Vier Spiele, vier Pleiten, null Punkte: Bei Borussia Mönchengladbach brennt der Baum lichterloh. Auch nach der Trennung von Cheftrainer Eugen Polanski blieb der erhoffte Befreiungsschlag aus. Unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte verloren die Fohlen am Wochenende einen wilden Schlagabtausch mit 3:4 gegen den 1. FSV Mainz 05 und verharren tief im Tabellenkeller.
Bei Sky fand TV-Experte Lothar Matthäus, der einst 162 Bundesliga-Spiele für die Borussia bestritt, nun deutliche Worte zur Krise am Borussia-Park.
Matthäus sieht die Fans als Faustpfand
"Die Borussia ist auf jeden Fall zu retten. Es ist nicht aussichtslos, aber es ist traurig, was aus dieser Borussia geworden ist – vor allem in den ersten vier Spielen", zeigte sich Matthäus tief enttäuscht über die jüngsten Auftritte. Besonders die wiederkehrenden Defensiv-Kollapse vor heimischer Kulisse bereiten dem Rekordnationalspieler große Sorgen.
"Zuhause haben sie zweimal vier Gegentore kassiert – gegen Mainz und gegen Elversberg jeweils nach Führung mit diesem fantastischen Publikum im Rücken. Das ist eigentlich das Faustpfand, was sie noch so ein bisschen in der Hand haben."
Keine Hoffnung auf einen einstelligen Tabellenplatz
Für den weiteren Saisonverlauf hegt Matthäus kaum Illusionen. Zwar hofft er, dass den Gladbachern schnellstmöglich nach der Länderspielpause die Wende gelingt, da das Team dringend Punkte benötige. Allerdings fällt seine sportliche Prognose ernüchternd aus: "Ich gehe nach diesem Start davon aus, dass sie die ganze Saison gegen den Abstieg spielen werden."

Auch der Qualität der Mannschaft stellt der 65-Jährige kein sonderlich gutes Zeugnis aus: "Von der Kaderstärke her kann man nicht sagen, dass sie einen einstelligen Tabellenplatz erreichen muss. Der Kader ist so zusammengestellt, wie es die wirtschaftliche Lage zugelassen hat.“
Streich nach Gladbach? Matthäus winkt ab
Auf der Suche nach einem neuen Chefcoach wurde im Umfeld zuletzt sogar der Name Christian Streich diskutiert. Für Matthäus wäre ein solches Kaliber zwar theoretisch genau die richtige Medizin, an eine Verpflichtung glaubt er jedoch nicht im Ansatz.
"Bei Herrn Streich denke ich an so jemanden wie Lucien Favre, den Jahrhunderttrainer, und an die große Zeit. Aber das war ja im letzten Jahrhundert. Lucien Favre hat den Verein in kurzer Zeit im Griff gehabt. Das würde ich Herrn Streich aufgrund seiner Erfahrung und seiner Art und Weise auf jeden Fall zutrauen", lobte Matthäus den Ex-Freiburger, schob jedoch sofort hinterher: "Aber ich glaube, Herr Streich wird sich das nicht antun."
Stattdessen wird wohl Alexander Blessin am Niederrhein anheuern. Der Borussia steht in den kommenden Wochen somit eine knallharte Mission im Abstiegskampf bevor.
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