Die nackten Zahlen des 101. Bundesliga-Rheinderbys lassen Borussia Mönchengladbach frustriert zurück. Dem Erzrivalen musste man sich in Köln mit 1:2 geschlagen geben. In der Tabelle behalten die Fohlen mit null Punkten die Rote Laterne. Der Einstand von Neu-Trainer Alexander Blessin ist missglückt.
Wobei sich der 53-Jährige gegen diese Einschätzung sicher wehren würde. Denn Blessin sah bei der Pleite auch viel Gutes. "Ich habe eine gute Stabilität gegen den Ball gesehen. Wir haben Räume gut belaufen, haben gut nachgearbeitet. Dadurch hatten wir auch gute Ballgewinne und haben wenig Torchancen zugelassen", lautete sein Urteil nach dem Spiel.
Blessin bleibt vor den eigenen Fans standhaft
"Ich habe eine Mannschaft gesehen, die gelebt hat."Alexander Blessin
Unmittelbar nach Schlusspfiff war Blessin gemeinsam mit seinen Spielern zur Auswärtskurve gegangen, wo die frustrierten Anhänger teilweise auf dem Zaun standen. "Die Fans dürfen sehr enttäuscht sein. Wir müssen Kante zeigen und stehen bleiben. Teilweise wollten die Fans, dass wir weggehen. Aber ich habe gesagt, wir stehen das zusammen durch", beschrieb Blessin die Szenen und beschwörte den Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans (via RP).
Blessin weiter: "Ich habe eine Mannschaft gesehen, die gelebt hat, die alles reingeworfen hat. Bei aller Frustration muss man das anerkennen. Und deshalb war es mir wichtig, mich in der Situation zu positionieren. Ich fand es in dem Moment extrem wichtig, zu dokumentieren, dass die Jungs alles reingeworfen haben."
In Bezug auf die Leistung seiner Mannschaft, die man durchaus als Steigerung im Vergleich zu den Wochen vor der Länderspielpause bezeichnen kann, gehört aber auch zur Wahrheit, dass man auf einen ebenfalls verunsicherten Gegner traf. Der in den direkten Duellen klar die Oberhand behielt: 61 Prozent der 106 gezählten Bodenzweikämpfe gingen an den Effzeh. 65 zu 41 lautete die Bilanz hier also für die Gastgeber.
Sander gibt Versprechen ab
"Wir werden über die nächsten Wochen eine Entwicklung nehmen und Punkte einfahren."Philipp Sander
Mittelfeldspieler Philipp Sander wollte – wie sein Coach – dennoch das Positive hervorheben: "Ich weiß, das will keiner von Gladbach hören. Aber die Leistung gibt mir wirklich Mut. Ich glaube, wir haben es gut hinbekommen, Druck auf den Ball auszuüben. Die erste Hälfte steht dafür exemplarisch, wie wir es machen wollen. Köln hatte aus dem Spiel heraus nichts entwickelt und war nur über Standards gefährlich."
In Hälfte eins sei man laut Sander "die klar bessere Mannschaft gewesen". "Wir haben es geschafft, kompakt nach vorn zu schieben, und waren bei den zweiten Bällen zur Stelle. So wollen wir es haben. Aber wir müssen natürlich auch weiter daran arbeiten und uns die Automatismen erarbeiten. Wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken", meinte er weiter.
"Wir haben eine Menge Arbeit vor uns. Aber ich glaube an die Truppe und unsere individuelle Qualität", betonte der 28-Jährige und versprach: "Wir werden über die nächsten Wochen eine Entwicklung nehmen und Punkte einfahren, das kann ich jetzt schon mal sagen."
Die nächste Chance dazu besteht kommenden Sonntagabend (17:30 Uhr). Dann kommt die TSG Hoffenheim zum Kellerduell in den Borussia-Park. Der Europa-League-Teilnehmer steht mit drei Punkten unmittelbar vor der Borussia auf Rang 17.
