Viereinhalb Monate war Baumgartner aufgrund einer Oberschenkelverletzung raus. Zum Saisonstart machte sich das Fehlen des österreichischen Nationalspielers bei RB Leipzig durchaus bemerkbar. Im Champions-League-Duell bei Real Madrid (1:4) feierte Baumgartner dann endlich sein Comeback und schaffte es in seinen zwölf Minuten auf dem Platz sogar direkt einen Assist auf Tidiam Gomis (85.) zu liefern.
Allerdings müssen sich die Sachsen bei Baumgartner offenbar noch etwas gedulden. "Von 100 Prozent bin ich definitiv noch weit weg, mit Blick darauf, 90 Minuten auf dem Platz zu stehen", erklärte der offensive Mittelfeldspieler auf der Vereinswebseite von RB und gab einen Ausblick für die nächsten Wochen: "Mein großes Ziel bis Ende des Jahres: Dass ich wieder in eine Top-Verfassung komme und der Mannschaft helfen kann."
Kommt Baumgartner für Demichelis zur rechten Zeit?
Bei RB kriselt es aktuell. Vor allem durch desolate Auswärtsauftritte steht Martin Demichelis in Leipzig unter starker Beobachtung und muss dringend Punkte einfahren. Ansonsten könnte es für den Argentinier in Leipzig bald vorbei sein, so wird berichtet. Bei diesem Druck könnte Baumgartner zum wichtigen Puzzlestück für den RB-Verbleib von Demichelis werden.
Baumgartner war für RB in der vergangenen Saison ein Unterschiedsspieler und mit 13 Bundesliga-Treffern und neun Assists der beste Scorer des Teams. Der 27-Jährige verfügt über eine große Bandbreite an Skills: Er ist brandgefährlich im Strafraum, weiß aber auch seine Mitspieler mit einem Zuckerpass in die Tiefe oder einer weichen Flanke einzusetzen und ist ein sehr guter Pressingspieler. Ein fitter Baumgartner ist unumstritten einer der besten Leipzig-Akteure und könnte Demichelis, obwohl er noch nicht ganz bei 100 Prozent ist, aus dem Schlamassel helfen. Ein Duo aus Nkunku (Sturm) und Baumgartner (offensives Mittelfeld) liest sich zum Beispiel sehr gut.
Trotz Baumgartner-Comeback: Dieses große RB-Manko bleibt
Allerdings muss sich bei Leipzig zunächst die defensive Stabilität verbessern. Zuletzt kassierte man beim FC Bayern München sechs Buden und in Madrid vier Gegentreffer. Obwohl das natürlich das höchste Regal des internationalen Fußballs ist, musste Maarten Vandevoordt zu häufig den Ball aus dem eigenen Gehäuse holen.
Damit der neue offensive Impact durch Baumgartner Früchte tragen kann, muss die Defensive wieder an Kompaktheit und Kompromisslosigkeit dazugewinnen. Mit Willi Orban und auch Castello Lukeba haben die Bullen eigentlich zwei Elite-Innenverteidiger der Bundesliga, aber auch aus dem Mittelfeld muss defensiv mehr kommen.
