Einst gehörte Werder Bremen zur absoluten Elite der Bundesliga und war für eine lange Zeit der größte Konkurrent vom FC Bayern München. Doch diesen Status verspielten die Norddeutschen vor allem in den 2010er-Jahren in beinah rekordverdächtiger Zeit.
Zwar kamen aber auch immer wieder gute Transfers, doch oft genug leisteten sich die Grün-Weißen auch enorme Böcke auf dem Transfermarkt, die sich in der Retrospektive katastrophal auf den Verein und seine Zukunft auswirkten.
90min zeigt die zehn schlechtesten Werder-Spieler der vergangenen 20 Jahre. Dabei bezieht sich unser Urteil natürlich nur auf die Leistungen der Spieler, während sie in Bremen waren, nicht auf ihren Wert als Spieler oder als Mensch generell.
10. Sebastian Langkamp

Für eine Million Euro holten die Grün-Weißen Sebastian Langkamp im Winter 2017 von Hertha BSC. Es war damals ein durchaus überraschender Transfer, denn Langkamp hatte zuvor schon gezeigt, dass er höchstens als Rotationsspieler in der Bundesliga Potenzial hat.
Genau das war er dann auch bei Werder – allerdings nur für eine Saison. Einzig 2018/19 brachte er es auf 21 Spiele für die Grün-Weißen, wobei er 15 Mal in der Startelf stand. Danach sank sein Stern ziemlich schnell und er verabschiedete sich 2020 nach Australien.
9. Sambou Yatabaré

Der Mann aus Mali kam im Winter 2015 als klassische Soforthilfe von Olympiakos Piräus zu den Grün-Weißen und erfüllte seinen Job zumindest in der Rückrunde gut – anschließend ging es jedoch bergab.
Für das Profiteam stand Yatabaré in der Saison 2016/17 nur noch zweimal auf dem Feld, den Rest der Zeit verbrachte er in Liga drei. Ziemlich bitter, sowohl für Yatabaré, als auch für Werder, das schließlich 2,5 Millionen Euro für den Malier hatte springen lassen.
8. Julian Malatini

Der Argentinier erlebte einen Traumstart in der Bundesliga und traf direkt in seinem ersten Spiel für die Grün-Weißen, danach jedoch folgte nicht mehr viel Zählbares.
Man merkte schnell, dass das Niveau der Bundesliga zu hoch war für Malatini, der bei seinen wenigen Einsätzen zudem ein enormer Unsicherheitsfaktor war.
Die zwei Millionen Euro, die die Grün-Weißen für ihn auf den Tisch legten, erwiesen sich also als eine komplette Fehlinvestition, denn von Marktwertsteigerung ist der 22-Jährige meilenweit entfernt.
7. Denni Avdic

Der Schwede kam mit der Empfehlung von 19 Toren in 29 Ligaspielen für Elfsborg an die Weser, doch seinen Torinstinkt verlor er anscheinend auf dem Weg von Schweden nach Bremen.
In zwei Jahren blieb Avdic gänzlich ohne Treffer für die Grün-Weißen, wobei er in der Saison 2011/12 sogar nur in der dritten Liga zum Einsatz kam – und das trotz einer Ablöse von 2,2 Millionen Euro!
6. Aron Johannsson

Noch so ein Stürmer, der viel Geld kostete, aber keine Tore lieferte. 4,2 Millionen Euro war den Bremern Johannsson wert – schon damals fragten sich viele, warum Werder so viel Geld auf den Tisch legte.
Die Kritiker wurden dann auch prompt bestätigt, Johannssons Zeit in Bremen verkam zum kolossalem Missverständnis. In drei Jahren ließ er den Ball nur fünfmal im gegnerischen Netz zappeln – und damit viermal weniger als in seiner letzten Saison beim AZ Alkmaar, mit der er Werder überhaupt erst auf sich aufmerksam machte.
5. Wesley

Nicht der einzige Brasilianer in unserer Liste, so viel sei verraten. 7,5 Millionen Euro war Wesley den Bremern wert, zurück zahlte er allerdings kaum etwas.
Zu keinem Zeitpunkt konnte der Brasilianer das Spiel von Werder prägen, in anderthalb Saisons kam er nur auf mickrige fünf Torbeteiligungen. Gemessen an den reinen Zahlen grenzt es also fast an ein Wunder, dass Werder für Wesley noch sechs Millionen Euro von Palmeiras bekam.
4. Mehmet Ekici

Den Deutsch-Türken eisten die Grün-Weißen 2011 vom FC Bayern München los und ließen sich das ganze fünf Millionen Euro kosten. Zum Zeitpunkt seines Wechsels galt Ekici als großes Talent und sollte die Tradition der Zehner, die in Bremen zum Superstar reifen, fortführen.
Doch anders als vor ihm Diego oder Mesut Özil klappte das überhaupt nicht. Ekici konnte dem grün-weißen Spiel nie seinen Stempel aufdrücken, in drei Jahren kam er nur auf acht Scorerpunkte. Zum Vergleich: Beim 1. FC Nürnberg, wo er in der Saison zuvor seinen Durchbruch schaffte, waren es zwölf Torbeteiligungen.
3. Skelly Alvero

Der Franzose ist zwar aktuell immer noch bei Werder, doch seine rund zweieinhalb Jahre bei Grün-Weiß haben gereicht, um ihm einen Platz in dieser Liste zu sichern.
4,75 Millionen Euro überwies Werder für den 2,02m-Riesen an Olympique Lyon – und man fragt sich bis heute warum. Alvero bekam in der Bundesliga kein Bein auf den Boden, wirkte überfordert und zeigte kaum Anzeichen von Entwicklung.
Es ist bezeichnend, dass Werder händeringend versuchte, ihn in diesem Sommer loszuwerden, allerdings kein Verein anbeißen wollte. Somit wird Alvero mindestens bis zum Winter weiterhin Teil des Kaders sein.
2. Samuel Mbangula

Er kam als Hoffnungsträger, und ging als nicht eingelöstes Versprechen. Zehn Millionen Euro zahlte Werder für Mbangula an Juventus Turin, es war der zweitteuerste Transfer der Vereinsgeschichte.
Bekommen haben die Grün-Weißen dafür einen Spieler, der vom ersten Trainer Horst Steffen nicht richtig eingesetzt wurde und unrter Nachfolger Daniel Thioune dann auch noch regelmßig aus der Startelf flog und kaum spielte.
Eigentlich wollte sich Mbangula in Bremen dennoch durchbeißen, doch weil Werder kurz vor Transferschluss noch finanziellen Spielraum für einen Ersatz des verletzten Jens Stage brauchte, gab man den Belgier doch noch ab – es passte ein bisschen zu Mbangulas Zeit in Bremen.
1. Carlos Alberto

Der größte Fehlgriff in der Ära Thomas Schaaf und Klaus Allofs. 7,8 Millionen Euro bezahlte Werder für Alberto, der zum Nachfolger von Diego aufgebaut werden sollte – eine kolossale Fehlinvestition.
Der Brasilianer kam nie wirklich in Bremen an, war im Spiel ein Fremdkörper und hatte zudem stetige Fitnessprobleme. Seine Bilanz für die Grün-Weißen: Drei Pflichtspiele, kein einziger Scorerpunkt. Nach nur einem Jahr ging es für ihn per Leihe zurück nach Brasilien, im Jahr darauf folgte die endgültige Trennung.
