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CR7-GAU bei Portugal: Cristiano Ronaldo sorgt für Mega-Beben

Cristiano Ronaldo hat die Selecao eigenmächtig verlassen und sorgt damit für riesigen Wirbel. Wie die Situation um den Superstar eskaliert ist, was die Beteiligten sagen – und wie die Presse reagiert.
VonSimon Zimmermann
CR7 sorgt für großen Wirbel
CR7 sorgt für großen Wirbel | Octavio Passos/GettyImages

Mit 41 Jahren hatte Cristiano Ronaldo immer noch nicht genug. Auch nach der WM im vergangenen Sommer wollte Portugals Superstar seine Karriere in der Nationalmannschaft nicht beenden. Der neue Selecao-Coach Jorge Jesus, unter dem CR7 schon ein Jahr bei Al-Nassr spielte, nominierte den Altmeister dann auch für die ersten Länderspiele der neuen Saison.

Beim knappen 1:0-Sieg gegen Wales führte Ronaldo sein Team in seinem 234. Länderspieleinsatz als Kapitän auf den Platz. Drei Tage später beim 2:1-Erfolg in Norwegen fand sich der 41-Jährige aber auf der Bank wieder. Und blieb dort für die kompletten 90 Minuten. Erstmals in seiner Nationalelf-Karriere blieb Ronaldo damit ohne Minuten für Portugal (wenn er nominiert und fit war).

  1. Bank-Frust bei Ronaldo sorgt für 1. Eskalationsstufe
  2. Jesus-PK sorgt für Ronaldo-GAU
  3. Das sagte Jesus über Ronaldo
  4. Die Pressestimmen zum Ronaldo-Beben

Bank-Frust bei Ronaldo sorgt für 1. Eskalationsstufe

Im Anschluss sorgte CR7 für Wirbel, weil er sich nicht wie der Rest des Teams bei den mitgereisten Fans bedankte, sondern offenbar frustriert direkt in die Kabine abdampfte. Trainer Jorge Jesus kündigte im Anschluss öffentlich an, mit seinem Superstar sprechen zu wollen.

Klärend war das Gespräch aber offensichtlich nicht. Verbandschef Pedro Proenca wollte die Wogen ebenso vergeblich glätten. Im Vorfeld der heutigen Partie gegen Dänemark trainierte CR7 stattdessen nur individuell – und ließ am Mittwochabend die sprichwörtliche Bombe platzen.

Jesus-PK sorgt für Ronaldo-GAU

Trainer Jesus wollte ihm auf der Pressekonferenz keine Startelfgarantie aussprechen und deutete an, dass erneut Milan-Torjäger Goncalo Ramos den Vorzug erhält. Im Anschluss sickerte bereits durch, dass CR7 von der Nationalmannschaft abrereist ist. Der 41-Jährige selbst bestätigte das wenig später über seine Social-Media-Kanäle:

"Nach der Pressekonferenz des Nationaltrainers und im Anschluss an ein Gespräch mit dem Präsidenten des portugiesischen Fußballverbands habe ich beschlossen, das Trainingslager der Nationalmannschaft zu verlassen. Zu gegebener Zeit werde ich allen Portugiesen die Wahrheit über die Gründe für meinen Abschied von der Nationalmannschaft sagen, der ich mich stets mit ganzer Kraft gewidmet habe. Jetzt ist es an der Zeit, Portugal und all meinen Mannschaftskameraden, ohne Ausnahme, viel Glück zu wünschen", teilte Ronaldo mit.

Und ließ damit natürlich viel Raum für Spekulationen. Von Verbandsseite hieß es im Anschluss lediglich: "Die Vorbereitungen für die Spiele gegen Dänemark und Norwegen werden wie geplant fortgesetzt, wobei die verbleibenden 24 Spieler nominiert werden. Die gesamte Delegation konzentriert sich weiterhin voll und ganz auf die bevorstehenden Verpflichtungen der Nationalmannschaft und auf das Erreichen der festgelegten Ziele."

Das sagte Jesus über Ronaldo

Trainer Jesus meinte zuvor auf der PK zu CR7: "Ich respektiere Cristiano Ronaldo enorm, aber Respekt bedeutet nicht, dass er jedes Mal der Hauptcharakter sein muss, wenn Portugal spielt. Cristiano ist jetzt 41. Er ist nicht mehr der Spieler, der er mit 25, 28 oder sogar 32 war, und so zu tun, als wäre es anders, wäre ihm und dem Team gegenüber unfair. Ich habe ihn nicht berufen, weil ich glaube, dass Portugal jedes Spiel um ihn herum aufbauen muss. Ich habe ihn berufen, weil er immer noch Erfahrung, Persönlichkeit und ein Führungslevel hat, das für diese Gruppe wertvoll sein kann."

Und weiter zum Duell gegen die Dänen: "Aber gegen Dänemark, wenn ich Spieler brauche, die 90 Minuten pressen, hinter die Abwehr laufen, den Ball zurückerobern und ständig die Positionen wechseln, werde ich die Spieler wählen, die mir das heute geben können. Ich werde Cristiano nicht aufs Feld schicken, nur weil sein Name Ronaldo ist. Das wäre das Management des Rufs eines Spielers, nicht das Management der Nationalmannschaft. Wenn ich ihn 20 Minuten brauche, spielt er 20. Wenn ich ihn 30 brauche, spielt er 30. Und wenn ich ihn nicht brauche, kann er neben mir sitzen und den jüngeren Spielern helfen zu verstehen, was es bedeutet, Portugal zu vertreten. [...] Gegen Dänemark muss ich das Spiel in der Gegenwart gewinnen. Wenn das bedeutet, dass Cristiano anfängt, dann fängt er an. Wenn das bedeutet, dass er sitzt, dann sitzt er. Portugal schuldet Cristiano Respekt, aber Portugal schuldet dem Team die Wahrheit."

Die Pressestimmen zum Ronaldo-Beben

Expresso (Portugal): "Jesus sprach, Ronaldo hörte zu und ging: Der Kapitän verließ das Trainingslager der Nationalmannschaft."

Publico (Portugal): "Der Kapitän der Nationalmannschaft möchte die Gründe für seinen Rückzug aus der Nationalmannschaft noch nicht im Detail darlegen, deutete jedoch an, dass sie mit den Äußerungen von Jorge Jesus zusammenhängen könnten und dass jemand nicht die Wahrheit sagt."

The Sun (England): "CRIS-IS POINT: Cristiano Ronaldo verlässt das portugiesische Trainingslager nach einem Streit mit Trainer Jorge Jesus - Tausende verfolgen seinen Privatjet."

Daily Mail (England): "Cristiano Ronaldo VERLÄSST das portugiesische Nationalteam: Der 41-jährige Star verlässt das Trainingslager, nachdem er wegen eines Streits mit dem Trainer erneut das Training versäumt hat, und verspricht in einer kryptischen Erklärung, 'die Wahrheit zu sagen'."

Mirror (England): "Cristiano Ronaldos Zerwürfnis mit dem portugiesischen Nationaltrainer Jorge Jesus hat zu seiner dramatischen Entscheidung geführt, mitten in der aktuellen Spielpause aus der Nationalmannschaft auszusteigen."

Marca (Spanien): "Cristiano bricht sein Schweigen und erklärt, warum er aus dem Trainingslager 'geflohen' ist."

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