Die Fans des VfB Stuttgart schweben aktuell noch immer auf Wolke sieben. Die Schwaben haben sich erneut für die lukrative Champions League qualifiziert und feiern bereits das dritte Jahr in Folge die Teilnahme am internationalen Geschäft. Der schwache Saisonstart kann da die Freude in Bad Cannstatt nur etwas trüben.
Viel eher schon die nackten Zahlen hinter den Kulissen. Wie das Fachmagazin kicker berichtet, wird hinter vorgehaltener Hand bereits heftig diskutiert: Der Verein muss in den kommenden beiden Transferfenstern zwingend ein Transferplus von rund 40 Millionen Euro erwirtschaften.
Die Gründe für diesen extremen finanziellen Verkaufsdruck sind vielschichtig. Zum einen sind die Personalkosten durch Prämien und die sportliche Qualitätssteigerung massiv in die Höhe geschossen. Zum anderen planen die Stuttgarter dringend benötigte strategische Millionen-Investitionen in Technologie, Digitalisierung und Infrastruktur, die über den Transfermarkt refinanziert werden müssen.
Kein Star ist unverkäuflich
Selbst das erneute Erreichen der Königsklasse wird diese Finanzkalkulation nicht mehr abwenden können. Das Prinzip am Neckar lautet deshalb ab sofort: Kein einziger Spieler ist unverkäuflich.
Der Fokus der Führungsetage liegt dabei insbesondere auf der sogenannten 2028er-Riege. Bei gleich acht absoluten Stammspielern und Leistungsträgern – darunter Jeff Chabot, Maximilian Mittelstädt, Josha Vagnoman, Angelo Stiller, Atakan Karazor, Chris Führich, Jamie Leweling und Ermedin Demirovic – enden die Arbeitspapiere im Sommer 2028.
Da der VfB diese Spieler aus finanziellen Gründen unmöglich alle langfristig halten kann, spielt der Klub bei möglichen Vertragsverlängerungen aktuell auf Zeit. Das Sommer-Transferfenster 2027 gilt als letztmögliche Chance, um für diese Profis noch nennenswerte Ablösesummen zu generieren und einen ablösefreien Abgang zu verhindern.
Wer füllt die Kassen der Schwaben?

Als derzeit wertvollstes Objekt im schwäbischen Schaufenster gilt Jamie Leweling. Vereine wie der FC Everton oder die AS Rom signalisierten bereits starkes Interesse, auch eine 40-Millionen-Offerte aus Bournemouth lehnte der Klub in der Vergangenheit ab. Für rund 50 Millionen Euro wäre der VfB dem Vernehmen nach gesprächsbereit.
Auch bei Mittelfeld-Regisseur Angelo Stiller oder Offensiv-Kräften wie Demirovic und Bilal El Khannouss winken dem Verein im Zweifelsfall satte Millionen-Erlöse.
Auf der anderen Seite sind kostspielige Neuzugänge aktuell völlig ausgeschlossen. Die jüngsten Gerüchte aus Italien, wonach Stuttgart im Winter angeblich den italienischen Nationalspieler Mohamed Ali Zoma vom 1. FC Nürnberg für knapp 30 Millionen Euro verpflichten möchte, wurden vereinsintern bereits als absolut "undenkbar" abgestempelt. Erst muss Geld in die Kassen fließen, bevor in neue Beine investiert werden kann.
