelf befördern. Ein solcher Schritt wäre automatisch mit der Enthebung des Kapitänsamtes verbunden, das im Ernstfall von Offensivkraft Jonathan Burkardt übernommen werden könnte.
Während im Hintergrund Spieler wie Lilian Brassier, Torhüter Noah Atubolu oder Raphael Onyedika ohnehin auf mehr Verantwortung drängen, schrumpft Kochs Kredit rapide. Die Kapitänsbinde schützt ihn aktuell vor den Toren der Ersatzbank – doch zahlen muss er das Vertrauen am Freitagabend mit Taten auf dem Platz.
